Saudi-Arabien unter Druck: Währung und Aktienkurse brechen ein

 

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30.09.2016 02:06
Saudi-Arabien steht nach dem Entscheid des US-Kongresses, Klagen gegen das Land wegen 9/11 zuzulassen, unter hohem Druck. An den Finanzmärkten des Landes bahnen sich schwere Verwerfungen an.
Saudi-Arabien unter Druck: Währung und Aktienkurse brechen ein
Der Kurs des Rial zum Dollar. (Grafik: Zerohedge)

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Saudi-Arabien ist nach dem Entscheid des US-Kongresses, Klagen gegen das Land wegen möglicher Verwicklungen in die Attentate vom 11. September 2001 zuzulassen, an den Finanzmärkten unter großen Druck geraten.

Der Kurs der Landeswährung Rial ist schon einen Tag vor dem Entscheid so stark gefallen wie seit Januar nicht mehr und steht derzeit bei 3,7550 Rial für den US-Dollar, obwohl die saudische Zentralbank den Wechselkurs seit Jahren bei 3,7500 stabil hält. Zudem scheinen immer mehr Spekulanten auf eine weitere Abwertung in den kommenden Monaten zu wetten. Einjährige Terminkontrakte zeigten den größten Anstieg seit Juli, wie der Finanzblog Zerohedge berichtet.

Auch der Aktienmarkt steht unter Druck. In einer Liste von 90 von Bloomberg beobachteten Indizes schnitt der saudische Tadawul All Share Index in den vergangenen Tagen am schwächsten ab. Am Mittwoch sank er um über 4 Prozent auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Auf Jahressicht sank der Index von einem Niveau bei etwa 7.500 Punkten auf derzeit etwa 5.500 Punkte.

Unklar bleibt, welche Auswirkungen der Kongressentscheid auf die von der saudischen Regierung für den Oktober geplante Geldaufnahme an den internationalen Finanzmärkten haben wird. Zwischen 10 und 15 Milliarden Dollar sollen durch Anleihen eingenommen werden. Saudi-Arabien hatte stets mit einer „erheblichen Veränderung“ in den Beziehungen zu den USA gedroht, falls das Land Klagen von Hinterbliebenen zulassen werde. Unter anderem deutete man in Raid an, massenweise US-Staatsanleihen und andere Kapitalanlagen im Gesamtwert von bis zu 750 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Die Einnahmen aus den Anleihen werden dringend gebraucht, um die Umstrukturierung der Wirtschaft zu finanzieren, welche künftig weniger vom Ölgeschäft abhängig sein soll. Ein Teil der Gelder wird zudem gebraucht, um das Handelsbilanzdefizit von 16 Prozent im vergangenen Jahr zu schließen. Dieses stellte das größte Defizit unter den 20 größten entwickelten Ländern dar. Für das laufende Jahr rechnen Beobachter mit einem Defizit von deutlich über 10 Prozent.

„Es ist nur noch eine Frage wann, nicht ob Saudi-Arabien den internationalen Kreditmarkt anzapfen wird. Saudi-Arabien muss eine substantielle Summe über den Anleihemarkt aufbringen“, sagte ein von Bloomberg zitierter Analyst.

Der Ölpreisverfall hat bereits dazu geführt, dass Saudi-Arabien seit 2014 rund 150 Milliarden Dollar an Währungsreserven aufbrauchen musste, berichtet oilprice.com. Zudem hatte die US-Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit des Landes im Mai auf A1 heruntergestuft – zwei Ebenen unter den Ratings von Abu Dhabi und Qatar.


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