Google-Revolution: Computer ersetzen den Autofahrer

 

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25.12.2013 01:34
Google arbeitet seit 2010 intensiv an autonomen Fahrzeugen. Nach hunderttausenden Test-Kilometern im Straßenverkehr kommt der Konzern zu dem Schluss, dass Computer die besseren Autofahrer sind. Google liefert sich mit anderen Automobilherstellern ein Wettrennen bei der Entwicklung der Technologie.

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Googles unbemannte Fahrzeuge sollen bereits jetzt sicherer sein als menschliche Autofahrer. Zu diesem Schluss kommt Chris Urmson, Googles Projektleiter für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Die Daten, die bei Testfahrten in den USA gesammelt wurden, ließen den Schluss zu. Demnach verursachten die computergesteuerten Autos deutlich seltener selbstverschuldete Unfälle und fahren dabei Ressourcen-schonender als menschliche Autofahrer. Dies geht aus einem Bericht des MIT Technology Review hervor.

Der Technologie-Konzern Google sieht die Zukunft des Automobils in autonomen Fahrzeugen, die von Computern gesteuert werden und ohne menschliches Eingreifen navigieren können. Dies würde die Zahl der Verkehrstoten pro Jahr drastisch reduzieren und Ressourcen einsparen, so Urmson. Er präsentierte auf der Robotics Konferenz in Santa Clara zwei Studien, die diese Hypothese stützen. Demnach bremsen und beschleunigen die computer-gesteuerten Autos weniger hart und halten den Sicherheitsabstand zu anderen Fahrzeugen konsequenter ein.

Google verwendet einen modifizierten Toyota Prius als Prototyp. Dieser ist mit einem sogenannten LIDAR-Sensorsystem (light detection and ranging) auf dem Dach ausgerüstet. Damit kann das Fahrzeug über Licht- und Abstandsmessungen alle Objekte in der Umgebung in Echtzeit erfassen. Zudem ist das Auto mit Kameras ausgestattet, die ebenfalls der Objekterkennung dienen. Ein Radar in der Fahrzeugfront und an den Seiten sorgt für eine lückenlose Erfassung der Umgebung. Durch GPS berechnet das Auto zu jeder Zeit seine aktuelle Position und Messgeräte an den Rädern zeichnen die ablaufenden Bewegungen auf. Darüber hinaus kann der Bordcomputer jederzeit auf hochauflösende und aktuelle Straßenkarten zurückgreifen.

Google testet die Fahrzeuge seit 2010 in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada. Nach Angaben von Sebastian Thurn wurden bis zum März 2011 allein in Kalifornien mehr als 225.000 Kilometer im Straßenverkehr zurückgelegt. Thurn ist Professor für künstliche Intelligenz an der Stanford Universität und war maßgeblich an der Entwicklung des Google Autos beteiligt. In einem sehenswerten Video erzählt Thurn die Entwicklungsgeschichte der Technologie. Seine Motivation für die Mitarbeit an Googles Projekt war, die Anzahl an Verkehrstoten pro Jahr durch den Einsatz von Technologie zu senken.

Um die Sicherheit der autonomen Fahrzeuge unter Beweis zu stellen, müssten die Google Autos mindestens 1,2 Millionen Kilometer unfallfrei im Straßenverkehr zurücklegen. Zu diesem Schluss kommt Bryan Walker Smith vom Center of Internet and Society in seiner Analyse. Erst dann könnte mit Sicherheit gesagt werden, dass die autonomen Fahrzeuge sicherer fahren als konventionelle Autofahrer. Das Unternehmen gab im August 2012 an bereits knapp die Hälfte dieser Strecke unfallfrei zurückgelegt zu haben.

Auch rechtliche Fragen stehen einer Massenproduktion noch im Weg. Wenn niemand mehr das Auto kontrolliert, wer haftet dann bei einem Unfall für eventuelle Schäden? Den Aussagen von Chris Urmson zufolge kommt der Autohersteller dann für Schäden auf. Bestehende Richtlinien zur Produkthaftung würden diese Fälle abdecken. Wenn Unfälle mit Google-Autos geschehen sollten, würden außerdem die vom Computer gesammelten Daten  genau aufzeigen, wer für den Unfall verantwortlich ist.

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das an führerlosen Fahrzeugen arbeitet. Der Elektroauto-Hersteller Tesla kündigte an, bis zum Jahr 2016 die ersten autonomen Fahrzeuge zu produzieren, wie die Daily Mail berichtet. Auch BMW, Mercedes, Nissan und General Motors forschen intensiv an der Technologie, wie der MIT Technology Review berichtet.


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