Finanzen

Goldpreis klettert weiter – Silber erreicht 14-Jahres-Hoch

Der Goldpreis setzt seine Rekordjagd fort: Am Dienstag stieg eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) um rund 44 US-Dollar auf 3.791,10 Dollar – ein historischer Höchstwert. Treibende Faktoren sind kräftige Zuflüsse in Goldfonds und die Aussicht auf weiter sinkende Zinsen. Auch in Euro erreichte Gold mit 3.210,24 Euro pro Unze ein Rekordniveau. Gleichzeitig legte Silber auf ein 14-Jahres-Hoch zu.
23.09.2025 14:52
Lesezeit: 2 min
Goldpreis klettert weiter – Silber erreicht 14-Jahres-Hoch
Bei der Agosi AG in Pforzheim wird ein Goldbarren gezeigt, der 12,5 Kilogramm (400 Unzen) wiegt, einen Feingoldgehalt von 99,99 Prozent hat und auf Goldgranalien liegt (Foto: dpa). Foto: Uli Deck

Auch Silber legt zu

Generell stehen Edelmetalle bei Investoren weiter hoch im Kurs. Auch der Preis für Silber ist zuletzt stark gestiegen. Er erreichte am Dienstag bei 44,34 Dollar je Unze den höchsten Stand seit 14 Jahren. Seit Beginn des Jahres ist der Wert von Silber mittlerweile um mehr als 50 Prozent gestiegen. Gold hat in dieser Zeit um mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen.

Sinkende Zinsen geben Auftrieb

Als wichtiger Preistreiber gilt die Erwartung weiter sinkender Zinsen in den USA, nachdem die US-Notenbank Fed in der Vorwoche erstmals in diesem Jahr den Leitzins gesenkt hatte. Die US-Notenbanker haben bis zum Jahresende zwei weitere Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in Aussicht gestellt. Da Edelmetall keine Marktzinsen abwirft, verstärkt ein Rückgang der Zinsen für andere Anlageformen wie zum Beispiel Staatsanleihen die Nachfrage.

Goldkauf für Unabhängigkeit vom Dollar

Analysten vom Frankfurter Bankhaus Metzler sehen auf längere Sicht auch Goldkäufe von Zentralbanken als einen wesentlichen Grund für den Preisanstieg. Seit geraumer Zeit versuchen einige Notenbanken unabhängiger vom Dollar zu werden und kaufen daher das Edelmetall zur Aufstockung ihre Reserven. Darüber hinaus erkannten die Metzler-Experten aber auch in den langfristigen Inflationssorgen eine Ursache für die stärkere Goldnachfrage.

Kaufinteresse an ETFs und Kursschwäche des Dollars

Marktbeobachter berichten insbesondere von einer stärkeren Nachfrage nach Goldfonds (ETFs), die physisches Gold in ihren Beständen anlegen und deren Papiere an den Börsen gehandelt werden. Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank verwies auf eine Statistik der Nachrichtenagentur Bloomberg, die am vergangenen Freitag einen Zufluss in Gold-ETFs in einem Volumen von fast 27 Tonnen verzeichnet hat. Dies sei der stärkste Anstieg seit Anfang 2022. „Das starke Kaufinteresse der ETF-Anleger dürfte dem Goldpreis Rückenwind gegeben haben“, sagte Commerzbank-Experte Fritsch.

Zudem wird der Goldpreis durch eine Kursschwäche des Dollar gestützt, der wegen der Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA in den vergangenen Wochen tendenziell an Wert verloren hat. Weil Gold auf dem Weltmarkt überwiegend in Dollar gehandelt wird, macht eine Schwäche der US-Währung das Edelmetall günstiger, was die Nachfrage verstärkt und den Goldpreis stützt.

Prognosen zur Goldpreisentwicklung

Nach Einschätzung von Analysten der Dekabank bleibt Gold auch als sicherer Anlagehafen bei Anlegern beliebt. Dabei habe sich das Anlegerverhalten zuletzt verändert: Im Gegensatz zur Vergangenheit ziehe Gold als sicherer Hafen heute Kapital an, das zuvor in Phasen der Unsicherheit in deutsche Bundesanleihen oder US-Staatsanleihen geflossen sei, heißt es in einer Analyse der Dekabank.

Mittlerweile hat sich der Goldpreis in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt, wobei geopolitische Risiken wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Flucht in den als vergleichsweise sicher eingeschätzten Anlagehafen verstärkt haben. Hinzu kommt die aggressive Zollpolitik der US-Regierung, die gemeinsam mit den Angriffen von US-Präsident Donald Trump gegen die US-Notenbank Fed die Sorgen um die Unabhängigkeit der Notenbank verstärken.

Neben den Erwartungen an weiter sinkende Zinsen dürften auch „die anhaltenden Angriffe des US-Präsidenten auf die Unabhängigkeit der Fed“ für eine stärkere Nachfrage nach Gold sorgen, sagte Commerzbank-Experte Fritsch, der einen weiteren Preisanstieg für möglich hält: „Von daher könnte sich der Höhenflug beim Goldpreis noch fortsetzen.“

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