Politik

Religionskrieg: Massen-Exekution in Pakistan

Lesezeit: 1 min
30.12.2012 15:09
Militante islamistische Gruppen haben in Pakistan am Sonntag 41 Menschen getötet. Bei den zwei unterschiedlichen Angriffen gab es außerdem zahlreiche Verletzte. Extremistische, sunnitische Terrororganisationen sind in Pakistan auf dem Vormarsch und versuchen das Land an den Rand eines Bürgerkrieges zu drängen.
Religionskrieg: Massen-Exekution in Pakistan

Mehr zum Thema:  
Asien > USA >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Asien  
USA  

Bereits letzte Woche wurden 21 Pakistanis von einer paramilitärischen Gruppe gefangen genommen und verschleppt. Am Sonntag wurden alle Geiseln exekutiert. Gleichzeitig kollidierte ein Auto mit einer Bombe an Bord mit einem Passagierbus und tötete 20 schiitische Pilger, 24 weitere wurden verletzt. Die Opfer waren auf dem Weg zur iranischen Grenze. Die Taliban übernahmen die Verantwortung für die Massen-Exekutionen.

Das ist die Bilanz von zwei gezielt koordinierten Terroranschlägen in Pakistan am Sonntag. Insgesamt fielen im laufenden Jahr 320 Schiiten Anschlägen zum Opfer, berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Die Unfähigkeit der pakistanischen Regierung, die Täter ausfindig zu machen ist für die Organisation ein Zeichen für „Gleichgültigkeit“.

Die Exekutionen in Pakistan sind Anzeichen für einen drohenden Religionskrieg zwischen sunnitischen und schiitischen islamischen Gruppierungen. Obwohl die beiden bekanntesten Terrorismusvereinigungen Taliban und Al Kaida im internationalen Fokus der Aufmerksamkeit stehen, tritt auch die unbekanntere sunnitische Gruppierungen namens Lashkar-e-Jhangvi (LeJ) zunehmend als destabilisierende Kraft in der Region in Erscheinung.

Ziel der Anschläge ist es, das Land an den Rand eines Bürgerkrieges zu drängen. Die USA kritisieren, die pakistanische Regierung tue nicht genug, um Terrororganisationen Einhalt zu gebieten. Immer wieder werden durch Anschläge auf Mitglieder der feindlichen islamischen Konfessionen der Shiiten oder Sunniten Selbstmordanschläge verübt.

Pakistan ist als Atommacht ein Verbündeter der USA. Islamabad unterstützt die Aktionen der Amerikaner in Afghanistan und hat bisher auch alle Drohnen-Angriffe der Amerikaner gegen die Taliban auf pakistanischem Territorium akzeptiert. Sicherheitsexperten glauben, das die US-Drohnen-Angriffe eine Radikalisierung bei den Taliban auslösen könnten  (mehr hier).

Weitere Themen:

Niedersachsen: Staatliche Förderung für Paare mit Kinderwunsch

Europäische Banken haben erhebliche Liquiditäts-Probleme

Oliver Stone: USA sind auf dem Weg zum Orwell-Staat

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Asien > USA >

DWN
Finanzen
Finanzen Investition in Rüstungs-ETFs: Ist das moralisch vertretbar?
25.02.2024

Angesichts anhaltender geopolitischer Konflikte profitieren derzeit viele Rüstungskonzerne von deutlichen Kurssteigerungen. Wir sagen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der „Digital Services Act” - Regulierung mit Hintertür
25.02.2024

Das Digital Services Act-Paket der EU, welches die digitalen Dienste und Märkte künftig regeln möchte, ist brandaktuell. Es soll einen...

DWN
Politik
Politik Trump muss im Betrugsfall 454 Millionen Dollar Strafe zahlen
25.02.2024

Ein New Yorker Gericht hat Donald Trump wegen Betrugs zu einer Strafzahlung von 454 Millionen Dollar aufgefordert.

DWN
Finanzen
Finanzen Falschgeld: Bundesbank meldet kräftigen Anstieg - darauf müssen Sie achten!
25.02.2024

Die Deutsche Bundesbank meldet einen Anstieg gefälschter Banknoten und Münzen. Einzelne Bundesländer sind besonders stark betroffen. Wie...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Ohne jede Aussicht auf baldigen Frieden
25.02.2024

Der Ukraine-Krieg geht jetzt schon ins dritte Jahr. Aus dem Westen reist wieder politische Prominenz zur Unterstützung in die Ukraine....

DWN
Politik
Politik Verfassungsgericht absichern? - Buschmann will Entwurf vorlegen
25.02.2024

Muss die Arbeitsgrundlage des Bundesverfassungsgerichts im Grundgesetz gegen Demokratiefeinde abgesichert werden? Die Union schlägt die...

DWN
Politik
Politik „Das Bündnis Sahra Wagenknecht gefährdet die Linkspartei in ihrer Existenz“
24.02.2024

Eine neue Figur ist auf das politische Schachbrett gekommen: das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Wie diese neue Partei die politischen...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Vermögensregister und Bargeldbeschränkungen: Risiko für Anleger
23.02.2024

Das EU-Vermögensregister gehört derzeit zu den größten Risiken für Anleger. Daher ist es wichtig, sich jetzt zu überlegen, wie man...