Politik

Geiselnahme in Mali: Bewaffnete greifen Hotel an

Lesezeit: 1 min
20.11.2015 10:56
Etwa zehn Angreifer greifen in der Hauptstad Malis ein bei Ausländern beliebtes Hotel an. Laut Polizei-Angaben befinden sich 170 Personen in dem Gebäude.
Geiselnahme in Mali: Bewaffnete greifen Hotel an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

[twitter.com] haben am Freitag ein bei Ausländern beliebtes Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako angegriffen und dabei nach Hotel-Angaben vermutlich 170 Geiseln genommen. Unter den Geiseln seien mehrere chinesische Touristen, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Es sei am frühen Morgen beim Radisson-Blu-Hotel zu einer Schießerei gekommen, sagten ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitskräfte und Augenzeugen. Reuters berichtet, die Männer hätten gefeuert und gerufen „Allahu akbar“.

Etwa zehn Angreifer sollen sich in dem Gebäude befinden. Die Polizei sei vor Ort und habe die Gegend abgeriegelt. Das Hotel liegt westlich des Stadtzentrums in einem Viertel, in dem sich auch mehrere Ministerien sowie die Wohnorte von Diplomaten befinden.

Deutsche Soldaten, die sich im Rahmen eines Ausbildungseinsatzes in Mali aufhalten, sind nach Angaben der Bundeswehr nach derzeitiger Kenntnis nicht betroffen. Zu weiteren deutschen Bürgern im Land war vom Auswärtigen Amt zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die US-Botschaft bestätigte den Angriff und forderte über Twitter die US-Bürger auf, in Deckung zu gehen. Islamistische Kämpfer hatten den Norden Malis Anfang 2012 erobert, wurden aber ein Jahr später von der französischen Armee zurückgedrängt. Eine Blauhelmtruppe wurde aufgestellt. Seither kommt es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen. Erst im August waren zwölf Menschen bei einer Geiselnahme in einem von den Vereinten Nationen (UN) genutzten Hotel in Zentralmali ums Leben gekommen. Im März hatte sich eine Islamistengruppe zu einem Anschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Restaurant in Bamako bekannt, bei dem fünf Menschen starben.

Nach jetzigem Kenntnisstand sind keine deutschen Soldaten betroffen“, sagte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam. Derzeit sind rund 200 Bundeswehr-Soldaten als Teil einer europäischen Ausbildungsmission und zehn weitere im Rahmen der UN-Stabilisierungseinsatzes Minusma in Mali. Der kleinere Teil von ihnen tut in der Hauptstadt Bamako Dienst. Die deutsche Beteiligung am gefährlicheren Minusma-Einsatz soll demnächst deutlich ausgeweitet werden. Das Kabinett will darüber im Dezember oder Januar entscheiden. Der Schritt ist seit längerem geplant. Frankreich führt seit 2013 gemeinsam mit malischen Truppen den Kampfeinsatz gegen Islamisten, die weite Landesteile erobert hatten.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Russische und chinesische Bomber führen gemeinsame Übungsflüge durch / Frage stellt sich immer mehr: Wer ist Freund, wer Feind?

Die Kooperation zwischen China und Russland nimmt Konturen an. Aber wer stellt sich Ihnen entgegen? Und sind Peking und Moskau wirklich...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Die USA gehören wegen ihrer Sanktionspolitik vor den Internationalen Gerichtshof

Lesen Sie das Interview von DWN-Autor Ralf Paulsen mit dem ehemaligen Sekretär der UN-Menschenrechtskommission und weltweit anerkannten...

DWN
Politik
Politik "Die russischen Soldaten stehlen alles - selbst Hundehütten"

Die DWN haben ein drittes Telefon-Interview mit dem ukrainischen Musiker Roman Antonyuk geführt, der mit seiner Familie in Lwiw (Lemberg)...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein "Mist" aus Russland: Bauern schlagen Alarm

Seit die Düngemittel-Importe aus Russland von der EU gestoppt wurden, herrscht Dünge-Mangel auf den europäischen Feldern.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globalisierung am Ende: Lieferketten werden dauerhaft unterbrochen bleiben

Der Abbruch vieler Lieferketten deutet auf das Ende der Globalisierung. Für die Weltwirtschaft wird es kein Zurück zum Zustand vor Corona...

DWN
Politik
Politik Griechenland beschwert sich bei UN wegen türkischer Kampfbomber

Im Konflikt mit der Türkei hat Griechenland nun die UN eingeschaltet. Denn türkische Kampfbomber überfliegen regelmäßig bewohnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz...