Politik

Russische Kampf-Jets bombardieren US-Stützpunkt in Syrien

Lesezeit: 2 min
24.07.2016 01:00
Russland hat bestätigt, im Juni in Syrien einen US-Luftwaffenstützpunkt bombardiert zu haben. Die Briten hatten den Stützpunkt kurz zuvor verlassen. Interessant: Die US-Regierung hat bisher nicht gegen den Angriff protestiert. Russland und die USA kooperieren in Syrien. Am Freitag kam es erneut zu heftigen Gefechten zwischen der syrischen Armee und islamistischen Söldnern.
Russische Kampf-Jets bombardieren US-Stützpunkt in Syrien
Die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien. (Grafik: Google/al-Masdar News)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Russland hat einen Angriff auf einen Stützpunkt in Syrien vergleichsweise unverblümt eingeräumt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Samstag mit, die US-geführte Koalition zur Bekämpfung des Islamischen Staates (IS) trage dafür die Verantwortung. Dem Wall Street Journal zufolge hatten russische Jets eine Basis bombardiert, die von amerikanischen und britischen Spezialkräften genutzt wird.

Moskau und Damaskus fordern seit längerem eine bessere Koordination. Das Verteidigungsministerium wollte dies am Samstag zwar nicht bestätigen, allerdings sagte Sprecher Igor Konaschenkow der Agentur Interfax zufolge: „Nur im Falle gemeinsamer Handlungen wird es gelingen, eine Wiederholung ähnlicher Vorfälle zu vermeiden. Die Verantwortung dafür, dass sich Angehörige der Koalition in Gefahr befinden, liegt ausschließlich bei ihrer Militärführung“, sagte der Generalmajor.

Das WSJ hatte berichtet, Vertreter des US-Zentralkommandos in Katar hätten nach dem ersten Angriff das russische Hauptquartier in Latakia informiert, dass der Standort Teil der US-Offensive sei. Rund 90 Minuten danach habe es eine zweite Angriffswelle gegeben.

Der Stützpunkt wird von amerikanischen und britischen Spezialkräften genutzt. Der Vorfall habe sich im Juni im Südosten des Landes nahe der jordanischen Grenze ereignet, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf amerikanische Militär- und Geheimdienstkreise.

Erst 24 Stunden zuvor hätten britische Spezialkräfte den Posten verlassen. Das Pentagon hatte bestätigt, dass es am 16. Juni in der Nähe des Orts Al-Tanf einen Angriff auf einen Posten von Söldner gegeben hat, die von der CIA unterstützt werden.

US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin haben eine enge Kooperation vereinbart, an der allerdings die internationalen Söldner im Syrien-Konflikt kein Interesse haben.

Bei Luftangriffen der Amerikaner und der Franzosen sind in der vergangenen Woche dutzende Zivilisten getötet worden. Eine von der westlichen Allianz finanzierte Söldner-Truppe soll einen Jungen bei lebendigem Leib enthauptet haben, berichtet die BBC. Die Gruppe, die den Mord filmte und ins Internet stellte, ist die Gruppe der Nour al-Din al-Zinki Kämpfer. Die BBC berichtet, dass diese Truppe bereits in anderen Fällen der Folter und der Entführung beschuldigt wird. Der britische öffentlich-rechtliche Sender schreibt: „Die Gruppe hat Berichten zufolge von militärischer Unterstützung profitiert, die sie von den USA, Großbritannien, Frankreich, der Türkei, Katar und den Golf-Staaten erhalten hat.“

Russland arbeitet dagegen mit der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zusammen. Die Russen vertreten die Auffassung, dass es keiner ausländischen Regierung zusteht, die gewählte Regierung eines anderen Landes zu stürzen.

Am Freitag kam es zu heftigen Gefechten zwischen der syrischen Armee und der Hisbollah mit islamistischen Söldnern an der syrisch-libanesischen Grenze. Die Milizen halten einen kleinen Streifen an der Grenze, der für ihren Nachschub wichtig ist. al-Masdar News berichtet, dass die al-Nusra und Ahrar al-Sham empfundliche Niederlagen hinnehmen mussten. Die von den Saudi-Arabien unterstützte al-Nusra exekutierte als Vergeltung 14 syrische Soldaten und stellte ein Video von der Hinrichtung ins Internet. Saudi-Arabien ist der wichtigsten Verbündete der USA und der EU im Nahen Osten.

In Aleppo haben islamistische Söldner am Donnerstag eine Tunnel-Bombe gezündet, um ein Gebäude der Sicherheitskräfte zu sprengen (Video am Anfang des Artikels). Ein Sprecher der Regierung sagte Al-Masdar News, dass der Großteil der Sicherheitskräfte sich nicht im Gebäude befand. Andernfalls wäre die Anzahl der Toten weitaus höher ausgefallen. Urheber der Zündung soll die Gruppe Thuwar al-Scham sein, berichtet das Militär-Portal South Front. Die Söldner sind deshalb zur Zündung von Tunel-Bomben übergegangen, weil sie in Aleppo komplett eingekesselt sind und keinen Ausweg haben, um die Belagerung zu durchbrechen.

Bisher wurden alle Versuche der Söldner, den Zugang zur Castello-Straße, die die einige Versorgungsroute für die Söldner in Aleppo ist, zu erzielen, abgewehrt. Die islamistischen Söldner der Gruppen al-Nusra, Harakat Noureddin al-Zinki und Ahrar al-Scham verloren über 30 Kämpfer, sieben gepanzerte Fahrzeuge, vier Panzer und drei Schützenpanzer. In der Nähe der Mallah-Farmen wurden 20 Dschihadisten von der Spezialeinheit „Tiger Forces“ gefangen genommen, so South Front.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Gegen Macron und EU: Millionen Franzosen laufen zu Marine Le Pen über

Nach aktuellen Umfragen wird Marine Le Pen die nächste Präsidentin Frankreichs. Sie fordert ein Ende der Globalisierung, bekennt sich zur...

DWN
Politik
Politik „Schwerwiegende Nebenwirkungen“: Norwegen streicht AstraZeneca vollständig aus Impfkampagne

Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Corona gänzlich auf den umstrittenen Impfstoff von AstraZeneca....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Marc Friedrich: Corona ist bald vorbei - wann wird die Politik mit der ganzen Wahrheit herausrücken?

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten veröffentlichen einen Auszug aus dem im April erschienenen neuesten Buch von Marc Friedrich: "Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Deutschland
Deutschland Polizei löst Corona-Party mit Pfefferspray auf, droht Bürgern mit Elektroschock-Pistole

In Düsseldorf hat die Polizei eine private Feier in einer Privatwohnung aufgelöst. Dabei setzten die Beamten nicht nur Pfefferspray ein,...

DWN
Deutschland
Deutschland Nach Denunziation: Polizei sprengt Geburtstagsfeier, Bürger flüchten aus Angst in den Wald

In Unterfranken hat die Polizei eine Geburtstagsfeier aufgelöst. Zuvor hatte ein Anrufer die Feiernden denunziert.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eine neue Macht übernimmt den Fußball: Die Fans werden den reichen Club-Besitzern und Oligarchen noch hinterhertrauern

Früher wurde der Profi-Fußball von selbsternannten Sonnenkönigen beherrscht. Mittlerweile ziehen Multi-Milliardäre die Fäden. Doch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lieferketten-Gesetz: "Die Belastungen für die Unternehmer stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis"

Das Parlament diskutiert gerade das neue Lieferketten-Gesetz der Bundesregierung: Unternehmen sollen künftig dafür Sorge tragen, dass...