Deutschland

Alice Schwarzer: 2,4 Millionen Euro Schwarzgeld

Alice Schwarzer gibt zu, über Jahrzehnte hinweg Gelder in der Schweiz deponiert zu haben. Auf Schwarzgeld-Konten lagerte sie etwa 2,4 Millionen Euro. Schwarzer sieht sich in der Opferrolle und vermutet eine Rufmord-Kampagne der Medien.
03.02.2014 17:28
Lesezeit: 2 min

Aktuell:

Frankreich: Großdemo gegen Hollandes Familienpolitik

Die Feministin und Journalistin Alice Schwarzer hat den Besitz von Schwarzgeld in der Schweiz und Steuerhinterziehung eingeräumt. „Ja, ich habe einen Fehler gemacht, ich war nachlässig“, schrieb sie am Sonntag auf ihrer Internetseite. Schwarzer bunkerte laut Bild 2,4 Mio Euro auf Schweizer Schwarzgeldkonten.

Sie habe das Konto dem Finanzamt im vergangenen Jahr angezeigt und 200.000 Euro Steuern plus Säumniszinsen für die letzten zehn Jahre nachgezahlt. Das schon in den 80er Jahren eingerichtete Konto sei aufgelöst. „Inzwischen ist alles legal“, schreibt sie weiter. „Der Fall ist damit auch aus Sicht der Steuerbehörde bereinigt.“ Durch die Selbstanzeige wird Schwarzer straffrei auszugehen.

Schwarzer schrieb, auf das Konto habe sie in Deutschland versteuerte Einnahmen überwiesen, die Zinsen aber nicht versteuert. „Mein Konto hat sich in diesen Jahrzehnten durch Zinsen und Zinseszinsen vervielfacht, denn in all der Zeit habe ich nie einen Cent von dem Konto abgehoben. Es war einfach da.“ Grund für die Eröffnung des Kontos sei gewesen, dass sie sich damals verfolgt gefühlt habe und an Auswanderung gedacht habe.

Über die Steuerhinterziehung hatte zunächst der Spiegel berichtet, dem sie eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte vorwarf. Schwarzer attackierte den Spiegel wegen eines Berichts über ihre jahrzehntelange Steuerhinterziehung und wirft dem Magazin „Rufmord“ vor.

„Ich gehöre nicht zu den tausenden, die Schwarzgeld in der Schweiz haben, das bis heute nicht versteuert ist. Meine Steuern sind gezahlt. Also gilt für mich das Recht auf Privatsphäre und das Steuergeheimnis. Das schützt zehntausende von Deutschen, die, wie ich, unaufgefordert die Initiative ergriffen haben, ihr Konto in der Schweiz zu legalisieren. Und es schützt auch die 'Dutzenden von Prominenten', von denen Experten zu berichten wissen. Über keinen von ihnen ist bisher geschrieben worden, obwohl 'spektakuläre Namen' dabei sein sollen. Aber das gilt anscheinend nicht für mich.“, so Schwarzer auf ihrer Internetseite.

Sie frage sich, warum in der Berichterstattung gerade jetzt auf Recht und Gesetz gepfiffen werde. Gerade habe ihre Zeitschrift Emma eine Kampagne gegen Prostitution angezettelt, wo es um Milliarden-Profite gehe.

Zuletzt hatte der Fall des Bayern-Präsident Uli Hoeneß Schlagzeilen gemacht, der ebenfalls ein Schwarzgeld-Konto eingeräumt hatte (mehr hier). Er muss sich allerdings trotz Selbstanzeige im März wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Auch Hoeneß sah sich einer Kampagne der Medien ausgesetzt und drohte ihnen mit Klage (hier).

Namen von Prominenten tauchen zudem immer wieder auf Daten-CDs auf, die aus Kreisen von Schweizer Banken stammen. Ein Abkommen mit der Schweiz, mit dem bestehende Schwarzgeld-Konten legalisiert werden sollten, war in der vergangenen Wahlperiode in Deutschland gescheitert.

Weitere Themen:

Brutaler Raubzug: Banken treiben Firmen in die Pleite

Studie: Wasser-Knappheit bedroht China und Indien

Spionage: Chaos Computer Club verklagt Bundesregierung

Anzeige
DWN
Technologie
Technologie BradyPrinter i7500: Revolution im Hochpräzisionsdruck

Sie haben genug vom altmodischen Druck großer Etikettenmengen? Keine Kalibrierung, keine Formatierung, kein umständliches Hantieren mit...

X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Panorama
Panorama Fast 14 Millionen profitieren von der Pendlerpauschale - kommt die Erhöhung?
29.03.2025

Die in den aktuellen Koalitionsverhandlungen kontrovers diskutierte Pendlerpauschale – auch als Entfernungspauschale bekannt – wird...

DWN
Politik
Politik Demokraten in der Zerreißprobe: Wie besiegt man Trump?
29.03.2025

Eine Partei im Zwiespalt: Die Demokraten suchen nach einer Strategie. Während einige sich offen gegen Trump stellen, wollen andere...

DWN
Politik
Politik YouGov-Umfrage: AfD fährt höchsten Wert aller Zeiten ein
29.03.2025

Laut zwei aktuellen Wahlumfragen kann die AfD ihren Abstand zur CDU/CSU weiter verringern. Die Partei fährt bei einer YouGov-Umfrage ihren...

DWN
Finanzen
Finanzen Großer Goldfund in Finnland: Neue Goldmine in Lappland geplant
29.03.2025

Inmitten der weiten Landschaft Lapplands könnte schon bald eine neue Goldmine entstehen. Der kanadische Bergbaukonzern Rupert Resources...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zeiss: Vom Mikroskop-Pionier zum Hightech-Konzern
28.03.2025

Zeiss prägt die Optikindustrie seit fast zwei Jahrhunderten. Vom ersten Mikroskop bis zur Halbleitertechnik von heute spiegelt die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wirtschaft in schwerer Depression: Arbeitgeber rechnen mit Union und SPD ab!
28.03.2025

Deutschlands Wirtschaft reißt die Geduld mit den Parteichefs der möglichen Schuldenkoalition (so wird die designierte Bundesregierung aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Trumps Finanzbombe: Riskanter Masterplan oder globales Chaos?
28.03.2025

Stephen Miran, ehemaliger Berater von Donald Trump, hat einen radikalen Finanzplan vorgelegt, der das Potenzial hat, das globale...

DWN
Politik
Politik Öffentlicher Dienst: Schlichtung mit Kompromissvorschlag - Gestaffelt mehr Lohn und Urlaub
28.03.2025

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben die Schlichter einen Kompromiss vorgeschlagen. Demnach soll es...