Deutsche Banken wollen nationale Bankenaufsicht auflösen

Der Bankenverband will die Aufsicht des Bankensektors vollständig der EU unterstellen. Auch politische Entscheidungen sollen dann auf EU-Ebene getroffen werden. Die deutschen Aufsichtsbehörden BaFin und Bundesbank sollen zu Ländervertretungen der EZB gemacht werden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Steuern – Schröder und Fischer haben Mittelstand am meisten belastet

Geht es nach den deutschen Banken, soll ihre Aufsicht auf nationaler Ebene aufgelöst werden. Der Bankenverband fordert, dass die beiden nationalen Aufsichtsorgane BaFin und die Bundesbank gänzlich der Europäischen Zentralbank unterstellt werden. Dies berichtet das Handelsblatt und bezieht sich dabei auf einen Entwurf des Bankenverbandes für ein neues Aufsichtskonzept.

Der Bankenverband will, dass auch die Verantwortung für die Aufsicht des Bankenmarktes vollständig aus Deutschland abwandert: „Eine politische Aufsichtskontrolle wird den Zuständigkeiten folgend von der nationalen Ebene (in Deutschland vom Bundesministerium der Finanzen) auf die EU-Ebene verlagert und durch ein rechenschaftsabnehmendes Gremium ausgeübt“, heißt es in dem Dokument des Bankenverbandes.

BaFin und Bundesbank sollen dann nur noch „Ländervertretungen“ der EZB in Deutschland sein. Der Bankenverband rechtfertigt die radikalen Forderungen damit, dass die nationale Aufsicht versagt habe. Daher müsse sie „nationaler (politischer) Einflussnahme entzogen“ werden.

Noch kürzlich wollten die Banken nicht, dass die EZB die Aufgaben der Finanzmarktaufsicht übernimmt. Diese Lösung würde Großbritannien vernachlässigen, das kein Euroland ist und so die EZB dort keinen Einfluss hätte, hieß es.

Weitere Themen:
EZB: 40 zusätzliche Stellen im Kampf gegen die Krise
Moody’s: Wirtschaftliche Angleichung in Eurozone wird Jahre dauern
Forscher: EU-Projekt Biodiesel ist in den meisten Fällen ein Flop

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick