EU-Fördergelder: 5 Milliarden wurden falsch ausgegeben

Die Europäische Union hat 2011 rund 3,9 Prozent der Fördergelder fehlerhaft verteilt, kritisiert der Europäische Rechnungshof. Vor allem im Bereich der Umwelt und der Entwicklung des ländlichen Raumes seien die Zuteilungen nicht gerechtfertigt gewesen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Wahlsieg: Obamas Minderheiten-Strategie geht auf

Dienstag bemängelte der Europäische Rechnugshof, dass für das Jahr 2011 3,9 Prozent der vorhandenen EU-Fördermittel von 129,4 Milliarden Euro fehlerhaft verteilt wurden. Damit flossen rund fünf Milliarden Euro an Projekte, „in denen die mit den EU-Fördermitteln verfolgten Ziele nicht erreicht oder die Mittel nicht optimal verwendet wurden“, heißt es in dem Bericht des Rechnungshofes.

Präsident des EU-Rechnungshofs, Vitor Caldeira, kritisiert die fehlerhafte Verteilung der EU-Fördergelder (Foto: EU Consilum).

Präsident des EU-Rechnungshofs, Vitor Caldeira, kritisiert die fehlerhafte Verteilung der EU-Fördergelder (Foto: EU Consilum).

Die höchste Fehlzuweisungsquote wiesen dabei die Bereiche Fischerei, Umwelt, Entwicklung des ländlichen Raumes und Gesundheit mit 7 Prozent auf. Im Bereich Regionalpolitik, Energie und Verkehr kamen sechs Prozent der finanziellen Mittel an falscher Stelle an. Der Präsident des EU-Rechnungshofs, Vitor Caldeira, äußerte sich indes besorgt darüber, dass die Mittel der EU trotz aller Sparzwänge nicht effizienter eingesetzt werden.

Anders sieht es die Europäische Kommission. Diese ließ über eine Sprecherin mitteilen, dass die Zuweisung der Mittel in 2011 „in ihrer überwältigenden Mehrheit frei von quantifizierbaren Fehlern” gewesen sei und der Großteil der Mittel zweckmäßig eingesetzt wurde. Zudem betonte sie, dass Gelder, selbst wenn sie falsch zugewiesen würden, nicht verloren seien und immer noch die Möglichkeit bestehe, ihre letztendliche Verwendung nachzuverfolgen.

Weitere Kritik kommt von den CSU-Europaabgeordneten Markus Pieper und Inge Grässle. Beide erheben die Forderung, eine „gut funktionierende Verwaltung zur Bedingung von Zuschüssen aus dem EU-Haushalt zu machen“. Sollte das Gegenteil der Fall sein, „darf es kein EU-Geld geben”, so die beiden weiter.

Weitere Themen

Obama: Wir sind die großartigste Nation der Welt
Bohrinsel in Norwegen havariert: Hunderte Menschen in Gefahr
Romney gescheitert: Barack Obama bleibt Präsident

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick