Finanzen

Immer gefährlicher: Schattenbanken wachsen unkontrolliert

Lesezeit: 1 min
19.11.2012 10:44
Ein Viertel der weltweiten Transaktionen wurde im vergangenen Jahr von den Schattenbanken generiert - fast 70 Billionen Dollar. Doch die Dunkelziffer ist viel höher. Der größte Schattenbanken-Sektor befindet sich in den USA, dicht gefolgt von der Eurozone. Nun will der Finanzstabilitätsrat strengere Regulierungen eingeführen.
Immer gefährlicher: Schattenbanken wachsen unkontrolliert

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Steinbrück: ESM wird schon bald europäische Banken retten

Die Schattenbanken gelten als Mitverursacher der Finanzkrise von 2008/2009. Und dennoch sind sie mittlerweile größer als noch vor der Finanzkrise. Ende vergangenen Jahres belief sich das Volumen dieser Schattenbanken auf 67 Billionen Dollar, teilte der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G20-Staaten am Sonntag mit. Damit sorgen die Schattenbanken für fast ein Viertel der Vermögenswerte im ganzen Finanzsystem. Zu Beginn der Finanzkrise waren es hingegen 62 Billionen und vor zehn Jahren sogar nur 26 Billionen Dollar.

In den USA ist der Schattenbankensektor dem FSB zufolge mit 23 Billionen Dollar der größte weltweit. In der Eurozone umfassen die Schattenbanken 22 Billionen Dollar, in Großbritannien neun Billionen. Aber auch die Schweiz schneidet nicht schlecht ab. Hier entspricht das Volumen der Schattenbanken 210 Prozent des BIPs (Ermittlungen gegen die dortigen Schattenbanken laufen bereits - hier)

Die Dunkelziffer in diesem Finanzbereich ist jedoch noch um einiges größer, so der FSB. Aus diesem Grund stellte der Finanzstabilitätsrat einen Maßnahmenkatalog vor, der bis Herbst 2013 von den G20-Staaten umgesetzt und eine bessere Kontrolle der Schattenbanken erlauben soll. Zwar seien Schattenbanken an sich nichts Schlechtes, so der FSB in ihrem Jahresbericht. Aber sie sind in der Lage eine Finanzkrise zu beschleunigen und auch selbst auszulösen.

Als Schattenbanken gelten Institute bzw. bestimmte Geschäftszweige wie etwa Hedge Fonds oder Geldmarktfonds, die nicht der Bankenaufsicht unterliegen, aber wie Banken beispielsweise Finanzierungen übernehmen. Neben einer besseren Beaufsichtigung will der FSB nun auch Standards für globale Kapital- und Liquiditätsstandards bei den Schattenbanken festlegen. Damit sollen Anleger geschützt werden.

Weitere Themen

Spanische Polizei: „Bürger, vergebt uns, dass wir die Banker und Politiker nicht verhaftet haben!“

Chemiewaffen und Langstreckenraketen: Israel überrascht von der Stärke der Hamas

Der IWF in Lateinamerika: „Ein Fluch für die Region!“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Russland drosselt Lieferungen um 50 Prozent: EU-Erdgaspreise explodieren, Kohlekraft wird benötigt

Russland hat die Gaslieferungen nach Europa über die Jamal-Europa-Pipeline, die durch Weißrussland verläuft, um etwa 50 Prozent...

DWN
Deutschland
Deutschland Spahn will Maskenpflicht und Einschränkungen zunächst bis Frühjahr 2022 verlängern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant, die Maskenpflicht zunächst bis zum Frühjahr 2022 beizubehalten. Doch auch alle anderen...

DWN
Politik
Politik Bill Clinton flog 26 Mal mit dem „Lolita Express“ des Pädophilen Epstein

Bill Clinton ist insgesamt 26 Mal mit Jeffrey Epsteins „Lolita Express“ geflogen. Der „Lolita Express“ umfasst unter anderem ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold als Inflationsschutz? Dieses Jahr ist alles anders

Deutlich besser als Gold haben sich 2021 Industriemetalle wie Kupfer und Nickel entwickelt. Ist das der Beginn des nächsten Superzyklus...

DWN
Politik
Politik Baerbock und Habeck wollen „Klima-Ministerium“ gründen, welches alle anderen Ministerien beherrscht

Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen ein „Klimaschutz-Ministerium“ aufbauen, welches künftig faktisch alle Politikbereiche...

DWN
Politik
Politik Bulgarische Zeitung zur Brüsseler Klima-Politik: „Die Zeiten, in denen wir hinfahren können, wo wir möchten, enden“

Die bulgarische Zeitung Trud kommentiert die von der EU-Kommission angeordnete Abschaffung des Verbrennungsmotors mit spitzer Feder.

DWN
Technologie
Technologie Stromerzeugung aus Windkraft bricht im ersten Halbjahr ein

Die von deutschen Windkraftanlagen erzeugte Stromleistung brach im ersten Halbjahr deutlich ein.

DWN
Finanzen
Finanzen Eurozone: Erzeugerpreise verzeichnen stärksten Anstieg in diesem Jahrhundert

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Juni sehr stark angestiegen.