Wirtschafts-Prognose schon nach drei Monaten falsch

Noch im Februar verkündete Wirtschaftsminister Rösler gute Chancen, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr wieder wächst. Doch schon drei Monate später zeigt sich: Die deutsche Wirtschaft stagniert.

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Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank das BIP um 1,4 Prozent (Grafik: Destasis, DWN)

Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank das BIP um 1,4 Prozent (Grafik: Destasis, DWN)

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal gegenüber dem letzten Quartal 2012 lediglich um 0,1 Prozent gewachsen. Die Wirtschaft stagniert demzufolge. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das BIP sogar um 1,4 Prozent zurückgegangen.

Die neuen Wirtschafts-Daten zum deutschen BIP legen offen, wie unrealistisch die letzten Prognosen für die deutsche Wirtschaft waren. So sprach das Wirtschaftsministerium beispielsweise in seinem Monatsbericht vom April bezüglich des ersten Quartals: „Nach der konjunkturellen Abschwächung zum Ende des vergangenen Jahres dürfte sich die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland im 1. Quartal 2013 wieder stabilisiert haben.“ Außerdem erwartete das Ministerium in dem Bericht für das ganze Jahr 2013 ein Wachstum von 0,4 Prozent (mehr hier).

Bei seiner Prognose bezog sich das Ministerium auch auf Vorhersagen anderer Institutionen. Wie das Ministerium im Monatsbericht angibt, hatte die EU-Kommission für 2013 mit einem BIP-Wachstum für Deutschland in Höhe von +0,5 Prozent gerechnet, die OECD und der IWF sogar mit einem Plus von 0,6 Prozent (Stand Ende Februar). Und auch die Bundesbank rechnete in Ihrem Monatsbericht von Februar mit einem Wachstum von stolzen 0,7 Prozent.

Doch mit Blick auf die offiziellen Zahlen zum ersten Quartal 2013 stellen sich diese Berechnungen schon nach drei Monaten als falsch heraus. Wie zuversichtlich die Prognosen der EU-Kommission und des IWF jedoch sind, zeigte sich zuletzt auch in Zypern und Griechenland (hier).

Die jeweiligen Prognosen dienen schon längst nicht mehr als einigermaßen zuverlässiger Blick in die Zukunft. Vielmehr werden die Wirtschaftsdaten meist deutlich positiver dargestellt, als es die aktuellen Entwicklungen erlauben. Die Vorhersagen dienen letztlich nur mehr dazu, die Stimmung an den Finanzmärkten zumindest kurzfristig aufzuhellen. Oder wie im Falle Griechenlands erste angebliche Erfolge der Sparpolitik aufzuzeigen und somit weitere Millionen-Hilfen zu rechtfertigen.

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