Politik

Moskau: Notenbank sieht Kapitalflucht aus Russland

Lesezeit: 1 min
09.07.2014 18:02
Nach Angaben der russischen Notenbank ziehen Investoren ihre Gelder aus Russland ab. Im aktuellen Jahr wurden bisher 75 Milliarden US-Dollar außer Landes gebracht. Der US-Investor JPMorgan Chase hat sogar Analysten-Stellen für den Russland-Markt gestrichen. Hauptursache für diese negative Entwicklung ist die Ukraine-Krise.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Kapitalflucht aus Russland wegen der Ukraine-Krise hält an. Nach Angaben der Zentralbank in Moskau vom Mittwoch wurden im ersten Halbjahr fast 75 Milliarden Dollar netto außer Landes gebracht, doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Allerdings verlangsamte sich der Abfluss inzwischen: Während er im ersten Quartal noch 62 Milliarden Dollar betragen hatte, belief er sich im zweiten auf etwas mehr als zwölf Milliarden. Die Notenbank geht davon aus, dass 2014 insgesamt 90 Milliarden Dollar ins Ausland gebracht werden könnten, die Weltbank hält sogar 100 Milliarden Dollar für möglich (mehr hier). Die Gesamtsumme im vergangenen Jahr betrug knapp 63 Milliarden Dollar. Die USA und die EU haben Russland mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte es sich nicht stärker für eine Lösung des Ukraine-Konflikts einsetzen.

Die Folgen der Krise veranlassen Insidern zufolge auch JPMorgan Chase zu Änderungen im Russland-Geschäft. Wie aus Finanzkreisen verlautete, strich die US-Großbank einige ihrer 190 Stellen in den Abteilungen für Aktienanalyse und -handel. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt. Ein Insider erklärte, JPMorgan passe sich damit den neuen Marktbedingungen an. Das Institut lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Ukraine-Konflikt lastet schwer auf den russischen Märkten, Börsengänge wurden abgesagt. Zudem sind die Einkünfte aus den Gebühren im Investmentbanking in den zwölf Monaten bis Juni um etwa ein Drittel auf 166 Millionen Dollar gefallen.

Russlands Präsident Wladimir Putin wies Vorwürfe zurück, er werde sein Land in die Isolation führen. „Wir werden immer ein Teil der Staatengemeinschaft sein“, sagte Putin dem Bürgerrat, das eine beratende Funktion hat. Russland werde jedoch seine nationalen Interessen mit Nachdruck verteidigen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesbank warnt erneut vor überhöhten Immobilienpreisen

Im Corona-Jahr 2020 hat sich der Trend zu überhöhten Immobilienpreisen vor allem in deutschen Großstädten nach Einschätzung der...

DWN
Politik
Politik Papst Franziskus landet in Bagdad, beginnt historische Reise durch den Irak

Als erster Papst überhaupt besucht Franziskus den Irak. Die viertägige Reise durch das von Krieg und Krisen gebeutelte Land hat es in...

DWN
Politik
Politik WHO lehnt Impfpässe ab: „Corona-Pandemie ist in 10 Monaten vorbei“

Die WHO hat sich gegen die Einführung von Impfpässen ausgesprochen. Diese seien nicht zielführend, zudem sei die Pandemie bald vorbei....

DWN
Politik
Politik DWN-EXKLUSIV - Marine-Manöver im Mittelmeer: Türkei bereitet sich auf möglichen Krieg vor

Die Türkei führt im Mittelmeer und in der Ägäis aktuell ein groß angelegtes Marinemanöver durch. Das Land bereitet sich auf einen...

DWN
Deutschland
Deutschland Gericht untersagt Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz - und erhebt Vorwürfe gegen den Geheimdienst

Das Verwaltungsgericht Köln untersagt es dem Inlandsgeheimdienst, die AfD zu beobachten - und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Dienst.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin in Gefahr: Es drohen Hackerangriffe, Preisverfall und das endgültige Verbot

DWN-Finanzexperte Andreas Kubin analysiert die Zukunft des Bitcoin.

DWN
Politik
Politik Hohe Investitionen, strategische Autonomie: China stellt die Weichen für die kommenden fünf Jahre

Die grundlegenden Weichenstellungen auf dem derzeit stattfindenden Volkskongress deuten eine Tendenz zu Selbststärkung und innerer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn sich die Börse überhitzt, bringt Gold Sicherheit ins Portfolio

Die Daten zeigen es: Wenn es an der Börse stark bergab geht, dann haben in der Vergangenheit jene Investoren gut abgeschnitten, die...