Rückschlag für die USA: Erdogan und Putin beschließen Turkish Stream

Die Türkei und Russland werden die Pipeline Turkish Stream bauen. Damit erhält die EU eine Chance, Energie über eine Route zu bekommen, die nicht durch die Ukraine führt. Die US-Regierung hatte bis zuletzt gegen das Projekt gekämpft.

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Die Präsidenten Putin und Erdogan am Monatg in Ankara. (Foto: dpa)

Die Präsidenten Putin und Erdogan am Monatg in Ankara. (Foto: dpa)

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Während des Streits zwischen Ankara und Moskau lag das Projekt auf Eis. Nach der Aussöhnung besiegeln Präsident Erdogan und Kremlchef Putin nun den Bau der Pipeline Turkish Stream. Erdogan will sein Land zum „Erdgas- und Energiehandelszentrum“ machen ´ auch für die EU.

Zwei Monate nach ihrer Aussöhnung haben der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin den Bau der lange geplanten Gaspipeline Turkish Stream besiegelt. Die Energieminister beider Länder unterzeichneten am Montagabend in Istanbul in Anwesenheit Erdogans und Putins ein entsprechendes Regierungsabkommen. Durch die Pipeline soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer über die Türkei bis an die Grenze Griechenlands gebracht werden.
Mit Turkish Stream und mit der geplanten Pipeline Nord Stream will Russland die Ukraine bei der Belieferung der EU mit Gas umgehen. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, sagte, das Abkommen sehe den Bau von zwei Röhren auf dem Grund des Schwarzen Meeres vor. Die Fertigstellung der ersten Röhre sei für 2019 geplant.

Erdogan und Putin nahmen am Montag am Weltenergiekongress in Istanbul teil und kamen anschließend zu einem bilateralen Treffen in der Bosporus-Metropole zusammen. Bei der Tagung kündigte Erdogan umfangreiche Investitionen an, „um unser Land zum Erdgas- und Energiehandelszentrum zu machen“. Die Türkei leiste damit auch „einen Beitrag zur Erdgasversorgungssicherheit Europas“. Putin bekannte sich bei dem Kongress klar zu dem Projekt Turkish Stream, das während der monatelangen Krise zwischen Russland und der Türkei auf Eis lag.

Die südlich um die Ukraine herum verlaufende Pipeline Turkish Stream gilt als Nachfolgeprojekt der früheren South-Stream-Pläne, die infolge der Spannungen mit Moskau in der Ukraine-Krise gescheitert waren. Statt bis nach Bulgarien soll die vom russischen Küstenort Anapa durch das Schwarze Meer und die Türkei geführte Leitung nun bis nach Griechenland weitergebaut werden. Pro Jahr soll die Trasse bis zu 63 Milliarden Kubikmeter schaffen, zunächst sind von 2017 an knapp 15,6 Milliarden Kubikmeter für den Eigenverbrauch der Türkei geplant.

Mit Turkish Stream würde die Türkei zu einem Energy-Hub werden aufsteigen. Es würde zu einer wirtschaftlichen Verschmelzung zwischen Russland, der EU und der Türkei kommen. Es würde sich von Russland über die Türkei nach Europa ein großer Wirtschaftsraum bilden, der nicht unter der Kontrolle der USA steht. Der russische Anteil am europäischen Gasmarkt würde steigen.

Die US-Regierung hatte in den vergangenen Jahren das Projekt zu torpedieren versucht: Die Amerikaner wollen mit Fracking den Russen in Europa Konkurrenz machen. Über die Ukraine hoffte die US-Regierung, die Pipelines aus Russland zu kontrollieren. Auf diese Weise hätte die US-Anbieter Flankenschutz, etwa bei der Preisfindung oder der Energiesicherheit. In den vergangenen Wochen sind die ersten Schiffe mit Flüssiggas aus den USA in Europa angekommen.

Ungarn und Griechenland kooperieren bereits mit Russland bei Turkish Stream. Interessant: Sowohl Ungarn (Nationalismus) als auch Griechenland (Schuldenkrise) wurden in der EU in den vergangenen Monaten in die Rolle von Außenseitern gedrängt. Die Tatsache, dass sie von Turkish Stream profitieren, könnte die Zentrifugalkräfte in der EU verstärken.

Genau andersherum verhält es sich mit Polen: Die Polen fahren einen streng antirussischen und proamerikanischen Kurs. Die neue Pipeline wird auch ihre Position schwächen, weil das Land damit seine Bedeutung für eine Ausweichroute verliert. Die Russen haben in Energiefragen den Polen seit langem misstraut.

Die Polen hatten zuletzt auch Nord Stream blockiert

Während des Streits zwischen Ankara und Moskau lag das Projekt auf Eis. Nach der Aussöhnung besiegeln Präsident Erdogan und Kremlchef Putin nun den Bau der Pipeline Turkish Stream. Erdogan will sein Land zum „Erdgas- und Energiehandelszentrum“ machen – auch für die EU.

Zwei Monate nach ihrer Aussöhnung haben der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin den Bau der lange geplanten Gaspipeline Turkish Stream besiegelt. Die Energieminister beider Länder unterzeichneten am Montagabend in Istanbul in Anwesenheit Erdogans und Putins ein entsprechendes Regierungsabkommen. Durch die Pipeline soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer über die Türkei bis an die Grenze Griechenlands gebracht werden.
Mit Turkish Stream und mit der geplanten Pipeline Nord Stream will Russland die Ukraine bei der Belieferung der EU mit Gas umgehen. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, sagte, das Abkommen sehe den Bau von zwei Röhren auf dem Grund des Schwarzen Meeres vor. Die Fertigstellung der ersten Röhre sei für 2019 geplant.

Erdogan und Putin nahmen am Montag am Weltenergiekongress in Istanbul teil und kamen anschließend zu einem bilateralen Treffen in der Bosporus-Metropole zusammen. Bei der Tagung kündigte Erdogan umfangreiche Investitionen an, „um unser Land zum Erdgas- und Energiehandelszentrum zu machen“. Die Türkei leiste damit auch „einen Beitrag zur Erdgasversorgungssicherheit Europas“. Putin bekannte sich bei dem Kongress klar zu dem Projekt Turkish Stream, das während der monatelangen Krise zwischen Russland und der Türkei auf Eis lag.

Die südlich um die Ukraine herum verlaufende Pipeline Turkish Stream gilt als Nachfolgeprojekt der früheren South-Stream-Pläne, die infolge der Spannungen mit Moskau in der Ukraine-Krise gescheitert waren. Statt bis nach Bulgarien soll die vom russischen Küstenort Anapa durch das Schwarze Meer und die Türkei geführte Leitung nun bis nach Griechenland weitergebaut werden. Pro Jahr soll die Trasse bis zu 63 Milliarden Kubikmeter schaffen, zunächst sind von 2017 an knapp 15,6 Milliarden Kubikmeter für den Eigenverbrauch der Türkei geplant.

Mit Turkish Stream würde die Türkei zu einem Energy-Hub werden aufsteigen. Es würde zu einer wirtschaftlichen Verschmelzung zwischen Russland, der EU und der Türkei kommen. Es würde sich von Russland über die Türkei nach Europa ein großer Wirtschaftsraum bilden, der nicht unter der Kontrolle der USA steht. Der russische Anteil am europäischen Gasmarkt würde steigen.

eine Pipeline, mit der die Energieunabhängigekeit Deutschland gesichert werden soll. Durch Turkish Stream ist die polnische Position in diesem Streit mit Russland geschwächt.

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