Finanzen

Börse: Dax schließt 0,5 Prozent im Plus

Lesezeit: 1 min
07.01.2015 19:26
Der Euro fällt auf ein 9-Jahrestief, die Eurozone rutscht in die Deflation, und in den USA geht das erste Fracking-Unternehmen pleite.
Börse: Dax schließt 0,5 Prozent im Plus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Erstmals seit fast sechs Jahren ist der Preis für die wichtige Nordsee-Ölsorte Brent am Mittwoch zeitweise unter die Marke von 50 Dollar je Fass gerutscht. "Die Stimmung an den Rohölmärkten ist so schlecht wie seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr", sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze. Experten fürchten einen weiteren Preisverfall. Das dürfte die Verbraucherpreise in der Euro-Zone weiter in den Keller drücken und das Risiko einer für die Konjunktur ruinösen Deflation erhöhen. Dem könnte nur die EZB mit der weiteren Öffnung der Geldschleusen beikommen. Während die Aktienanleger positiv reagierten, rutschte der Euro auf ein Neun-Jahres-Tief von rund 1,18 Dollar.

Ein Überangebot an Rohöl bei zugleich schwächelnder Nachfrage setzt den Ölpreisen seit Juni zu, die sich seither mehr als halbiert haben. Öl kostet damit so wenig wie zuletzt im Frühjahr 2009, als der Welthandel nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers kollabiert war. Viele Anleger sehen in den Turbulenzen an den Ölmärkten ein Zeichen für die angeschlagene Weltwirtschaft. Entsprechend nach unten ging es zuletzt auch an den Aktienmärkten.

Der Dax kommt seit Jahresanfang auf ein Minus von 3,4 Prozent, der EuroStoxx50 sogar auf eines von über vier Prozent. Am Mittwoch stabilisierten sich die Kurse etwas. Der Dax schloss mit 9518,18 Punkten 0,5 Prozent im Plus, der EuroStoxx legte 0,6 Prozent auf 3026,79 Zähler zu. Dazu trug der Rückgang der Inflationsrate in der Euro-Zone im Dezember bei - es war der erste seit mehr als fünf Jahren. Spekulationen, die EZB könnte gleich bei ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr am 22. Januar Details für ein großangelegtes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen bekanntgeben, machten die Runde. Denn wenn die Währungshüter den Verfall der Verbraucherpreise nicht aufhalten können, droht der Euro-Zone eine Deflation - eine Spirale aus sinkenden Preisen und rückläufigen Investitionen.

Die Aussicht auf eine neue Euro-Geld-Schwemme brachte den Euro massiv unter Druck. Weitere Kursverluste scheinen vorprogrammiert: Denn in den USA steht für 2015 die erste Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 im Raum - also eine Verknappung des Geldes. Nach starken Konjunkturdaten zogen auch die Kurse an der Wall Street an. Zum Handelsschluss in Europa notierten Dow-Jones - und S&P500 je etwa 0,6 Prozent höher.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Mit digitalem Gold auf Erfolgskurs

Die Vervielfachung der Geldmenge hat enorme Auswirkungen. Die Inflation ist nicht mehr aufzuhalten. Auf der anderen Seite zeichnet sich...

DWN
Politik
Politik EILMELDUNG - Jetzt bahnt sich auch ein digitaler EU-Impfpass an

Am 25. und 26. Februar werden die Mitglieder des Europäischen Rates zusammenkommen, um über die Einführung von digitalen Impfpässen zu...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Ausverkauf geht weiter: Nächster deutscher Hightech-Konzern wird vom Ausland übernommen

Trotz ständigen Bekundungen der Bundesregierung, strategisch wichtige Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland zu schützen, geht der...

DWN
Deutschland
Deutschland Plötzlich üben die Medien Kritik an Spahn, doch es ist zu spät

Die Medienlandschaft hat sich dazu durchgerungen, Jens Spahn zu kritisieren. Doch es ist zu spät, obwohl die Deutschen...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank warnt vor überhöhten Immobilienpreisen

Im vergangenen Jahr haben die „markanten Preisübertreibungen“ auf dem Wohnungsmarkt zugenommen, so die Bundesbank. Teilweise liegen...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitale Zentralbankwährungen für den Großhandel und Einzelhandel bahnen sich an

In einem aktuellen Bericht plädiert die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich für die Einführung von digitalen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zwischen Russland und Saudi-Arabien bahnt sich ein neuer Ölpreis-Krieg an

Im März findet das nächste Treffen der OPEC + statt. Während Saudi-Arabien die Öl-Produktion weiter drosseln will, plädiert Russland...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld-Nutzung in den USA ist während der Pandemie gestiegen

In den USA ist nach Angaben eines Unternehmens für Sicherheitsdienste und Werttransporte die Bargeldnutzung gestiegen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Schwab hatte es „vermutet“: Großunternehmen werden größer, während Kleinunternehmen ganz verschwinden

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab schreibt in seinem Buch „Covid-19: Der Grosse Umbruch“, das im Juli 2020 erschienen...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundeskabinett beschließt Einführung des digitalen Impfpasses

Das Bundeskabinett hat am Montag die Einführung eines digitalen Impfpasses beschlossen, damit Geimpfte Restaurants und Konzerte besuchen...

DWN
Politik
Politik Blackwater-Gründer Prince spielte zentrale Rolle im Libyen-Krieg

Einem UN-Bericht zufolge spielte der Blackwater-Gründer Erik Prince eine wichtige Rolle im Libyen-Konflikt. Dass die UN erst jetzt auf...

DWN
Finanzen
Finanzen BÖRSE AKTUELL: Heftige Korrektur bei Bitcoin - jetzt wird der Einstieg vollends zum Vabanque-Spiel

Gestern vermeldeten wir den rapiden Kursverfall der Kryptowährung "Bitcoin". Heute liefert unser Börsen-Experte Andreas Kubin, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax: Anleger hoffen nach Powells Rede weiter auf Riesen-Konjunkturpaket aus den USA

Die Börsen entwickeln sich langsam weiter. Heute Nachmittag warten die Anleger auf wichtige Konjunkturdaten.

DWN
Politik
Politik E-Patientenakte: Merkel und Spahn haben den Datenschutz ausgehebelt, doch keiner hat es bemerkt

Die Bundesregierung hat durch ein neues Patientenakten-Gesetz den Datenschutz ausgehebelt. In der Akte sollen alle relevanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt

Obi, Media Markt, Breuninger und Co. wollen nicht länger auf Zugeständnisse der Politik warten. Immer mehr Händler versuchen, vor...