Finanzen

US-Börsen: Roter Februar an den Börsen: KI-Sorgen vernichten Kursgewinne

Die US-Börsen schlossen am Freitag im Minus, da eine unerwartet hohe Inflation und die Stellenstreichungspläne des Finanzdienstleisters Block die Anleger verunsicherten.
27.02.2026 22:54
Lesezeit: 2 min
US-Börsen: Roter Februar an den Börsen: KI-Sorgen vernichten Kursgewinne
Wall Street sign with american flags and New York Stock Exchange in Manhattan, New York City, USA. (Foto: lucky-photographer/iStock) Foto: lucky-photographer/iStock

Der Dow Jones Industrial Average fiel bis zum Tagesende um über 500 Punkte bzw. 1 Prozent. Der Nasdaq Composite und der S&P 500 gaben 0,8 Prozent bzw. 0,4 Prozent nach. Damit beendeten alle drei wichtigen Indizes den Februar mit Verlusten: Dow Jones und Nasdaq verloren im Monatsverlauf über 2 Prozent, der S&P 500 fiel um 1,5 Prozent.

Am meisten erschreckte die Anleger am Freitag die Beschleunigung der Großhandelsinflation. So stellte sich heraus, dass der Erzeugerpreisindex im Januar im Monatsvergleich um 0,5 Prozent stieg und damit die Erwartungen der Analysten von 0,3 Prozent übertraf. Noch besorgniserregender war die Kerninflation, die auf 0,8 Prozent sprang, während nur ein Anstieg von 0,3 Prozent prognostiziert worden war. Dies deutet darauf hin, dass der Preisanstieg in den USA hartnäckiger ist als erwartet und die Inflation keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt.

Die Situation wurde keineswegs durch die Nachricht des Fintech-Unternehmens Block verbessert, fast die Hälfte der Belegschaft zu entlassen. Grund für die Entlassungen ist die Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die eine effizientere Umgestaltung der Arbeitsprozesse ermöglicht. Die Nachricht verstärkte die Angst, dass der Siegeszug der KI zu einem umfassenden Arbeitsplatzabbau führen könnte.

Nvidia-Aktie setzt Talfahrt fort

Bereits den zweiten Tag in Folge schloss die Aktie des Chipherstellers Nvidia im roten Bereich. Obwohl die Ergebnisse des vierten Quartals die Erwartungen der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertrafen, reichte dies nicht für einen positiven Impuls aus. Die bisherige Euphorie wich einer ernüchternden Realität, und Nvidia wurde zur größten Bremse für den Markt. Während die Aktie gestern bis Handelsschluss um 5,46 Prozent einbrach, fiel sie heute um weitere 4,16 Prozent.

Rückzug von Netflix lässt Aktienkurs steigen

Im Unterhaltungssektor sorgte Netflix für eine positivere Note. Die Aktie stieg nach der Ankündigung, die Übernahmebemühungen um Warner Bros. Discovery aufzugeben. Bis zum Ende des Börsentages war die Aktie des Unternehmens um fast 14 Prozent gestiegen.

Der Rückzug von Netflix machte auch den Weg frei für den Rivalen Paramount Skydance, dessen Aktie in Erwartung eines Deals ebenfalls zulegte. Der Tag wurde mit einem Anstieg von satten 20 Prozent beendet.

Wie entwickeln sich die Edelmetalle?

Während die Indexfonds ächzten, zeigten die Edelmetalle erneut Stärke. Der Preis für Gold-Futures stieg im Laufe des Handelstages am Freitag über die Marke von 5.250 Dollar und verzeichnete damit bereits den siebten Anstiegsmonat in Folge. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis bereits um fast 20 Prozent gestiegen.

Ein noch stärkeres Wachstum zeigte Silber, dessen Futures-Preis allein in der letzten Woche um 14 Prozent gestiegen ist, was den Anstieg seit Jahresbeginn auf 21 Prozent bringt.

Hinter der Rallye der Edelmetalle stehen die verstärkte militärische Präsenz der USA im Nahen Osten und die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit dem Iran. „Ich bin nicht zufrieden damit, dass sie nicht bereit sind, uns nachzugeben. Ich bin nicht begeistert davon. Wir werden sehen, was passiert“, äußerte Präsident Donald Trump am Freitag gegenüber Journalisten seinen Unmut.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Iran-Krieg: Rechte für Nahost-Urlauber – wann Sie Teile des Reisepreises zurückfordern können
13.03.2026

Der Iran-Krieg und die Eskalation im Nahen Osten haben zahlreiche Reisen abrupt verändert. Für Nahost-Urlauber wurde der Urlaub zur...

DWN
Politik
Politik Trump erwägt US-Bodenoperationen im Iran: Zwei riskante Angriffsoptionen im Fokus
13.03.2026

In Washington werden zwei riskante Bodentruppenoperationen im Iran geprüft, die das Atomprogramm und die wirtschaftliche Basis des Regimes...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiemärkte unter Druck: USA lockern Sanktionen gegen russisches Öl
13.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten zwingt die US-Regierung zu einem pragmatischen Kurswechsel. Um den rasant steigenden Ölpreisen...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg im Fokus: Wie stark ist Europa wirklich betroffen?
13.03.2026

Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran verschärft die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und rückt...

DWN
Finanzen
Finanzen Vom Sorgenkind zum Börsenkandidaten: Vincorions Weg aufs Parkett
13.03.2026

Lange Zeit flog Vincorion unter dem Radar der großen Märkte. Als Randsparte im Jenoptik-Konzern eher stiefmütterlich behandelt, hat sich...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 11: Die wichtigsten Analysen der Woche
13.03.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 11 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenzwelle in Deutschland: Höchststand seit über einem Jahrzehnt
13.03.2026

Die wirtschaftliche Anspannung in Deutschland erreicht einen neuen Peak: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf den...

DWN
Technologie
Technologie Biometrische Daten: BKA und Bundespolizei erhalten neue Befugnisse
13.03.2026

Das BKA und die Bundespolizei sollen künftig biometrische Daten aus dem Internet nutzen dürfen. Kritiker warnen vor Bürgerrechtsrisiken,...