Wirtschaft

Macht der Gewerkschaften: Verdi ruft erneut zu ÖPNV-Warnstreiks in mehreren Bundesländern auf

Der nächste Warnstreik im Nahverkehr: In mindestens sechs Bundesländern sollen am Donnerstag die Fahrzeuge in den Depots bleiben. Damit erhöht die Gewerkschaft in den Verhandlungen erneut den Druck. Welche Bundesländer betroffen sind.
16.03.2026 12:42
Lesezeit: 1 min

Verdi ruft zu ÖPNV-Warnstreiks in mehreren Bundesländern auf

Die Gewerkschaft Verdi hat erneut in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. In Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sollen am Donnerstag Busse und Bahnen ganztägig in den Depots bleiben, wie die Gewerkschaft mitteilte.

In Hessen entscheide sich im Laufe des Montags nach den aktuellen Verhandlungen, ob die Gewerkschaft dort ebenfalls zum Arbeitskampf aufruft, hieß es. In Bremen soll die Entscheidung am Mittwoch fallen.

In NRW kommt es bereits am Dienstag zusätzlich zu Donnerstag in den meisten Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV. Dazu hatte die Gewerkschaft bereits in der vergangenen Woche angerufen. Am heutigen Montag sollen in dem Bundesland zudem Beschäftigte in den Verwaltungen und Kundenzentren die Arbeit niederlegen. Auch in Sachsen wird der Nahverkehr bereits am Montag bestreikt.

Dritter großflächiger Warnstreik

Es ist der dritte großflächig koordinierte Arbeitskampf in den laufenden Tarifverhandlungen im ÖPNV, die Verdi parallel in allen Bundesländern führte. In Baden-Württemberg sowie in Schleswig-Holstein gibt es bereits Einigungen.

«In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang», teilte die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, mit. «Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her.»

Dieses Mal treffen die Warnstreiks weniger Bundesländer als bei den vorigen Ausständen, bei denen teils über mehrere Tage hinweg der kommunale Nahverkehr nahezu bundesweit zum Erliegen kam. Wie zuletzt dürfte es regional Unterschiede bei Streikdauer und -beginn geben.

Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen

In den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln etwa Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.

Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen. Dort gilt bis Ende März eine Friedenspflicht während der nicht gestreikt werden darf.

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