Deutschland: Geschäftsklima auf niedrigstem Stand seit zweieinhalb Jahren

Der deutsche Geschäftsklimaindex ist im September den 5. Monat in Folge gefallen, Ökonomen hatten hingegen mit einem Anstieg gerechnet. Die ungelösten Probleme der Schuldenkrise beunruhigen die deutschen Unternehmen weiter, daran kann auch Mario Draghis vage angekündigte Intervention der EZB nichts ändern.

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Nach 102,3 Punkten im August ist der deutsche Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft im September unerwartet auf 101,4 Punkte gefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit März 2010. Dies teilte das Ifo Institut am Montag mit. Ökonomen hatten einen Anstieg des Geschäftsklimas auf 102,5 Zähler erwartet, nicht jedoch einen weiteren Rückgang. „Darüber hinaus blicken sie pessimistischer in die Zukunft. Die bremsenden Einflüsse auf die Konjunktur dominieren weiterhin“, heißt es in dem aktuellen Bericht. Und auch im Exportgeschäft  setzte sich der leicht negative Trend vom August fort.

Zuletzt war das Geschäftsklima im März 2010 so niedrig wie derzeit (Grafik: Ifo Institut)

Zuletzt war das Geschäftsklima im März 2010 so niedrig wie derzeit (Grafik: Ifo Institut)

„Die Entscheidung der EZB, Staatsanleihen zu kaufen hat grundlegend die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs des Euros reduziert“, sagte Alex Krüger, Chefökonom von Bankhaus Lampe KG in Düsseldorf der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Auf der anderen Seite, sind die deutschen Unternehmen noch immer vorsichtig und investieren weniger.“ Die „bremsenden Einflüsse auf die Konjunktur dominieren weiterhin“, bekräftigte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn gegenüber Reuters. Die aktuellen Prognosen geben der Skepsis der deutschen Unternehmen Recht. Die OECD erwartet für das zweite Halbjahr eine leichte Rezession und das gewerkschaftsnahe IMK-Institut geht von einem Rezessionsrisiko von 30 Prozent aus.

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