Tsipras kämpft sich zurück und gewinnt etwas Terrain gegen Merkel

Der griechische Premier Alexis Tsipras hat offenbar einige kleine Teilerfolge gegen Angela Merkel erreicht. Die vollständige griechische Kapitulation wird er nicht abwenden können.

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Alexis Tsipras ist es offenbar gelungen, den Treuhand-Fonds von Wolfgang Schäuble abzuwenden. Der Fonds hätte 50 Milliarden Euro übernehmen sollen, um sie zu privatisieren. Der Fonds hat einen Proteststurm in Europa ausgelöst: Er sollte nämlich bei einer Tochter der staatlichen deutschen KfW angesiedelt werden. Vorsitzender des Fonds ist Schäuble selbst, sein Stellvertreter ist SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Auch die Drohung des zeitweisen Ausschlusses Griechenlands vom Euro könnte vom Tisch sein, berichtet der Guardian. Strittig ist noch die Rolle des IWF und der Erleichterung beim Schuldendienst.

Die Euro-Finanzminister sollen am Dienstag über eine Brückenfinanzierung entscheiden. Damit könnte die EZB die ELA-Notkredite fortführen – einer der Hauptwünsche von Tsipras. Ohne diese Kredite bricht das gesamte griechische Bankensystem zusammen. Tsipras ist offenbar der einzige, der weiß, dass dieses den totalen Zusammenbruch der griechischen Wirtschaft zur Folge hätte.

Doch all dies sind nur kosmetische Verbesserungen und erfüllen wenigstens den Zweck, den sofortigen Crash zu verhindern. Das Austeriätsprogramm, das die Griechen durchziehen müssen, wird die Wirtschaft innerhalb weniger Monate ruinieren.

Die brutale Verhandlungsführung von Angela Merkel hat zu einem Proteststurm in Europa geführt. Mit dem Platzen der Kredit-Orgie und der Entschlossenheit der Bundesregierung, in der EU ein hartes Regime einzuführen, dürfte der Euro eine Währung auf Abruf sein.

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