Gemischtes

EU-Gericht schränkt Werbung für Traubenzucker ein

Lesezeit: 1 min
16.03.2016 13:21
Dextro Energy darf nicht mit der positiven Wirkung von Traubenzucker werben. Ein Aufruf zum Verzehr von Zucker sei generell irreführend, entschied das EU-Gericht in Luxemburg. Dabei spiele es keine Rolle, ob die konkrete Aussage in der Anzeige der Wahrheit entspräche oder nicht.
EU-Gericht schränkt Werbung für Traubenzucker ein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Dextro Energy darf für seine Traubenzuckerwürfel nicht mit positiven Aussagen über Glucose werben. Denn auch wenn diese Aussagen richtig seien, wäre es irreführend, zum Verzehr von Zucker aufzurufen, wie am Mittwoch das erstinstanzliche Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg entschied.

Nach EU-Recht müssen gesundheitsbezogene Werbeaussagen für Lebensmittel zugelassen sein. Dextro Energy mit Sitz im rheinländischen Meerbusch hatte 2011 die Zulassung mehrerer Aussagen beantragt, etwa: „Glucose trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“ oder „Glucose unterstützt die körperliche Betätigung“.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa bestätigte, dass diese Aussagen richtig und auch weitere formale Kriterien erfüllt seien. Dennoch verweigerte die EU-Kommission die Zulassung der Werbung. Sie sende „ein verwirrendes Signal an die Verbraucher“. Denn die Werbung rufe zum Verzehr von Zucker auf, obwohl weltweit eine Verringerung des Zuckerkonsums empfohlen werde.

Dieser Argumentation folgte nun das EuG. Die Efsa überprüfe lediglich, ob die Aussagen wissenschaftlich abgesichert sind. Die Kommission sei an eine positive Efsa-Entscheidung aber nicht gebunden. Sie dürfe vielmehr auch andere Ernährungsgrundsätze berücksichtigen.

Im konkreten Fall würden nur die positiven Aspekte von Traubenzucker für den Energiestoffwechsel herausgestellt, „ohne die mit dem Verzehr von mehr Zucker verbundenen Gefahren zu erwähnen“. Dies sei „mehrdeutig und irreführend“ und dürfe daher nicht zugelassen werden, urteilten die Luxemburger Richter.

Dextro Energy kann gegen dieses Urteil Berufung beim Europäischen Gerichtshof einlegen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Ärzte-Zeitung ruft zur Bewertung Lauterbachs auf: Resultat ist Schulnote 6

Die Leser der Ärzte-Zeitung haben eine eindeutige Meinung von Gesundheitsminister Lauterbach.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Putin: Europa begeht mit Energiepolitik «wirtschaftlichen Selbstmord»

Putin sagte, dass die hohen Energiepreise schon jetzt die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in der EU schmälerten. Russland wende sich...

DWN
Politik
Politik US-Justizministerium: Allianz-Fondsmanager haben Anleger betrogen

Nach Ansicht des US-Justizministeriums haben Hedgefonds-Manager einer Allianz-Tochter die Entwicklung der Fonds über Jahre hinweg...

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Deutschland
Deutschland Windräder: Söder warnt Habeck vor Wortbruch bei Abstandsregeln

Der bayerische Ministerpräsident warnt den Wirtschaftsminister, die vereinbarten Abstandsregeln für Windräder zu kippen.

DWN
Deutschland
Deutschland Dax-Konzerne melden Rekordquartal, doch die Aussichten sind mies

Viele deutsche Börsenschwergewichte präsentierten zu Jahresbeginn Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht weiter auf dem Tisch: Drei Bundesländer geben nicht auf

Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Bayern dringen auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren.