Deutschland

Deutsche Telekom: Verdacht der Schwarzarbeit bei hunderten IT-Mitarbeitern

Lesezeit: 1 min
30.06.2013 01:20
Die Deutsche Telekom setzte in verschiedenen IT-Projekten Freelancer ein. Aufgrund der Art ihrer Tätigkeit soll es sich dabei um Scheinselbständigkeit gehandelt haben. Dem Konzern drohen nun massive Nachzahlungen bei Sozialabgaben und Steuern und ein Bußgeld.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Steuern  

Die Deutsche Telekom steht unter Verdacht, mehrere hundert IT-Spezialisten als Scheinselbständige beschäftigt zu haben. Die Affäre könnte das Unternehmen finanziell hart treffen.

Die Deutsche Telekom beschäftigt seit Jahren mindestens einige hundert Scheinselbstständige, zitiert heise online einen Bericht des Bonner General-Anzeigers. Sie sollen als Freelancer in arbeitnehmerähnlichen Verhältnissen an IT-Projekten mitgewirkt haben. Auf die Telekom könnten Nachzahlungsforderungen für Sozialabgaben in zweistelliger Millionenhöhe zukommen. Außerdem drohen Steuernachzahlungen und ein Bußgeld.

Im Unterschied zu Leiharbeitern sind Freelancer bei den Personaldienstleistern nicht festangestellt. Der Dienstleister arbeitet lediglich als Vermittler, sodass Freelancer im Prinzip selbstständig sind. Daraus können arbeitsrechtliche Probleme entstehen, wenn Art und Umfang der Tätigkeit der Arbeit eines Arbeitnehmers vergleichbar sind.

Bis zu seiner Pleite im März hatte der Personaldienstleisters Lenroxx der Telekom Freelancer für verschiedene IT-Projekte zur Verfügung gestellt. Nach der Pleite von Lenroxx waren diese ohne Bezahlung. Daher habe die Telekom ihnen angeboten, die Betroffenen einzustellen oder über andere Personaldienstleister zu beauftragen, sagte ein Unternehmens-Sprecher. Außerdem habe man mit Abschlagszahlungen weiter geholfen.

Die Telekom hat nach eigenen Angaben eine arbeitsrechtliche Überprüfung dieser Beschäftigungsverhältnisse durch eine Anwaltskanzlei in Auftrag zu geben. Diese Prüfung dauere noch an. Anfang Juni seien zudem die Deutsche Rentenversicherung und das Finanzamt Bonn kontaktiert worden.

Der IT-Branchenverband Bitkom fordert schon seit Längerem gesetzliche Klarheit beim Einsatz von Freiberuflern. Derzeit bedeute die Beauftragung von Freiberuflern für IT-Unternehmen „erhebliche Risiken“, so der Verband. Es drohe ihnen nicht nur die massive Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen, sondern mitunter auch die strafrechtliche Verfolgung.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Putin fördert intensivere Geschäftspartnerschaften mit China
18.05.2024

Putin hat während seines Staatsbesuchs in China eine Stärkung der wirtschaftlichen Kooperation betont und die Sanktionen des Westens...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Überraschende Wende: China nicht mehr Deutschlands Top-Handelspartner
18.05.2024

Für eine beträchtliche Zeit war die Volksrepublik Deutschland der primäre Handelspartner. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass China...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nike schnappt Adidas die Nationalmannschaft weg: Der DFB kennt keine Gnade
18.05.2024

Über 70 Jahre waren sie eine Einheit – die deutsche Nationalmannschaft in ihren Adidas-Trikots und ihren Schuhen mit den drei Streifen....

DWN
Finanzen
Finanzen Günstiger Urlaub? Versteckte Kosten, die Sie unbedingt im Blick haben sollen!
18.05.2024

Sie haben Ihren Sommerurlaub bestimmt schon geplant und freuen sich darauf, eine schöne Zeit am Strand zu verbringen und sich zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Schulden-Restrukturierung: Ukraine braucht weitere Zugeständnisse von Investoren
18.05.2024

Die Ukraine will möglichst schnell ihre Finanzierung über den Kapitalmarkt neu aufstellen. Es geht um bereits am Markt platzierte...

DWN
Politik
Politik Für immer beschützt von Uncle Sam? Warum Europa nicht mehr auf die Hilfe der USA zählen sollte
18.05.2024

Sinkt das Interesse der USA an Europa? Für Jahrzehnte galt es als gesichert, dass die Vereinigten Staaten von Amerika Westeuropa vor...

DWN
Panorama
Panorama Studie: Klimawandel führt zu weniger Ertrag und Qualität bei Reis
18.05.2024

Japanische Forscher wollten herausfinden, wie sich der Klimawandel auf die Reisernte auswirkt. Dafür haben sie mehrere Szenarien...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DWN-Kommentar: 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance - das ist doch ein unternehmerischer Alptraum!
17.05.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...