Politik

BKA-Chef: Russland will unsere Demokratie schwächen

Russische Sabotage und Spionage nehmen laut BKA-Präsident Münch zu. Er fordert: Deutschland braucht bessere Daten zu Drohnenüberflügen.
29.12.2025 13:11
Lesezeit: 1 min

BKA-Chef: Russland will unsere Demokratie schwächen

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, hat angesichts einer wachsenden Einflussnahme Russlands eine bessere Datenlage über Drohnenüberflüge eingefordert. „Deutschland als starker Unterstützer der Ukraine gerät immer stärker in den Fokus russischer Sabotage und Spionage. Russland will unsere Demokratie schwächen“, sagte Münch dem Tagesspiegel. Es sei eine „deutliche Zunahme der Sabotage- und Spionageverdachtsfälle“ zu beobachten.

„Die Zahl der Verfahren mit Bezug zu russischen Akteuren beim Generalbundesanwalt ist deutlich gestiegen“, sagte Münch. Auch im Cyberbereich sei eine klare Zunahme hacktivistischer Aktivitäten mit Nähe zum russischen Staat festgestellt worden. Dazu kämen Desinformationskampagnen oder Drohnenaktivitäten. Aber: „Wir haben bislang keine Beweise dafür, dass der russische Staat systematisch Drohnen über Deutschland fliegen lässt“, so Münch.

Drohnenführer werden selten festgestellt

Die Datenlage zu Drohnenüberflügen müsse verbessert werden. „Wir haben in diesem Jahr eine niedrige vierstellige Zahl an Sichtungen über den Standorten von kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen dokumentiert. Viele dieser erfassten Drohnenüberflüge sind Sichtungen durch Menschen, nicht durch technische Einrichtungen“, sagte Münch. Das müsse sich ändern. Die Drohnenführer hätten in den seltensten Fällen festgestellt werden können.

Münch sagte, dass die Überwachung ausgebaut werde, „zuerst an Flughäfen, militärischen Einrichtungen und etwa großen Rüstungsunternehmen und Energieversorgern“. Alle Daten müssten dann im neuen Drohnenabwehrzentrum der Bundespolizei zusammengeführt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rekordschlussstände für S&P 500 und Nasdaq, während der Waffenstillstand hält
05.05.2026

Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell antreiben und warum die Anleger trotz globaler Spannungen optimistisch bleiben.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...