Finanz-Krise führt zur Radikalisierung der Mittelschicht in Europa

Der private US-Geheimdienst Stratfor erwartet eine massive Radikalisierung der Mittelschicht in Europa. Die Erfolge von eurokritischen oder radikalen Parteien seien Ausdruck einer Abkehr von den aktuellen politischen Eliten. Statt die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen habe sich die EU in der Rettung des maroden Banken-Systems verrannt.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der private US-Nachrichtendienst Stratfor malt ein düsteres Bild von der Zukunft Europas. Der Zusammenhalt innerhalb der EU sei nicht mehr vorhanden, weil sich der Wohlstand in einem Prozess der Auflösung befinde. Die politischen Abweichungen seien unverkennbar und Großbritannien droht mit dem EU-Austritt. Zudem werde die politische Kluft zwischen Russland und Europa immer größer.

Doch die wichtigste Entwicklung sei der Erfolg der Anti-EU-Parteien, die sich gegen das Establishment richten. Die europäischen Regierungen haben den Erfolg jener Parteien als vorübergehende Protest-Erscheinung gewertet. Allerdings seien diese Kräfte ein Vorbote für die Zukunft Europas. Sie werden nicht von der Unterschicht, sondern von der Mittelschicht massiv unterstützt, meldet Stratfor.

Die Träume und Hoffnungen zahlreicher Europäer mittleren Alters aus der Mittelschicht seien angesichts der Finanzkrise zerstört worden. Diese Schicht sei nun die neue Bedrohung für Europa. Denn sie sei zunehmend radikalisiert und wende sich dem Faschismus zu (mehr hier). Es seien nicht die jungen oder älteren Europäer, die eine Gefahr für den öffentlichen Frieden darstellen.

Es werde sich zeigen, wie die Europäer im Zuge der Wirtschaftskrise in Verbindung mit hoher Arbeitslosigkeit mit ihren Einwanderern umgehen werden. Europa finde keinen Ausweg aus der Krise und der Kontinent werde noch viele Jahre in dieser Krise stecken bleiben.

Doch insbesondere die Deutschen sollten sich große Sorgen um das Banken-System machen. Denn die Kosten der Banken-Rettung werden auf die Bevölkerung abgewälzt (mehr hier). Deutschland ist im ESM große Verpflichtungen eingegangen und trägt die größten Garantien. Im Rahmen der Bankenunion kommt auf die deutschen Steuerzahler eine bisher nicht dagewesene Haftung für Banken außerhalb der nationalen Bankenaufsicht zu (mehr hier).

Die Finanz-Eliten der EU seien besessen vom Banken-System, so Stratfor. Es herrsche der Irrglaube vor, dass die Kreditwürdigkeit der Banken gegeben ist. Dieses Fehlurteil stütze sich auf die Ergebnisse von Banken-Stresstests (mehr hier).

In vier EU-Ländern liegt der Anteil von faulen Krediten an allen Brutto-Krediten bei über 20 Prozent. In sechs Ländern liegen die Anteile zwischen 10 und 20 Prozent. In der gesamten EU liegt die Quote bei durchschnittlich 7,3 Prozent, berichtet Stratfor.

Spanien hat eine Arbeitslosenquote von 24 Prozent und eine faule Kreditrate in Höhe von 8,2 Prozent. Portugal hingegen hat eine Arbeitslosenquote von 14,6 Prozent und eine faule Kreditrate von 4,3 Prozent.

Hohe Arbeitslosenzahlen führen zwangsläufig zu hohen Verbraucherschulden und zum Konsumrückgang. Das Wirtschaftswachstum in Europa breche derzeit ein. Doch den EU-Politikern fehlt ein Gegenrezept.

***

Wohin eine völlig abgehobene Politik Europa führt, beschreibt Michael Maier in seinem neuen Buch. Er geht davon aus, dass die Bürger von der Feudalherrschaft der Finanz-Eliten in die Enge getrieben werden und versuchen werden, sich zu wehren.

Das neue Buch von Michael Maier ist bereits die dritte Woche in Folge auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Das neue Buch von Michael Maier ist bereits seit Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Michael Maier
Die Plünderung der Welt
Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen 288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag 19,99 € (D), 20,60 € (A)
Auch als E-Book erhältlich
ISBN 978-3-89879-853-2
FinanzBuch Verlag, München 2014

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Beim Verlag kann es hier bestellt werden.

Das Buch ist bei Amazon erhältlich – hier.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick