Währungskrieg: Rehn warnt vor Abwertungs-Wettlauf

Nach dem steigenden Eurokurs fordert EU-Währungskommissar Rehn Reformen im Weltwährungssystem. Er sehe die Gefahr eines Abwertungswettlaufes. Für Deutschland hätte der steigende Eurokurs aber keine merkliche Verschlechterung zur Folge.

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EU-Kommissar Olli Rehn warnt vor allem vor den Folgen für Südeuropa im Falle eines Abwertungwettlaufes. (Foto: consilium)

EU-Kommissar Olli Rehn warnt vor allem vor den Folgen für Südeuropa im Falle eines Abwertungwettlaufes. (Foto: consilium)

Der Abwertungswettlauf des US-Dollars und des japanischen Yens sowie die aktuelle Geldpolitik der EZB haben zu einem Anstieg des Eurokurses geführt (mehr hier). Aus diesem Grund habe die EU-Kommission Japan bereits vor Schritten in Richtung Yen-Abwertung gewarnt, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn in einem Interview mit dem österreichischen Magazin ‚profil‘. Das „Horrorszenario, also der Zerfall der Eurozone“, sei zwar gebannt, so Rehn weiter, aber einen wie von Hollande erwähnten Währungskrieg schließt auch er nicht aus. „Ich erkenne die Gefahr einer kompetitiven Abwertung“, warnte er.

Der französische Präsident Francois Hollande hatte gefordert, durch eine gezielte Manipulation des Euro-Kurses den europäischen Exporten einen Vorteil zu verschaffen und wurde dafür von verschiedenen Stellen, unter anderem von Bundeskanzlerin Angela Merkel, gerügt (mehr hier). EZB-Chef Mario Draghi hatte daraufhin angekündigt, den Wert des Euro genau beobachten zu wollen (hier).

Vor allem die südeuropäischen Länder wären von diesem Abwertungswettlauf betroffen, zitierte Rehn eine Studie. Für Deutschland und andere zentraleuropäische Volkswirtschaften gebe es keinen Grund zur Beunruhigung. Um einen Währungskrieg zu vermeiden, bedürfe es daher Reformen im Weltwährungssystem und einer besseren Koordinierung in Währungsfragen im Rahmen von G7, G20 oder IWF, so Rehn weiter.

Neben der Wechselkurs-Problematik zeigte sich der Währungskommissar vor allem aber auch besorgt über die soziale Situation in Südeuropa. „Es ist eine sehr fragile Situation“, so Rehn und es werde noch eine längere Zeit dauern, bis es zu einem Abklingen der sozialen Krisenfolgen komme.

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