Banken-Lobby: Abschaffung der Boni ist „unmöglich“

Die Banken-Lobby will sich gegen die drohenden Boni-Kürzungen zur Wehr setzen. In einer Mitteilung an die Europäische Bankenaufsicht sagten die Top-Manager, die neuen Einschränkungen seien „unmöglich“ umzusetzen und müssten um mindestens ein Jahr verschoben werden.

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EU-Binnenmarkt Kommissar Michel Barnier will die Bonuszahlungen der Banker nächstes Jahr deckeln - und handelt sich damit Ärger mit der Banken-Lobby ein. (Screenshot: Youtube/DWN)

EU-Binnenmarkt Kommissar Michel Barnier will die Bonuszahlungen der Banker nächstes Jahr deckeln – und handelt sich damit Ärger mit der Banken-Lobby ein. (Screenshot: Youtube/DWN)

Die britischer Banker Association (BBA), eine Lobby-Gruppe der britischen Banken-Industrie, hält die Einführung von Bonus-Obergrenzen für 2014 für „unmöglich“. Die Umsetzung der Bonus-Reform solle bis 2015 aufgeschoben werden.

Der neue Vorschlag sieht vor, die Bonuszahlungen von Bank-Mitarbeitern innerhalb der EU auf das doppelte des Basisgehaltes zu reduzieren. Das betrifft Banker, die pro Jahr mehr als 500.000 Euro verdienen.

Die Bankenvereinigung begründet diesen Vorschlag damit, dass die neuen Bonus-Obergrenzen viel mehr Mitarbeiter betreffen würden, als bislang vorgesehen. Vor allem jüngere Mitarbeiter wären „überproportional“ von der Einschränkung betroffen, da diese entgegen der Meinung der BBA als besonders risikobereit eingestuft würden, berichtet der Telegraph.

Die Anzahl der betroffenen Banker ist von 1.500 auf über 35.000 Mitarbeiter um den Faktor 20 gesteigert. Die meisten von ihnen arbeiten in Großbritannien. Aber auch tausende Mitarbeiter, die außerhalb Europas für europäische Banken arbeiten, verdienen bald wesentlich weniger.

Das hohe Lohn- und Bonussystem der Banker wird als einer der Gründe angesehen, warum während der Finanzkrise einige große Banken pleite gegangen sind oder vom Steuerzahler gerettet werden mussten.

Die Regierung Großbritanniens war lange Zeit gegen feste Obergrenzen, da sie befürchtete, den für das Land wichtigen Finanzstandort in London zu gefährden. Ihre Einführung soll den Zorn der Steuerzahler über die Milliarden-Bailouts bändigen (mehr zu den unkontrollierbaren Milliarden-Hilfen der EU an Pleite-Staaten – hier).

Dabei sind die Bonuszahlungen gar nicht das größte Problem der Banken. Vielmehr ist es eine zu dünne Eigenkapitaldecke und zu viel Engagement in risikoreiche Derivate-Geschäfte und die Manipulation nahezu aller Marktpreise (hier).

Außerdem haben die Banken ihr Kerngeschäft vernachlässigt, nämlich die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen. Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Banken geben das günstige Geld jedoch nicht in Form von guten Kreditkonditionen an die Kunden weiter, sondern suchen nach höheren Renditen auf den internationalen Finanzmärkten.

Weil die Bankkunden keine rentable Möglichkeit mehr haben, ihr Geld gewinnbringend anzulegen, trägt die Geldpolitik der EZB zur Enteignung der Sparer bei (mehr hier).

Die Begrenzungen der Banker-Boni geht daher an dem strukturellen Problem der Banken-Krise vorbei. Zudem wird befürchtet, dass sich die Kreditinstitute in noch komplexere Bezahlstrukturen flüchten werden, um die Regelungen der EU zu umgehen.

Das zeigt auch der gescheiterte Versuch, die Boni für fünf Jahre einzufrieren, bevor sie ausgezahlt werden können. Banken haben daraufhin einfach das Basisgehalt angehoben (hier). Sonst gehe die Wettbewerbsfähigkeit verloren, lautet das Mantra.

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