Troisdorf: Patient ruft „Allahu Akbar!“, attackiert Arzt mit einem Messer

In Troisdorf wurde ein deutsch-türkischer Chirurg von einem Patienten und seiner Familie mit einem Messer attackiert. Die Angreifer sollen nach Angaben von Augenzeugen „Allahu Akbar“ geschrien haben. Der Staatsschutz ermittelt.

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Der Troisdorfer Chirurg Atilla Tan wurde in seiner Praxis von einem 19-Jährigen, seinem kleineren Bruder und seinem Vater angegriffen. Einer der Angreifer soll ein „mindestens 30 Zentimeter langes Messer“ gehabt haben, berichtet der Express. Der bewaffnete Vater soll bei seiner Attacke geschrien haben: „Ich bin Palästinenser, ich habe so viele Juden abgestochen“. Anschließend soll er gesagt haben: „Entschuldige dich bei meinem Sohn, geh auf die Knie und küsse seine Hand.“ Die Angreifer forderten vom Arzt, auf die Knie zu gehen, was an eine Hinrichtungsszene erinnert. „Der wollte mich enthaupten“, so der Arzt zum Express.

Ein Praxismitarbeiter bestätigt den Vorfall: „Der Vater trat die Praxistür mit den Worten ,Wo ist der Hurensohn? Den bringe ich um‘ auf (…). Wir sind dann nach vorne und haben gesehen, wie er so etwas wie eine Machete gezogen hatte.“

Zwei Praxismitarbeiter und zwei Patienten sollen sich anschließend in der Behandlungskabine versteckt haben. „Währenddessen hörten wird von draußen Schreie und Sachen herumfliegen. Dann wurde dreimal Allahu Akbar gerufen – in dem Moment dachte ich, es ist alles vorbei. Ich dachte, er hat Dr. Tan und seine Frau getötet“, berichtet einer der Augenzeugen.

Bei dem Vorfall erlitt die Frau des deutsch-türkischen Arztes, die ebenfalls in der Praxis arbeitet, einen Herzinfarkt. Die Täter wurden wenig später von der Polizei geschnappt. „Aufgrund der Äußerungen konnte eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden, daher wurde unser Staatsschutz eingeschaltet“, so der Polizeisprecher Frank Piontek.

Auslöser des Gewaltakts soll nach Angaben des Arztes seine Behandlungstipps gewesen sein. Der 19-Jährige hatte einen Wadenbeinbruch erlitten und diesen operieren lassen. Allerdings unterließ er es, den Wadenbeinbruch weiter behandeln zu lassen. Der Arzt Tan soll ihm dann erklärt haben, welche Übungen er zu machen hat, damit sein Wadenbeinbruch nach der OP ausheilt. Doch der Patient wollte offenbar eine schnellere Lösung. Anschließend eskalierte die Situation.

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