Finanzen

Deutsche Bank gefährdet alle: 48 Billionen Euro in riskanten Wetten

Lesezeit: 1 min
11.04.2013 02:12
Die Deutsche Bank könnten den Deutschen schon bald Sorgen bereiten. Mit 48 Billionen an riskanten Wetten steht die Bank wegen ihres geringen Eigenkapitals nicht besonders solide da. Experten warnen seit langem vor den Gefahren.
Deutsche Bank gefährdet alle: 48 Billionen Euro in riskanten Wetten

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres musste der Finanzkoloss Deutsche Bank einen überraschend großen Verlust hinnehmen: 2,2 Milliarden Euro. Doch gemessen an den immensen Risiken, die sich in den hinteren Büchern der Bank noch befinden, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das wirklich bermerkenswerte sind die Derivate-Geschäfte der Bank.

In ihrem Risikobericht gibt die Deutsche Bank ein Kreditrisiko-Engagement aus Derivaten im Umfang von 59,195445 Billionen Euro an (Stand 31.12.2011, der aktuellste Bericht). Das entspricht fast einem Sechstel der in Europa in Umlauf befindlichen Derivate (mehr hier). Allein von diesen fast 60 Billionen Euro sind über 48 Billionen Euro in zinsbezogene Derivate „investiert“ – also schlicht in Wetten auf Kursentwicklungen.

Wenn die Deutsche Bank bei ihren Derivate-Geschäften nur einen Ausfall von 10 Prozent hat, steht nicht nur die Deutsche Bank vor dem Kollaps. Die Deutsche Bank ist mehr als nur systemrelevant. Schon seit längerer Zeit hatten auch ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank auf das immense Risiko hingewiesen, dass in der Deutschen Bank steckt. Ein Risiko, das die Bank den Vorwürfen zufolge offenbar mit Zinsmanipulationen zu schmälern suchte (hier).

Der ehemalige Chefökonom des IWF, Simon Johnson, fordert seit längerer Zeit, die Deutsche Bank zu zwingen, mehr Eigenkapital aufzubringen. „Der deutsche Steuerzahler sollte sehr besorgt sein“, zitiert Bloomberg Johnson. Die Deutsche Bank ist unzweifelhaft „too big to fail“. Sie ist systemrelevant – und deshalb werden im Zweifel die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Johnson hält die Notwendigkeit eines Bailouts für die Deutsche Bank für durchaus möglich. Die Bank sei zu extrem „gehebelt“. Das Risiko-Management sei nicht ausreichend.

Bisher war die EU, wenn es um die Risiken der Banken geht, immer hinterher, die Finanzinstitute, die in eine gescheiterte Bankinvestiert hatten, selbst nicht in die Pflicht zu nehmen. In Irland beispielsweise musste die Deutsche Bank keine herben Verluste auf Bankanleihen fürchten, hier standen die Steuer dafür gerade. Erst seit Zypern werden die Banken mit einbezogen. Doch selbst hier zögerte man das Bailout und das Bail-In so lange heraus, bis deutsche und französische Banken den Großteil ihrer Gelder aus dem Land abgezogen hatten (hier). Doch angesichts des Billionen-Risikos bei der Deutschen Bank, kann die EU nicht überall versuchen, das Schlimmste zu verhindern – es gibt Grenzen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Palästinenser nehmen Tel Aviv unter Beschuss, Israel zerstört Medien-Hochhaus in Gaza

Gleich drei Mal gab es in Tel Aviv Raketenalarm. Israels Militär zerstört Dutzende Waffenfabriken der Hamas und ein Hochhaus mit...

DWN
Politik
Politik Unionsfraktionsvize will CO2-Preis ab 2022 fast verdoppeln

Andreas Jung schlägt vor, den CO2-Preis auf Öl und Gas bereits im kommenden Jahr drastisch zu erhöhen. Benzin würde sich dadurch um 13...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflationswarnung: Getreidehändler melden historische Preisanstiege

Getreidehändler verzeichnen historische Preisausschläge, die sich bald auch in den Supermärkten zeigen werden - etwa bei Mehl, Fleisch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Jede Chance auf Frieden löst ein Blutbad aus

Friedensverhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis sind sinnlos, wie die Geschichte lehrt: Nur wenn die Fronten verhärtet sind,...

DWN
Politik
Politik Deutschlandweit Proteste gegen Israel, Ausschreitungen in Berlin

Auch in Deutschland sind die Auswirkungen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern zu spüren. Zunächst friedliche...

DWN
Technologie
Technologie China landet erstmals Rover auf dem Mars

China feiert die erfolgreiche Landung der Sonde Tianwen-1 auf dem Mars. Es ist das erste Mal, dass das Land auf einem Planeten eine Sonde...

DWN
Deutschland
Deutschland 850 Menschen stehen in Bayern Schlange für eine Impfdosis

Im oberbayerischen Ebersberg standen am Samstag 850 Menschen an, einige schon ab 5 Uhr früh. Der Vorfall ist kein Einzelfall.