Spaltung der EU geht weiter: London zieht bei Banker-Boni nicht mit

Nach den harten Verhandlungen um das EU-Budget verschärft sich der Konflikt zwischen London und der EU erneut. Großbritannien will den EU-Entwurf zur Senkung der Banker Boni bekämpfen. Die Briten hätten bereits eines der „strengsten“ Bonus-Systeme der Welt.

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Eine neue Richtlinie der EU zur Begrenzung der Bonuszahlungen an Finanzmanager sieht vor, die Anreize für riskante Spekulationen zu reduzieren (mehr hier). London hält diese Koppelung der Zahlungen an das Vertrauen der Aktionäre für keine gute Idee. Großbritannien habe bereits eines der strengsten Bonus-Systeme der Welt, sagte der britische Premier David Cameron einem Bericht des EU Observer zufolge.

Die Kluft zwischen Brüssel und London könnte derzeit nicht größer sein. Nach den langwierigen Verhandlungen über die Höhe des neuen EU-Budgets (mehr hier) und der viel zitierten Rede Camerons, in der er den Briten nach einer Wiederwahl die Möglichkeit für einen Austritt aus der EU per Referendum bereitstellen wollte (hier), haben die Stimmung deutlich abgekühlt.

Wenn es nach der EU-Kommission geht, dürften Banker-Boni das Jahresgehalt der Top-Manager künftig nicht mehr übersteigen. Londons Bürgermeister, Boris Johnson, nannte diesen Vorstoß „illusorisch“ und „kontraproduktiv“. Philip Lamberts, Mitglied des Europäischen Parlaments versuchte jedoch zu schlichten: es sei falsch, dies als einen Konflikt „Europa gegen Großbritannien zu porträtieren“.

Die hohen Boni der Manager, die Anreize für exzessive Spekulationen lieferten und die mangelnde Liquidität der Banken werden mit als Auslöser für die internationale Finanzkrise ab 2007 angesehen. Über 8.000 Kreditinstitute in Europa müssen nun ihr Eigenkapital auf voraussichtlich acht Prozent der Gesamtbilanz aufstocken. Die neue Richtlinie wird im EU-Parlament per Mehrheit beschlossen, diesmal hat London keine Chance, sein Veto einzulegen.

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