Politik

Schweden vertuschte Massen-Übergriffe bei Musik-Festivals

Lesezeit: 1 min
11.01.2016 23:04
In Schweden ist es bei einem Festival zu sexuellen Übergriffen gekommen. Die Täter waren Flüchtlinge aus Afghanistan. Premier Stefan Löfven gibt der Polizei und seinem Innenminister die Schuld.
Schweden vertuschte Massen-Übergriffe bei Musik-Festivals

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Im vergangen Sommer kam es auf dem Stockholmer „We are Sthlm“-Festival zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf weibliche Besucherinnen. Bei Musikfestivals in Stockholm im August 2014 und 2015 habe es 38 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gegeben, in zwei Fällen wurden Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht, gaben die Behörden am Montag bekannt. Die Mehrheit der Täter sollen Afghanen gewesen sein. „Es handelt sich dabei um sogenannte Flüchtlings-Jugendliche, die hauptsächlich aus Afghanistan stammen. Mehrere der Täter wurden wegen sexuellen Missbrauchs inhaftiert. Die Gruppe war auf dem Festival auch verantwortlich für eine Reihe von Gewaltaktionen“, zitiert  Dagens Nyheter's den hochrangigen Polizisten Peter Agren.

Der schwedische Premier Stefan Löfven sagt, dass gegen die Täter hart und entschieden vorgegangen müsse. Die Polizei hätte die Vorfälle offen kommunizieren müssen. Die Polizei habe einen „doppelten Verrat“ begangen. Zum einen seien die Täter nicht wirklich zur Rechenschaft gezogen worden, und zum anderen habe die Polizei die Vorfälle wegen der Herkunft der Täter verschwiegen. Auf Nachfrage von Expressen, ob er sich mit dem schwedischen Polizei-Chef in Verbindung gesetzt habe, um die Vorfälle zu besprechen, sagte Löfven: „Nein. Das ist die Aufgabe des zuständigen Ministers.“ Der schwedische Bildungsminister Gustav Fridolin sieht die Schuld ebenfalls bei der Polizei. Die Polizei hätte diese Vorfälle, ohne politische Bedenken, beim Namen nennen müssen.

Die Polizei wehrt sich gegen den Vorwurf, die Vorfälle vertuscht zu haben. Polizeichef Dan Eliasson sagte, man habe nicht bewusst verheimlicht, die Herkunft der Täter zu nennen. Man habe es in diesem Zusammenhang nicht für relevant gehalten. Zu dem Zeitpunkt der Veranstaltung pflegte auch Schweden die Politik der offenen Grenzen zu Zuwanderer. Ein  Sprecher sagte, es sei nichts bewusst vertuscht worden, räumte allerdings Fehler in der Kommunikation gegeben. Ob von Seiten der Politik Druck auf die Polizei aufgebaut worden sei, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen.

In der Neujahrsnacht soll es in der schwedischen Stadt Kalmar/Larmtorget ebenfalls zu zahlreichen sexuellen Belästigungen gekommen sein, berichtet die Zeitung Expressen. Die Täter sollen nicht schwedisch gesprochen haben, meldet das Aftonbladet.

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