Politik

Bahn-Manager Christian Kern soll neuer Kanzler in Österreich werden

Lesezeit: 1 min
12.05.2016 14:17
Der Chef der Staatsbahnen (ÖBB), Christian Kern, hat die besten Aussichten, neuer Bundeskanzler in Österreich zu werden. Die Sozialdemokraten haben sich offenkundig auf ihn geeignet. Allerdings hat der Koalitionspartner ÖVP Bedingungen gestellt, um der SPÖ weiter den Kanzler zu gewähren.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Entscheidung in der Kanzlerfrage in Österreich scheint gefallen. Auch die Wiener SPÖ als mächtigster Landesverband sei für den 50-jährigen Bahnchef Christian Kern, schreiben mehrere Medien am Donnerstag. Laut der Tageszeitung «Kurier» hatte Kern eine positive Unterredung mit SPÖ-Interims-Parteichef Michael Häupl. Auch nach Informationen zahlreicher anderen österreichischen Medien wird Kern neuer Regierungschef und SPÖ-Vorsitzender. Eine Bestätigung aus dem Büro Häupls gab es zunächst nicht. «Es gibt keine Tendenz, die wir kommunizieren können», sagte ein Sprecher am Mittag.

Der bisherige Regierungschef Werner Faymann war am Montag überraschend zurückgetreten. Der 56-Jährige zog damit die Konsequenz aus innerparteilicher Kritik. In seiner fast achtjährigen Amtszeit hatten die Sozialdemokraten bei 19 von 21 Wahlen Stimmen verloren.

Acht der neun SPÖ-Landesverbände haben sich inzwischen für Kern als Faymanns Nachfolger ausgesprochen, teils aber keine formalen Beschlüsse gefasst. «Es hat (...) eine einhellige Zustimmung gegeben. Wir stehen hier geschlossen hinter Christian Kern», sagte der SPÖ-Chef des Burgenlands, Hans Niessl, nach einer Sitzung des Landesparteivorstands. Nach den Plänen der Wiener SPÖ sollte der Name des neuen Partei- und Regierungschefs am Freitag bekanntgegeben werden. Der frühere ORF-Intendant Gerhard Zeiler (60), der ebenfalls im Rennen war, gab nach eigenen Angaben seine Ambitionen auf.

Kern galt seit längerem als möglicher Nachfolger des glücklosen Faymann. Der ehemalige Wirtschaftsjournalist war in den 1990er Jahren in verschiedenen Funktion in der damaligen Bundesregierung und der SPÖ-Fraktion tätig, bevor er in die Wirtschaft wechselte. Seit 2010 leitet Kern die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) - mit 40 000 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen der Alpenrepublik. Unklar ist bisher, welche Haltung der Manager in Fragen der Asylpolitik und der Haltung der Sozialdemokraten zur rechten FPÖ hat.

Der Koalitionspartner ÖVP hatte bereits mehrere Bedingungen zur Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition gestellt. Dazu gehört die Beibehaltung der restriktiven Asyl- und Flüchtlingspolitik. Neuwahlen strebt die ÖVP nach eigenem Bekunden bisher nicht an, will dies aber von der künftigen Zusammenarbeit abhängig machen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt: DAX mit neuem Schwung dank SAP-Rekordhoch
23.07.2024

Die starke Leistung von SAP hat dem DAX am Dienstag zu einer fortgesetzten Erholung verholfen. Die Aktie des Software-Herstellers erreichte...

DWN
Technologie
Technologie Öl-Streit zwischen Ungarn und Slowakei mit der Ukraine eskaliert
23.07.2024

Neue Sanktionen der Ukraine gegen den russischen Ölkonzern Lukoil sorgen für Ärger in der EU. Die Europäische Kommission teilte in...

DWN
Immobilien
Immobilien Kampf der Economy-Hotels: Jetzt mischt Hilton mit „Spark“ den deutschen Markt auf
23.07.2024

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die mächtige Hilton-Gruppe aus den USA in das Geschehen auf dem Markt der Billighotels eingreift....

DWN
Politik
Politik Bundesverfassungsgericht schützen vor Blockade und Einflussnahme - Ampel ist sich mit Union einig
23.07.2024

Das Beispiel Polen zeigt, welche Eingriffsmöglichkeiten es auch in Demokratien gibt. Ist das Bundesverfassungsgericht für solche Fälle...

DWN
Politik
Politik Steuergeldverschwendung: Regierungsflüge zur Fußball-EM kosten eine halbe Million Euro
23.07.2024

Annalena Baerbock (Die Grünen) hat während der Fußball-EM das Nachtflugverbot ignoriert, weil sie beim Gruppenspiel der deutschen...

DWN
Politik
Politik Länder sollen Bundesmittel vorrangig für Kita-Personal nutzen
23.07.2024

Ab 2025 dürfen die Bundesländer die Milliarden Euro des Bundes zur Förderung von Kitas nicht mehr verwenden, um Eltern bei den Gebühren...

DWN
Politik
Politik Gericht: Ampel muss bei Umwelt-Programm nachbessern
23.07.2024

Die Bundesregierung muss ihr Umweltprogramm zur Luftreinhaltung überarbeiten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg...

DWN
Finanzen
Finanzen Start von Ethereum-ETF: Handeln ab sofort in den USA möglich
23.07.2024

Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht für börsengehandelte Fonds (ETF) in der Kryptowährung Ether gegeben hat, wird der...