Finanzen

Dax weitet Verluste am Abend aus

Lesezeit: 2 min
27.06.2016 17:35
Der deutsche Leitindex hat seine Kursverluste am Montag-Nachmittag ausgeweitet und liegt mit rund 3,5 Prozent im Minus. Auch an den anderen europäischen Börsen kam es zu deutlichen Kursverlusten, wobei Banken am meisten unter der Unsicherheit litten.
Dax weitet Verluste am Abend aus

Mehr zum Thema:  
Börse >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  

Der Schock über das Brexit-Votum saß Anlegern auch am Montag noch tief in den Knochen. Die Aktienbörsen in Europa setzten ihre Talfahrt ebenso fort wie das Pfund Sterling, das auf ein frisches 31-Jahres-Tief fiel. "Die ungewisse Lage schreckt Investoren ab", sagte Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. „Dass der britische EU-Austritt noch nicht in trockenen Tüchern ist und dass London sich hierbei allen Anschein nach viel Zeit lassen könnte, wird nicht als ein Hoffnungsschimmer verstanden, sondern trägt einen faden Beigeschmack.“

Der deutsche Leitindex Dax sackte bis zum späten Nachmittag um rund 3,5 Prozent auf 9231 Punkte ab, der EuroStoxx50 fiel um 3,2 Prozent. Der britische FTSE100-Index verlor mit rund 2,5 Prozent etwas weniger, da die Aktien von Goldminenkonzernen wie Randgold und Fresnillo angesichts des Anstiegs des Goldpreises hoch im Kurs standen. Für die Wall Street signalisierten die US-Futures ebenfalls erneut fallende Kurse.

Commerzbank-Devisenspezialist Ulrich Leuchtmann spielt in einem Kurzkommentar auf das innenpolitische Hickhack in London an, wo nicht nur bei den regierenden Konservativen, sondern auch in der Labour-Partei ein Machtkampf ausgebrochen ist. „Addiert man dazu die Rufe nach Abspaltung Schottlands und Nordirlands vom Vereinigten Königreich, wird klar, dass die politischen Chaostage an der Themse ein Ausmaß erreicht haben, welche ökonomische Auswirkungen haben könnten.“

Das Pfund Sterling - immerhin eine der wenigen Reservewährungen der Welt neben Dollar und Euro - beschleunigte seine Abwertung um etwa vier Prozent und dank auf 1,3153 Dollar ab. Das war der niedrigste Stand seit September 1985. Im Sog des Pfund fiel der Euro um gut ein Prozent auf 1,0975 Dollar. Die „Krisen-Währung“ Gold verteuerte sich im Gegenzug um 1,5 Prozent auf 1335,30 Dollar je Feinunze.

Erneut flüchteten die Anleger aus den Finanzwerten. Aktien der Deutschen Bank brachen zwischenzeitlich um fast zehn Prozent auf ein Rekordtief von 12,09 Euro ein. Auch die Titel anderer großer Banken aus der Euro-Zone und der Schweiz stürzten ab. Besonders hart traf es die britischen Geldhäuser: Royal Bank of Scotland (RBS) und Barclays verloren je mehr als 15 Prozent.

Aus Furcht vor Gewinneinbußen durch den Brexit warfen Anleger auch die Papiere von Fluggesellschaften aus ihren Depots. Die Aktien der British-Airways-Mutter IAG fielen um über zehn Prozent. Die Titel des Billigfliegers Easyjet verloren mehr als 21 Prozent, nachdem der Konzern wegen des Brexits seine Prognose kassierte. Der irische Rivale Ryanair büßte zehn Prozent ein, Lufthansa und Air France-KLM je etwa sechs Prozent. Spekulationen auf zusätzliche Geschäfte durch den Brexit ließen dagegen die Aktien deutscher Immobilienfirmen wie Vonovia im Dax und Deutsche Wohnen im MDax um drei und zwei Prozent zulegen. Unternehmen könnten ihre Sitze von London auf den Kontinent verlegen, spekulierten die Anleger.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse >

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige

Die Öl- und Gasvorkommen der Russischen Föderation werden nach offiziellen Angaben bald zur Neige gehen, sagt der russische...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock in den USA: Verbraucherpreise steigen um 4,2 Prozent

Die Furcht vor einer höheren Inflation lastet seit Tagen auf den Aktienmärkten. Nun meldet das Arbeitsministerium die höchste...

DWN
Deutschland
Deutschland Mieter und Vermieter müssen CO2-Sondersteuer bezahlen: „Am Ende der Kanzlerschaft Merkels ist das vermietete Privateigentum in akuter Gefahr“

Die Kosten der neuen Sondersteuer auf das Naturgas CO2 müssen Mieter und Vermieter künftig zu gleichen Teilen bezahlen. Vertreter der...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Heute vor 72 Jahren: Alliierte Militärgouverneure genehmigen das Grundgesetz

Am 12. Mai 1949 hatten die Militärgouverneure Clay, Robertson und Koenig das Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des...

DWN
Deutschland
Deutschland Drosten: Ohne Corona-Impfung wird man sich "unweigerlich infizieren"

Wer sich gegen eine Impfung entscheide, der werde sich "unweigerlich" mit dem Corona-Virus infizieren, sagte der Virologe Christian...

DWN
Politik
Politik Baerbock will mindestens 2 Prozent der Fläche Deutschlands mit Windkraftanlagen bestücken

Annalena Baerbock zufolge müssen mindestens 2 Prozent der gesamten deutschen Landfläche mit Windkraftanlagen bestückt werden, um das...