Technologie

SMR in Schweden: Blykalla sichert fast 48 Mio Euro für KI-Energie

Blykalla sammelt fast 48 Millionen Euro für kleine modulare Reaktoren (SMR) ein. Investoren aus Schweden, den USA und Japan setzen auf saubere Grundlastenergie für KI-Rechenzentren. Die Finanzierung soll die Testanlage in Oskarshamn vorantreiben und den Ausbau der Technologie beschleunigen. Experten sehen darin ein Signal, wie SMR auch für Deutschland und den europäischen Energiemarkt zunehmend relevant werden könnten.
18.12.2025 10:59
Aktualisiert: 18.12.2025 10:59
Lesezeit: 2 min

Schwedischer Mini-Reaktor zieht fast 48 Mio Euro Kapital an: Fokus auf Energie für KI-Rechenzentren

Der schwedische Entwickler kleiner modularer Reaktoren (SMR), Blykalla, hat eine neue Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. In dieser hat das Unternehmen insgesamt 50 Millionen Dollar Kapital aufgenommen, was rund 46,6 Millionen Euro entspricht.

Angeführt wird die Runde vom schwedischen Investor Niklas Adalberth, dessen Impact-Fond Norrsken Launcher beteiligt ist, sowie vom US-SMR-Pionier Oklo – mit Open-AI-CEO Sam Altman als Hauptanteilseigner und ehemaligem Vorsitzenden. Zu den weiteren Geldgebern zählen mehrere Unternehmen mit Fokus auf AI-Datacenter und Infrastruktur.

Investoren konzentrieren sich auf Energiebedarf der KI-Industrie

In der Runde sind auch diverse Akteure vertreten, die eng am Aufbau großer Rechenzentren und an der KI-Wirtschaft beteiligt sind. Dazu gehören unter anderem CoreWeave-Mitgründer Peter Salanki, der strategische Leiter Brian Venturo sowie der japanische Telekom-Konzern KDDI, der ebenfalls im Rechenzentrumsbau aktiv ist.

„Die KI-Ökonomie verändert die globale Energienachfrage. Saubere und verlässliche Grundlastenergie rückt zunehmend in den Fokus“, sagte Blykalla-CEO Jacob Stedman zum strategischen Hintergrund der Finanzierung. Die neue Finanzierung soll helfen, die bestehende Testanlage zu validieren und die Technologie weiter hochzufahren.

Technik und Ausbaupläne: Schwermetallkühlung für SMR

Blykallas Ansatz unterscheidet sich von klassischen Leichtwasserreaktoren: Die Reaktoren werden mit flüssigem Blei gekühlt, eine Technologie, die bereits in militärischen Anwendungen wie U-Booten eingesetzt wird. Das Unternehmen nennt seine Reaktoren „Sealer“ und plant, bis 2050 rund 1.000 solcher Anlagen zu bauen.

In Oskarshamn wurde im Februar 2025 der Grundstein für eine Testanlage gelegt. Das Projekt soll rund 30 Millionen Euro kosten und erhält staatliche Zuschüsse. In Schweden sichert sich Blykalla zudem Partnerschaften mit etablierten Industriegrößen wie ABB und dem Metallpulver-Spezialisten Höganäs, um Komponenten und Lieferketten auszubauen.

Partnerschaften und Fokus auf Kommerzialisierung

Ein zentrales Element der neuen Kapitalrunde ist die verstärkte Zusammenarbeit mit Oklo. Diese umfasst gemeinsame Entwicklungsarbeiten an Zulassungsprozessen, der Komponentenfertigung und der nicht-nuklearen Lieferkette. Auch Norrsken Launcher und mehrere prominente frühe Investoren – etwa Gründer aus den Bereichen Online-Marktplätze und Tech – bleiben weiter an Bord.

Deutschland: Bedeutung für die Energie- und Industriestrategie

Obwohl Blykalla ein schwedisches Unternehmen ist, ist der Ausbau kleiner modularer Reaktoren auch für Deutschland und den europäischen Energiemarkt relevant. In Deutschland gewinnt die Debatte um verlässliche, CO₂-arme Grundlastenergie aktuell wieder an Bedeutung, da der Atomausstieg und der Ausbau erneuerbarer Energien im Kontext steigender AI- und Digitalisierungs-Lasten politische und wirtschaftliche Priorität erhalten. Direkte Investitionen oder Kooperationen zwischen deutschen Energieunternehmen und SMR-Entwicklern sind derzeit nicht bestätigt, zeigen aber das Interesse an innovativen Kernenergie-Technologien im europäischen Kontext.

Schlüsselzahlen und Hintergrund

• Finanzierungsvolumen: 50 Mio Dollar (~46,6 Mio Euro)

• Technologie: Kleine modulare Reaktoren (SMR) mit Bleikühlung

• Ziel: Kommerzialisierung und Bau von bis zu 1 000 Anlagen bis 2050

• Testanlage: Oskarshamn, Kosten rund 30 Mio Euro, staatlich mitfinanziert

Fazit

Blykalla nutzt die Kapitalrunde zur Beschleunigung seiner SMR-Pläne und adressiert damit unmittelbar steigende Energieanforderungen, insbesondere aus der KI-Rechenzentrumsbranche. Für den deutschen Energiemarkt ist die Entwicklung ein Indikator dafür, wie innovative Kernenergie-Technologien die Debatte um sichere und nachhaltige Stromversorgung bereichern können.

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