China droht Spekulanten mit Gefängnis: Börsen-Kurse steigen

Nach dem Börsen-Crash in China will die Regierung stärker gegen Insider-Handel und „böswillige“ Leerverkäufe vorgehen. Es wird bereits gegen mehr als zehn Personen und Institutionen ermittelt, so die Behörden. Die chinesischen Aktienmärkte waren im vergangenen Monat um fast ein Drittel eingebrochen.

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Die Aktienmärkte in Fernost haben sich am Donnerstag nach den Einbrüchen der Vortage in China wieder erholt. Die Börse in Shanghai verbuchte ein Plus von sechs Prozent, der Shenzhen Composite eines von 3,7 Prozent.

Die chinesische Regierung hat drastische Schritte beschlossen, um den Kursrutsch der vergangenen Wochen zu stoppen. So soll gegen illegale Machenschaften auf den Aktien- und Terminmärkten vorgegangen werden. Vor allem den Insider-Handel hätten die Aufseher im Visier, teilte die Pekinger Regierung am Donnerstag mit. Die Weitergabe vertraulicher Informationen solle ebenso geahndet werden wie Leerverkäufe, die mit „böswilligen“ Absichten getätigt würden. Auch Haftstrafen sind möglich.

Das staatliche China Securities Journal meldete, Polizei und Behörden ermittelten wegen solcher Geschäfte bereits gegen mehr als zehn Personen und Institutionen. Bei Leerverkäufen handelt es sich im Grunde um Wetten auf sinkende Kurse. Die chinesischen Aktienmärkte waren im vergangenen Monat um fast ein Drittel eingebrochen.

Im Fokus der Ermittler stünden auch Vergehen wie Marktmanipulation und die Verbreitung von Gerüchten, erklärte das für die geplanten Kontrollen zuständige Ministerium für öffentliche Sicherheit. Das Regierungsressort wolle bei seiner Initiative eng mit der Finanzaufsicht zusammenarbeiten. Zuletzt habe es an den Börsen ungewöhnliche Schwankungen gegeben, erklärte das Ministerium zum jüngsten Markgeschehen.

Der Shanghaier Aktienmarkt war am Mittwoch um sechs Prozent eingebrochen und verlor binnen drei Wochen rund ein Drittel seines Werts. Das ist der größte Crash seit mehr als 20 Jahren. Zuvor hatten sich die Kurse vom Spätherbst bis in den Juni hinein mehr als verdoppelt. Am Donnerstag legte der Markt wieder 5,8 Prozent zu. Die chinesische Finanzaufsicht hatte am Tag zuvor weitere Schritte eingeleitet, um den Ausverkauf zu stoppen.

Zuletzt griffen die Aufsichtsbehörden in China zu drastischen Maßnahmen. So dürfen Großanleger mit Beteiligungen von mehr als fünf Prozent ihre Aktien für sechs Monate nicht auf den Markt werfen. Insgesamt hat der Crash bereits 3,5 Billionen Dollar vernichtet.

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