Politik

ISIS-Terroristen kaufen Waffen aus aller Herren Länder

Lesezeit: 2 min
17.01.2016 01:24
Die Terror-Miliz IS wird im Nahen Osten auch eine Rolle spielen, wenn sie von den Russen aus Syrien vertrieben werden. Der Grund: Die Terroristen erhalten Waffen aus so gut wie allen Ländern der Welt. Den Preis für die Profite der Industrie zahlen die Vertriebenen, deren Zahl auch in den kommenden Jahren steigen wird.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der militärische Erfolg der Terror-Miliz des IS ist nicht nur auf die überfallartigen Angriffe, sondern auch auf die Bewaffnung der Organisation zurückzuführen.

Der IS verfügt über etwa 35 irakische Kampfpanzer, 80 bewaffnete Polizeifahrzeuge, Hunderte von Humvees und schwere Lastwagen. Der Irak hat in den vergangenen Jahren Waffen im Volumen von über vier Divisionen und mindestens drei Waffendepots in Mossul an den IS verloren, berichtet Global Security. Die meisten seiner Waffen hat der IS ohnehin bei der Eroberung der Stadt Mossul kostenlos eingezogen.

Dabei handelt es sich um Frontlinien-Waffen. Im Arsenal der Terror-Miliz sollen sich auch Boden-Luft-Raketen der Klasse Stinger, Artilleriebewaffnung und stapelweise Sturmgewehre mit Munition befinden. In den meisten Videos des IS ist zu beobachten, dass die Fahrzeuge der Miliz große dunkle Abgase ausstoßen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Fahrzeuge mehrheitlich über schlecht gewartete Motoren verfügen.

Bei der Erstürmung der syrischen Stadt Ain al-Arab (Kobane) in den Jahren 2014 und 2015 benutzte der IS chinesische CQ-Gewehre (5.56 mm), belgische FN FAL-Gewehre, Kalaschnikows, US-Gewehre der Klasse M16A4, Panzerabwehrwaffen der Klassen MILAN und Kornet ATGW, MANPADS, RPG-Panzerbüchsen, ägyptische Mehrfachraketenwerfer der Klasse SAKR und Munition aus sudanesischer, chinesischer, russischer, iranischer, US-amerikanischer Produktion. Das geht aus einem Bericht von iTrace hervor. Der IS soll zudem über Panzerabwehrraketen  der Klasse BGM-71 TOW verfügen, berichtet The Long War Journal. Diese Panzerabwehrwaffen sollen auch bei der Eroberung Palmyras durch den IS zum Einsatz gekommen sein. Doch auch die anderen islamistischen Rebellengruppen nutzen BGM-71 TOWs.

Zu den Gruppen zählen die von den USA unterstützte Al-Nusra-Front, die Freie Syrische Armee, Ahrar al-Sham, Jaish al Muhajireen wal Ansar und die Hazzm Bewegung (Hazzm Movement). Diese Gruppen haben die TOWs nach Angaben der Washington Post durch verdeckte Operationen der CIA erhalten haben. The Daily Mirror berichtet, dass der IS insbesondere über britische Waffen verfügt. Einem Bericht von Amnesty International zufolge soll unter anderem der grassierende internationale Waffenhandel auschlaggebend sein für die Bewaffnung des IS.

Der IS verfügt hingegen über keinerlei einsatzbereiten Kampfjets, was ein strategischer Nachteil für die Terror-Miliz ist. Deshalb konzentriert sich der IS hauptsächlich auf Guerilla-Strategien in der urbanen Kriegsführung.

Al-Monitor berichtet:

„Der IS kombiniert und hybridisiert terroristische Taktiken, urbane Guerilla-Kriegsführung und konventionelle Kriegsführung. Die Miliz ist geschickt genug, um Attacken in der Nacht durchzuführen und ist geübt in der akkuraten Nutzung von Panzergeschossen mit Thermalkameras. Sie kann improvisierte Sprengsätze in kritischen geographischen Bereichen und Linien unterbringen. Der IS führt den Guerilla-Krieg und setzt konventionelle Kriegsführung um, in dem sie Teams zwischen acht und zehn Männern einsetzt, damit diese innerhalb einer Stadt Gebäude um Gebäude und Block um Block operieren und in bewohnten Gebieten kämpfen.“

Vor einer IS-Operation erhält die betroffene mobile IS-Einheit eine Einsatzinformation über Whatsapp, Facebook oder Twitter. Anschließend werden die Bewohner und bewaffneten Gegner im angepeilten Wohngebiet per Social-Media-Botschaften des IS demoralisiert und in Angst und Schrecken versetzt. Die logistischen und operativen IS-Teams treffen sich anschließend innerhalb von zwei bis drei Stunden am kommunizierten Treffpunkt. Nach einem eineinhalbstündigen Koordinationstreffen und Vorbereitungen machen sich die IS-Kämpfer auf den Weg, um die Operation durchzuführen, berichtet Al-Monitor weiter.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Giropay ist am Ende – doch die Idee lebt weiter
20.06.2024

Giropay, das einmal als sichere Alternative der deutschen Banken zu US-amerikanischen Diensten wie PayPal gedacht war, steht vor dem Aus...

DWN
Politik
Politik Neue EU-Sanktionen gegen Russland: Deutschland setzt mildere Maßnahmen durch
20.06.2024

In zähen Verhandlungen um das neue EU-Sanktionspaket gegen Russland plädierte Deutschland für mildere Maßnahmen. Es geht vor allem um...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Konjunktur-Prognosen: Zunehmende Lichtblicke für deutsche Wirtschaft
20.06.2024

Mehr Kaufkraft, mehr Exporte, mehr Investitionen - die deutsche Wirtschaft kommt langsam wieder besser in Gang. Das bestätigen...

DWN
Politik
Politik Spannung vor der Sachsen-Wahl: AfD und CDU in Umfragen fast gleichauf
20.06.2024

Wenige Monate vor der Landtagswahl in Sachsen deutet eine neue Umfrage auf ein spannendes Duell hin: Die AfD liegt knapp vor der CDU, doch...

DWN
Immobilien
Immobilien Zwangsversteigerungen: Ein Schnäppchenmarkt für Immobilien?
20.06.2024

2023 wurden 12.332 Objekte in Deutschland zwangsversteigert. Für die ehemaligen Besitzer bedeutet die Versteigerung in der Regel ein...

DWN
Politik
Politik Bund kann Deal nicht stemmen: Kauf von Tennet-Stromnetz gescheitert
20.06.2024

Der Ausbau der Stromnetze in Deutschland kostet zweistellige Milliardensummen. Der niederländische Netzbetreiber Tennet wollte daher sein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bürokratie-Krise: Rettung für Handwerker in Sicht?
20.06.2024

Handwerksbetriebe ächzen unter der Last stetig wachsender Bürokratie – mehr Papierkram, weniger Zeit für die eigentliche Arbeit. Der...

DWN
Politik
Politik Landes-Innenminister plädieren für Abschiebungen nach Afghanistan
20.06.2024

Schwere Straftäter sollen nach Afghanistan und Syrien abgeschoben werden. Dafür machen sich die Innenminister der Bundesländer bei ihrer...