Politik

Türkei: Bosporus-Brücke heißt „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“

Lesezeit: 1 min
28.07.2016 01:18
Die Bosporus-Brücke in „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“. Damit will die Regierung den Einsatz der Bevölkerung gegen die Putschisten würdigen. In der Nacht vom 15. Auf den 16. Juli kamen 161 Bürger ums Leben. Weitere 154 wurden schwer verletzt.
Türkei: Bosporus-Brücke heißt „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Türkei  

Die türkische Regierung hat am Dienstag angekündigt, die Bosporus-Brücke in „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“ umzubenennen, berichtet CNN Türk. Zudem soll der Platz des Roten Halbmonds in Ankara in „Roter Halbmond-Demokratieplatz des 15. Juli“ umbenannt werden.

In der Nacht vom 15. Juli auf den 16. Juli hatten Putschisten die Brücke besetzt und mit scharfer Munition auf demonstrierende Türken geschossen, was dazu führte, dass noch mehr Menschen auf die Brücke kamen und sich den Putschisten entgegenstellten.

Zum Erstaunen aller kam es in der Putsch-Nacht zu einem Zusammenhalt aller politischen Vertreter und Bevölkerungsteile des Landes. Türkische Bürger jeglicher politischer Richtungen legten sich vor die Panzer, um sie von der Weiterfahrt abzuhalten. Weitere Bürger zogen zum Luftwaffenstützpunkt Akinci in Istanbul, um die Piste mit ihren Körpern zu bedecken und die Kampfjets beim Abflug zu behindern.

Die Tatsache, dass die Putschisten sowohl mit Panzergeschossen als auch mit Kugeln das Feuer gegen die Bevölkerung eröffneten, loyale Sicherheitskräfte niederschossen und mit Panzern über die Körper von Zivilisten fuhren, war der eigentliche Auslöser der Kettenreaktion und die Wut innerhalb der Bevölkerung. Denn keiner hatte mit derartigen Aktionen von türkischen Soldaten, die als Hüter der Nation angesehen werden, gerechnet.

An den Chören und Dialogen der Bürger, die aus diversen privaten Youtube-Videos hervorgehen, kommt deutlich hervor, dass die Putschisten als „Vaterlandsverräter“, und „Ehrenlose“ gebrandmarkt wurden.

Hinzu kommt, dass erstmals bei einem Putsch das Parlament, das Hauptgebäude des Nachrichtendiensts, der Präsidentenpalast, die Stützpunkte der Spezialkräfte der Polizei und der Armee und weitere wichtige Gebäude von Kampfjets bombardiert wurden, berichtet die Zeitung T24.

Dramatisch Szenen spielten sich auch unter loyalen Militärs und Putschisten ab. Eine Gruppe von 20 Putschisten, einschließlich des Brigadegenerals, kam am 15. Juli in das Hauptgebäude der Spezialkräfte des Militärs. Sie wurden vom wachhabenden Unteroffizier Ömer Halisdemir begrüßt. Brigadegeneral Terzi sagte dem Unteroffizier Halisdemir, dass geputscht wird. Alle hätten sich zu ergeben, berichtet die Zeitung Cumhuriyet. Daraufhin soll der Unteroffizier Halisdemir seine Waffe gezogen, dem Brigadegeneral in den Kopf geschossen und sieben weitere Putschisten erschossen haben. Die restlichen Putschisten töteten Halisdemir.

In der Putschnacht kamen 161 Menschen ums Leben, berichtet die Zeitung Aksam. 154 weitere Personen wurden schwerverletzt.

Putschisten eröffnen das Feuer auf die Bevölkerung

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Parlamentssitzung während des Angriffs auf das Parlamentsgebäude

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Helikopter feuert auf Bürger

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Putschisten-Unteroffizier tötet den Istanbuler Kommunalpolitiker Mete Sertbas auf offener Straße

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Putschist schießt auf Bürger, der zuvor gesagt hat: „Schande über euch“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DWN-Kommentar: Wie Russland den Westen in der Ostsee testet - und China uns im Zollstreit
24.05.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Hessen will Ukrainisch an Schulen als zweite Fremdsprache einführen
24.05.2024

Manchen jungen Ukrainern fehlt in Hessen die zweite Fremdsprache für die gymnasiale Oberstufe. Sie müssen vorerst aufs Abitur verzichten....

DWN
Technologie
Technologie „Mission KI“: Deutschlands Initiative für Künstliche Intelligenz und Datenökonomie
24.05.2024

„Mission KI“ heißt die nationale Initiative zur Stärkung der KI- und Datenökonomie in Deutschland. Gemeinsam mit Acatech und dem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn leicht gewachsen
24.05.2024

Keine große Überraschung, aber erste Anzeichen für Zuversicht: Das Statistische Bundesamt meldet erste Anzeichen für einen...

DWN
Immobilien
Immobilien Studie: Worüber sorgen sich die Akteure am Immobilienmarkt?
24.05.2024

Eine Studie hat die Lage der deutschen Immobilienwirtschaft aus der Sicht von Kauf- und Bauinteressenten, Immobilienbesitzern und...

DWN
Politik
Politik Demokratiefest rund um Kanzleramt und Bundestag
24.05.2024

75 Jahre Grundgesetz - mit Diskussionen, Konzerten und allerhand Informationen feiert Deutschland seine Verfassung. Die Bundesregierung...

DWN
Politik
Politik Kritik am Hartz-IV-Nachfolger: Bestraft das Bürgergeld aufrichtige Arbeitnehmer?
24.05.2024

Nach Zeiten-, Energie- und Wirtschaftswende fordert jetzt auch die CDU eine Wende bei der Sozialpolitik. Arbeit soll sich wieder lohnen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Was bei „Workation“ beachten? Umfassender Ratgeber zu Steuer- und Sozialversicherungsfragen
24.05.2024

Entdecken Sie die Welt der Workation - eine aufregende Mischung aus Arbeit und Urlaub! Arbeiten Sie von den schönsten Orten der Welt aus,...