Finanzen

Börse: Dax schließt 1,5 Prozent im Minus

Lesezeit: 2 min
17.03.2015 18:56
Der Dax tut etwas Ungewöhnliches: Er fällt. Klar war der Index zu heiß gelaufen - aber das war er schon seit Wochen. Entscheidend ist vielmehr, dass nun die US-Märkte das Ende der ultralaxen Geldpolitik vor der morgigen Fed-Sitzung einpreisen - ob zurecht, wird sich zeigen.
Börse: Dax schließt 1,5 Prozent im Minus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Europas Aktienanleger haben am Dienstag Kasse gemacht. Der Dax fiel um 1,5 Prozent auf 11.980,85 Punkte und gab damit einen großen Teil des Vortagesgewinns wieder ab. Der EuroStoxx50 verlor 0,9 Prozent auf 3672,16 Zähler. "Das ist eine mehr als gesunde Korrektur", sagte FXCM-Analyst Jens Klatt. Der Anstieg von 24 Prozent seit Jahresbeginn erinnere schon an eine Blase. Nun sei nur zu hoffen, dass die Schnäppchen-Jäger nicht wieder zu früh zuschlügen. Zuletzt waren Rücksetzer von Anlegern häufig zum Einstieg genutzt worden. Am Vortag hatte der Dax erstmals die 12.000er Marke übersprungen.

Vorsichtig stimmte die Anleger die zweitägige Zinssitzung der US-Notenbank mit einer Pressekonferenz von Fed-Chefin Janet Yellen am Mittwoch. An der Wall Street fielen Dow-Jones - und S&P500 bis zum Handelsschluss in Europa um 0,8 und 0,5 Prozent. Investoren halten es für möglich, dass die Fed aus ihrem Statement den Passus streicht, wonach die Zinswende geduldig angegangen werden könne. Die US-Notenbank hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 - dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise - auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Für lange Gesichter sorgte der ZEW-Index: Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in Deutschland stieg im März zwar um 1,8 auf 54,8 Zähler. Ökonomen hatten allerdings mit einem kräftigeren Anstieg auf 58,2 Zähler gerechnet.

Der Euro, der zu Wochenbeginn auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 1,0456 Dollar gefallen war, erholte sich auf rund 1,06 Dollar. Die Renditen der europäischen Staatsanleihen zogen ebenfalls wieder an.

Die rote Laterne im Dax trugen Daimler mit einem Abschlag von 4,3 Prozent. Die UBS riet ihren Kunden, die Aktien nach zuletzt deutlichen Kursgewinnen zu verkaufen. Ansonsten gingen die Verkäufe der Anleger quer durch alle Branchen. So zählten ThyssenKrupp mit einem Minus von 3,5 Prozent ebenso wie der Vortagesfavorit K+S mit einem Abschlag von drei Prozent zu den größten Verlierern.

Im MDax straften Anleger Leoni trotz einer höheren Dividende ab. Die Titel rutschten fast drei Prozent ab. Händlern zufolge konnte der Ausblick die Investoren nicht überzeugen. Hugo Boss verloren nach einer Aktienplatzierung 3,3 Prozent. Der Finanzinvestor Permira trennte sich von seinem verbliebenen Aktienpaket des Modekonzerns.

Nur die Aktien von Lufthansa und E.ON trotzten dem Trend und legten 1,8 und 0,5 Prozent zu. Erstere profitierten laut Händlern von den wieder fallenden Ölpreise, die die Kosten für die Fluggesellschaft drückten. Der Versorger kündigte derweil einen Dividendentausch in Aktien an.Im MDax profitierten Telefonica Deutschland von einer Analystenempfehlung und stiegen um 2,5 Prozent.

In London stürzten die Aktien der Modekette French Connection um 10,6 Prozent ab: Anleger zeigten sich dennoch enttäuscht, dass die Firma nicht die angestrebte Kehrtwende geschafft hat.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Russische und chinesische Bomber führen gemeinsame Übungsflüge durch / Frage stellt sich immer mehr: Wer ist Freund, wer Feind?

Die Kooperation zwischen China und Russland nimmt Konturen an. Aber wer stellt sich Ihnen entgegen? Und sind Peking und Moskau wirklich...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Die USA gehören wegen ihrer Sanktionspolitik vor den Internationalen Gerichtshof

Lesen Sie das Interview von DWN-Autor Ralf Paulsen mit dem ehemaligen Sekretär der UN-Menschenrechtskommission und weltweit anerkannten...

DWN
Politik
Politik "Die russischen Soldaten stehlen alles - selbst Hundehütten"

Die DWN haben ein drittes Telefon-Interview mit dem ukrainischen Musiker Roman Antonyuk geführt, der mit seiner Familie in Lwiw (Lemberg)...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein "Mist" aus Russland: Bauern schlagen Alarm

Seit die Düngemittel-Importe aus Russland von der EU gestoppt wurden, herrscht Dünge-Mangel auf den europäischen Feldern.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globalisierung am Ende: Lieferketten werden dauerhaft unterbrochen bleiben

Der Abbruch vieler Lieferketten deutet auf das Ende der Globalisierung. Für die Weltwirtschaft wird es kein Zurück zum Zustand vor Corona...

DWN
Politik
Politik Griechenland beschwert sich bei UN wegen türkischer Kampfbomber

Im Konflikt mit der Türkei hat Griechenland nun die UN eingeschaltet. Denn türkische Kampfbomber überfliegen regelmäßig bewohnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz...