Brüssel in Geldnot: EU will Steuer für Plastiktüten einführen

Eine Umweltsteuer soll den Kunststoffabfall in der EU reduzieren und zu neuen Innovationen beitragen. Besonders Plastiktüten sind der EU zufolge gefährlich. Die Steuer auf Plastik spielt jedoch auch gleichzeitig wieder frisches Geld in die sich schnell leerenden EU-Kassen.

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Unter dem Vorwand, mehr für den Umweltschutz tun zu wollen, denkt die EU-Kommission derzeit über eine neue Einnahmequelle nach. Die Kommission überlegt, eine Umweltsteuer auf Kunststoff-Produkte wie Plastiktüten zu erheben. Zusammen mit dem Schauspieler Jeremy Irons, der sich mit dem Film „Trashed“ gegen die Unmengen Plastikmüll richtet, stellte der EU-Umweltkommissar Janez Potocnik am Donnerstag ein neues Grünbuch vor.

Zwar seien Kunststoffprodukte unverzichtbar, so Potocnik, aber eine Umweltsteuer hält er dennoch für notwendig. Marktbasierte Instrumente könnten „die Herstellung und den Verbrauch von kurzlebigen und Einweg-Erzeugnissen aus Kunststoff vermeiden“, sagte er in Brüssel bei der Vorstellung des Diskussionspapiers.

Neben einer derartigen Umweltsteuer auf Plastikprodukte brachte Jeremy Irons aber auch einen Vorschlag ein, wie man die Mengen an Plastikflaschen schnell reduzieren könnte. Man müsse diese nur durch Wasserspender mit den entsprechenden Pappbechern ersetzen, so Irons. Auch wenn diese Methode beispielsweise bei Dreharbeiten nicht immer optimal sei. Bis Anfang

2010 wurden der EU zufolge EU-weit 95,5 Milliarden Plastiktüten in Umlauf gebracht. 92 Prozent davon jedoch nur einmal genutzt. „In nur 50 Jahren stieg die weltweite Kunststoffproduktion von 1,5 Mio. Tonnen im Jahr 1950 auf 245 Mio. Tonnen im Jahr 2008, ein Trend, der sich voraussichtlich fortsetzen wird.“ Das Problem ist, so die Kommission, das gerade die gewünschte Haltbarkeit der Plastiktüten sie so heikel mache. Bis Anfang Juni können EU-Bürger und Unternehmen sich an der Diskussion um das neue Grünbuch beteiligen.

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