FIFA, Siemens und VW: Korruption in der Privatwirtschaft

Jedes Jahr veröffentlicht Transparency International eine Ranking-Liste von korruptionsanfälligen Staaten. Dabei kommt die westliche Welt meist sehr gut davon. Allerdings bezieht diese Liste nur auf den öffentlichen Bereich. Die Dunkelziffer des privaten Sektors ist weitaus höher.

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Seit zwanzig Jahren veröffentlicht Transparency International alljährlich Anfang Dezember einen Korruptionswahrnehmungsindex. Dahinter verbirgt sich eine Art Ranking der Staaten und Territorien im Hinblick auf deren Anfälligkeit, sich bestechen zu lassen. Zuletzt waren es 175, die auf den Prüfstand gekommen waren. Gemessen wird jeweils die bei Politikern und Beamten festgestellte Korruption. Die Untersuchung beschränkt sich also auf Bestechlichkeit im öffentlichen Sektor, während es für Korruption im privaten Bereich keine vergleichbaren Untersuchungen gibt.

In den Ranglisten von Transparency International tauchen die traditionellen westlichen Volkswirtschaften fast ausnahmslos mit weißer Weste auf, allen voran die skandinavischen Staaten mit Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen, gefolgt von der Schweiz auf Rang fünf, den Niederlanden auf acht und Deutschland auf zwölf, Großbritannien auf 14 und USA auf 17. Verglichen damit ist Frankreich auf 26 schon abgeschlagen. Aus diesen guten Noten von Transparency International für den öffentlichen Sektor darf freilich nicht geschlossen werden, dass das auch für den privaten Bereich gilt.

Hohe Wellen schlägt aktuell die von US-Ermittlern aufgedeckte Korruption in den Reihen des in der Schweiz ansässigen Weltfußballverbands Fifa. Dessen Präsident, Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini wurden jetzt in einer spektakulären Aktion von der Fifa für 90 Tage gesperrt. Doch es ist nicht nur diese internationale Sport-Organisation mit Sitz in Zürich, die die Korruption in die politisch sonst angeblich so saubere Schweiz gelangen lässt. In der Privatwirtschaft sind auch Unternehmen aus Deutschland betroffen.

Die Bestechungsaffäre bei Siemens kostete einer Reihe von Vorständen das Amt und erschütterte den deutschen Traditionskonzern in seinen Grundfesten. Schon länger her ist die Korruptionsaffäre bei VW. 2005 waren aus der Firmenleitung der Wolfsburger heraus Mitglieder des Betriebsrates mit finanziellen Zuwendungen, Luxusreisen und Dienstleistungen von Prostituierten bestochen und in ihren Entscheidungen korrumpiert worden. Viel spricht dafür, dass Deutschland und die Schweiz in einem Korruptions-Ranking der Privatwirtschaft nicht so weit vorne stehen würden.

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