Finanzen

China-Krise birgt große Risiken für Deutschland

Lesezeit: 1 min
29.10.2015 01:41
Der Abschwung in China birgt nicht nur für die Volkswirtschaften Südost-Asiens, sondern auch für die deutsche Exportwirtschaft große Risiken. Kein anderes EU-Land ist so abhängig vom China-Geschäft wie Deutschland. Doch spätestens nach der Zinserhöhung durch die US-Notenbank wird der Konsum in China drastisch einbrechen.
China-Krise birgt große Risiken für Deutschland

Benachrichtigung über neue Artikel:  

China hat derzeit mit mehreren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Das Wirtschaftswachstum hat sich verlangsamt und die Regierung in Peking versucht, die Abkühlungsphase des überhitzten Immobilienmarkts unter Kontrolle zu bringen. Die Volkswirtschaften Südostasiens sind besonders vom Abschwung in China betroffen, da sie enge Handelsbeziehungen mit dem Land haben, berichtet PricewaterhouseCoopers. Die Rohstoffproduzenten leiden ebenfalls unter dieser Entwicklung, weil die Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums zwangsläufig zum Nachfragerückgang bei Rohstoffen führt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schwellenländer – einschließlich China – einen schweren wirtschaftlichen Schlag erleiden werden, sobald die US-Notenbank die Zinsen erhöht.

Die betroffenen Staaten werden dann mit massiven Kapitalabflüssen zu kämpfen haben, in deren Abhängigkeit sie stehen, weil sie über ausländische Kapitalzuflüsse ihre Handelsbilanzdefizite finanzieren. Eine Verknappung der Liquidität ist in den Schwellenländern weitaus wahrscheinlicher als in den Industriestaaten. Die Folgen wären ein drastischer Rückgang der Kreditvergabe durch Finanzinstitute in Verbindung mit einem Konsumrückgang. Eine Zinserhöhung durch die Fed würde auch gleichzeitig zu einer weiteren Aufwertung des Dollars führen, was wiederum die Schulden der Schwellenländer ansteigen lassen würde. Denn diese sind in Dollar notiert. 2,6 Billionen der Dollar-Schulden gehen auf Unternehmen  aus den Schwellenländern zurück. In diesem Zusammenhang sind die Türkei, Peru, Kolumbien, China, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Chile, Indonesien, Malaysia und Südafrika die anfälligsten Länder.

Deutsche Exportfirmen bekommen die Negativ-Entwicklung in China bereits jetzt zu spüren. Die Exporte in die Volksrepublik legten im ersten Halbjahr 2015 gerade einmal um 0,8 Prozent zu. Die deutsche Industrie schaut mit Skepsis in die Zukunft. Die Betriebe rechnen zwar nach Informationen des ifo-Instituts noch mit anziehenden Exporten, jedoch mit geringeren Zuwachsraten als zuletzt. „Auf mittlere Sicht wird sich die deutsche Wirtschaft von der Schwäche in China nicht mehr abkoppeln können“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Langfristig setzen Schlüsselbranchen wie Auto- oder Maschinenbau allerdings auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. „China ist der Markt Nummer eins für den deutschen Maschinenbau und er bleibt der Markt Nummer eins auf absehbare Zeit“, so der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Thilo Brodtmann. Von Januar bis Juni gingen die Exporte der Maschinenbauer nach China um etwa fünf Prozent zurück, berichtet die Financial Times.

Kein anderes EU-Land ist so abhängig vom China-Geschäft wie Deutschland: 5,4 Prozent der deutschen Exporte landeten dort im ersten Quartal 2015. In Frankreich waren es nur 3,2 Prozent, in Großbritannien 3,1 Prozent. Insgesamt verkauften die deutschen Unternehmen im ersten Halbjahr Waren im Wert von 36 Milliarden Euro in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Politik
Politik Great Reset: Ansichten von SPD-Chefin Esken decken sich mit der Agenda des Weltwirtschaftsforums

Fleischverzicht, eine drastische Reduzierung von Flügen und weitere Maßnahmen sollen laut SPD-Chefin Saskia Esken gut sein, um das Klima...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schwört Bevölkerung auf fortgesetzten Lockdown ein

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für Lockerungen, doch die Bundesregierung und ihre Experten halten dagegen und schließen ein...

DWN
Politik
Politik In ihrem Klimawahn zerstört die EU Europas Auto-Industrie: „Wir werden eine Arbeitslosigkeit erleben, wie wir sie noch nie gehabt haben“

Neue Pläne der EU-Kommission bedeuteten faktisch ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Mehrere gewichtige Stimmen aus der Autobranche warnen...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Politik
Politik Corona-Homeoffice: Lehrer masturbiert vor Schülern während Zoom-Sitzung

Während einer Zoom-Sitzung mit seinen Schülern hat ein Lehrer masturbiert. Nach eigenen Angaben hatte er geglaubt, dass die Sitzung...

DWN
Politik
Politik Sky-Moderator: „Globalisten“ verhelfen mit dem Great Reset China und Big Tech zur Weltmacht

Der Sky-Moderator Rowan Dean berichtet, dass die „Globalisten“ des Weltwirtschaftsforums den Niedergang der USA bis 2030 propagieren....

DWN
Politik
Politik Seekabel von Asien nach Europa: China treibt digitale Seidenstraße voran

Über ein Netz von Seekabeln setzt China sein Projekt zur digitalen Seidenstraße um. Das Kabelnetz soll Asien mit Afrika und Europa...

DWN
Deutschland
Deutschland Koalition will Schuldenbremse auch noch 2022 aussetzen

Union und SPD sind sich darüber einig, dass sie die Schuldenbremse auch 2022 noch nicht wieder einhalten wollen. Konservativere Stimmen in...

DWN
Deutschland
Deutschland Reisen innerhalb von Deutschland nur noch mit Impfpass?

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte am Freitagmorgen, er könne sich "auf jeden Fall" vorstellen, dass...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesagentur braucht deutlich mehr Steuergeld für Kurzarbeit

Die grassierende Kurzarbeit hat den massiven Schaden, der durch die Corona-Maßnahmen verursacht worden, bisher recht gut verdeckt. Doch...

DWN
Deutschland
Deutschland Wirtschaft warnt vor den Folgen eines fortgesetzten Lockdowns

Deutsche Wirtschaftsverbände warnen die Politik vor den verheerenden Folgen des anhaltenden Lockdowns und fordern klare Schritte in...

DWN
Politik
Politik Corona als Vorwand? Das Recht auf Versammlungsfreiheit in Europa ist bedroht

Der Denkfabrik „Carnegie Europe“ zufolge missbrauchen europäische Regierungen die Pandemie dazu, die bürgerlichen Freiheiten in...

DWN
Politik
Politik Bidens erster Luftschlag: USA greifen Ziele in Syrien an

Die US-Luftwaffe hat auf Anordnung des neuen Präsidenten Joe Biden Stellungen im Osten Syriens attackiert. Ziele waren nach Angaben des...

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Geld: Bayer bedrückt mit Dividendenkürzung die deutschen Anleger

Das deutsche Leitbarometer befindet sich derzeit unterhalb von 14.000 Punkten. Heute Nachmittag könnte es neue Impulse geben.