60 Milliarden Euro fehlen: Bank of England warnt vor neuer Bankenkrise

Die Bank of England stuft die Lage Banken Großbritanniens kritisch ein. Das Vertrauen der Investoren befinde sich auf einem Tiefpunkt, die Geschäftsbanken können nicht genügend Kapital anziehen. Eine neue Bankenkrise droht - mit Folgen für die ganze Weltwirtschaft.

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Britische Banken haben aufgrund ihrer äußerst optimistischen Einstellung zu Finanzrisiken nicht genug Rücklagen gegen künftige Gefahren auf dem Finanzmarkt gebildet, teilte die britische Zentralbank Bank of England (BoE) mit. Den Banken könnten wegen fauler Kredite oder Schrottpapieren bis zu 60 Milliarden Euro fehlen. So forderte die BoE, die im kommenden Jahr die Bankenregulierung in Großbritannien leiten wird, von der derzeitigen Aufsicht eine Überprüfung des Bankenkapitals. Die wahre Kapitalausstattung der Banken sei wahrscheinlich viel schlechter als die „gesunden“ offiziellen Zahlen implizieren, so die britische Notenbank.

„Die Banken ziehen nur langsam Kapital an und das Vertrauen der Investoren bleibt gering“, schreibt die BoE in einem Bericht. Die britische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FPC) warnt schon seit längerem vor diesen Risiken. Die Banken könnten höhere Verluste aus der Kreditvergabe einfahren als sie an Provisionen dafür kassieren. Außerdem hätten sie das Ausmaß an Strafen für früheres Fehlverhalten unterschätzt. Externen Analysten zufolge könnten sich die Kosten dafür auf vier bis zehn Milliarden Pfund belaufen.

Auch das System, mit dem die Banken die Risiken bewerten, sei komplex und undurchsichtig. Das verunsichere die Investoren, fügte die BoE hinzu. Die Zentralbank zeigt sich besorgt, dass Banken weiterhin britischen Unternehmen und Haushalten Kredite leihen, während sich die Wirtschaft des Landes nur schleppend entwickelt. „Die Finanzmarktaufsichtsbehörde  muss sicherstellen, dass Unternehmen entweder selbst Kapital anziehen oder ihre Firmen restrukturieren”, heißt es in dem Bericht. Ansonsten kann es dazu kommen, dass sich Zombie-Unternehmen herausbilden, die ohne die Banken nicht mehr überleben können (mehr hier).

Unterdessen fürchtet der Vize-Gouverneur der BoE, Charlie Bean, um die Stabilität der Eurozone: „Europa bleibt das größte Risiko für Großbritannien. Es besteht immer die Möglichkeit, dass sich die Eurozone ungeordnet auflöst“, so Bean. Am Dienstag ernannte die BoE den ehemaligen Goldman Sachs-Banker Mark Carney zum neuen Gouverneur der Bank (hier).

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