Gemischtes

VW-Aktie stürzt ab, Bundesregierung spricht mit Winterkorn

VW-Chef Winterkorn trifft am Montag mit Verkehrsminister Dobrindt zusammen. Angeblich will man über die Manipulationen beraten. Eigentlich gibt es da nicht viel zu beraten: VW hat die Manipulationen gestanden und muss nun für eine Bestrafung in den USA aufkommen. Die Bundesregierung sollte sich aus dieser Sache heraushalten.
21.09.2015 12:36
Lesezeit: 1 min
VW-Aktie stürzt ab, Bundesregierung spricht mit Winterkorn
Die VW-Aktie am Montag mit schweren Verlusten. (Grafik: ariva.de)

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Volkswagen -Chef Martin Winterkorn beraten Regierungskreisen zufolge "über die Manipulation von Abgaswerten durch den Konzern", wie Reuters wörtlich schreibt. Das Gespräch solle noch am Montag stattfinden, bestätigten zwei Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Daran solle auch der Präsident des Kraftfahrtbundesamtes (KBA), Ekhard Zinke, teilnehmen. VW hatte eingeräumt, Abgaswerte von Diesel-PKW in den USA manipuliert zu haben. Das Verkehrsministerium äußerte sich zunächst nicht. Was ein solches Gespräch soll, ist unklar: VW hat die Manipulationen am Sonntag zugegeben - und muss nun die Folgen tragen. Es ist unklar, ob VW staatliche Unterstützung in irgendeiner Form in Anspruch nehmen möchte.

VW musste am Montag einen Aktien-Einbruch in der Spitze um fast 22 Prozent auf 127 Euro hinnehmen - es war der größte Kurssturz seit knapp sieben Jahren. Durch den aktuellen Kurssturz verlor der Wolfsburger Konzern rund 16,5 Milliarden Euro an Börsenwert. Das entspricht in etwa der gesamten Marktkapitalisierung von Beiersdorf. Am Sonntag hat VW überraschend Abgas-Manipulationen in den USA zugegeben. Dort droht nun ein Prozess und eine Milliarden-Strafe.

Der gesamte Autosektor musste am Montag Verluste verzeichnen. Daimler und BMW verloren im Dax jeweils rund vier Prozent. Der Zulieferer ElringKlinger rutschte im MDax um 21,1 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 16,56 Euro, Zulieferer Leoni gaben in der Spitze knapp fünf Prozent nach. Der europäische Branchenindex fiel zeitweise um fast sieben Prozent. Insgesamt gab der Dax am Montag um 0,8 Prozent auf 9831 Zähler nach.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Technologie
Technologie Fachkräftemangel? Roboter bauen schon heute Häuser – schneller, günstiger, sicherer
31.08.2025

Die Baustelle der Zukunft: Roboter, Drohnen und autonome Helfer übernehmen Aufgaben rund um den Bau – präzise, effizient und 24 Stunden...

DWN
Politik
Politik Was will Trump, der „amerikanische Erdogan“?
31.08.2025

Donald Trump greift die Fed und Amerikas Institutionen frontal an – mit Folgen, die weit über die USA hinausreichen. Droht Europa ein...

DWN
Politik
Politik Trump-Krise: Rebellion im Herzen der MAGA-Bewegung
31.08.2025

Donald Trump sieht sich mit der größten internen Rebellion seiner Amtszeit konfrontiert. Der Epstein-Skandal droht, seine Machtbasis in...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienerwerb: Umfrage offenbart Wissenslücken beim Immobilienkauf
31.08.2025

Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung kann schnell Hunderttausende Euro kosten, doch viele Menschen kennen wichtige Bedingungen nicht....

DWN
Finanzen
Finanzen Polen setzt auf Atomenergie: Orlen verspricht den Bau des ersten SMR-Reaktor Europas
31.08.2025

Polen baut Europas ersten Small Modular Reactor (SMR) vom Typ BWRX-300. Während Warschau auf Kernkraft setzt, könnte Deutschland bald...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fossiles Heizen: Explodieren die Preise 2027?
30.08.2025

Seit Jahren herrscht ein Kampf in Europa: Wie kann man die klimaschädlichsten Aspekte des Gebäudesektors in Angriff nehmen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wird die Grundsteuer erhöht? Zu viele Ausgaben, zu wenig Einnahmen - deutsche Kommunen vorm finanziellen Kollaps
30.08.2025

Fast neun von zehn Städten und Gemeinden in Deutschland droht in absehbarer Zeit die Pleite, wie der Stadt Moers in NRW. Die Kommunen...

DWN
Technologie
Technologie Atomkraftwerke in Deutschland: Rückbau "läuft auf Hochtouren"
30.08.2025

Seit dem endgültigen Atomausstieg läuft in Deutschland der Rückbau von Kernkraftwerken. Doch wie weit ist dieser Prozess tatsächlich?...