Serbien bereitet sich auf nächste Flutwelle vor

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
19.05.2014 15:53
In Serbien bereiteten sich die Menschen auf die nächste Hochwasserwelle vor. Gefahr besteht nicht nur für die Zivilbevölkerung, sondern auch für die serbischen Kraftwerke. Besonders dramatisch ist die Lage am Kraftwerk in Obrenovac, das etwa die Hälfte des serbischen Stroms produziert.

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Auch nach dem Ende der tagelangen Regenfälle ist noch kein Ende der Überschwemmungskatastrophe auf dem Balkan in Sicht. Aus Kroatien rollte am Montag eine neue Flutwelle des Flusses Sava auf Nord-Bosnien und den Westen Serbiens zu.

Soldaten und Freiwillige versuchten, mit Sandsack-Dämmen Ortschaften und das größte serbische Kraftwerk abzusichern. Die Zahl der Toten des schwersten Hochwassers auf dem Balkan seit mehr als 100 Jahren stieg auf 38 (mehr hier).

Allein in Bosnien mussten über 500.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen wegen der Fluten verlassen. Das sind mehr als ein Achtel der Einwohner von Bosnien-Herzegowina. Schlamm, Trümmer, Müll und Tierkadaver bedeckten weite Landstriche in den Gebieten, wo das Hochwasser zurückging.

Am Sonntag hatten die Regenfälle aufgehört, durch deren Wassermassen ganze Landstriche in den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken überflutet wurden. Allerdings stiegen die Pegelstände der Sava weiter an. Dadurch drohten in Bosnien und Serbien weitere Überschwemmungen.

Am Sonntagabend hatten die Fluten einen weiteren Hochwasserschutz durchbrochen und Teile der Stadt Orasje im Norden Bosniens überflutet. Im nordbosnischen Tuzla versuchten Freiwillige und Arbeiter des Katastrophenschutzes Gräben zu ziehen, um die Wassermassen von Häusern fernzuhalten. Durch den Abfluss des Wassers sollte auch vermieden werden, dass Böschungen aufweichen und abrutschen. Durch Hunderte Bergrutsche und Schlammlawinen entlang der Sava wurden in Bosnien bereits große Teile des Ackerlandes verwüstet. Landwirtschaft ist das Rückgrat der bosnischen Wirtschaft.

An der serbisch-bosnischen Grenze war die Stadt Mali Zvornik vom Hochwasser bedroht. Dort rutschte ein Berg in den Fluss Drina ab, wodurch dieser aufgestaut und die Wassermassen des Flusses Richtung Stadt umgeleitet wurden.

Im serbischen Obrenovac versuchten Soldaten und Arbeiter, mit einem Damm aus 60.000 Sandsäcken das größte Kraftwerk des Landes vor Überschwemmungen zu schützen und am Netz zu halten. Eine Gewerkschaftssprecherin sagte, einige Arbeiter hätten drei Tage nahezu ohne Pause Sandsäcke gefüllt, da Hilfsmannschaften nicht zu dem von Wassermassen eingeschlossenen Kraftwerk Nikola Tesla durchdringen konnten. „Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand. Alles weitere liegt in Gottes Hand“, sagte Djina Trisovic zu Reuters. Das Kraftwerk produziert etwa die Hälfte des serbischen Stroms. Als Vorsichtsmaßnahme wurden schon Teile der Anlage stillgelegt. Auch in der rund 30 Kilometer entfernten Hauptstadt Belgrad füllten Hunderte Freiwillige pausenlos Sandsäcke, um die Ufer der Sava zu befestigen.

 



DWN
Finanzen
Finanzen Die Inflation: Ein deutsches Trauma wird zum machtpolitischen Instrument der Eliten

Das Verhältnis der Deutschen zur Geldwert-Stabilität ist neurotischer Natur. Das nutzen die wirtschaftlichen und politischen Eliten zu...

DWN
Politik
Politik Brexit - wen kümmert´s? Impressionen aus einem unaufgeregten Land

DWN-Korrespondent Ronald Barazon ist nach Großbritannien gereist, sieht sich im Land um und sucht nach Vorbereitungen der Briten auf den...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldgeber geraten in Panik: Argentinien kann und will seine Schuldzinsen nicht mehr zahlen

In Argentinien bahnt sich keine zwei Jahre nach einer Milliarden-Schuldenspritze durch den IWF die nächste Krise an. Die Regierung will...

DWN
Politik
Politik Irakischer Premier klagt an: Trumps Söldner haben unsere Polizisten ermordet

Der irakische Präsident Adel Abdul-Mahdi behauptet, US-Präsident Donald Trump habe Söldner oder US-Soldaten irakische Sicherheitskräfte...

DWN
Finanzen
Finanzen Das Sterben der internationalen Banker geht weiter

In den vergangenen Jahren sind mindestens 85 international hochrangige Banker unter seltsamen Umständen ums Leben gekommen.

DWN
Finanzen
Finanzen Das Zeitalter der entfesselten Spekulation in der Altersvorsorge hat begonnen

Weil die privaten Altersvorsorge-Systeme keine Rendite mehr erwirtschaften können, erwägt die EU eine komplette Öffnung – auch und...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Abschwung auf dem wichtigsten Automarkt der Welt wird sich 2020 fortsetzen

China ist der wichtigste Automobilmarkt der Welt – insbesondere auch für die deutschen Hersteller. Nun kündigt der zuständige...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue wirtschaftspolitische Agenda: Russland setzt auf Erhöhung von Sozialleistungen und Investitionen

Russlands Präsident Putin hat versprochen, im aktuellen Jahr auf eine expansive Fiskalpolitik umzusatteln. Der Lebensstandard der Russen...

DWN
Politik
Politik Spaniens linke Regierung meint es gut - doch gute Absichten allein können das Land nicht aus der Krise führen

Seit November 2019 hat Spanien endlich ein neues Parlament. Doch die Koalition zwischen Sozialisten und Linksradikalen ist fragil - und...

DWN
Finanzen
Finanzen Christine Lagarde: Eine Frau will nach oben

Über Christine Lagarde wird ausschließlich im Zusammenhang mit finanzpolitischen Themen berichtet. Die EZB-Chefin steht vor allem in...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman Sachs beendet Zusammenarbeit mit rein „weißen und männlichen“ Vorständen

Um die Vielfalt zu fördern, will die US-Investmentbank Goldman Sachs keine Börsengänge von Unternehmen mehr begleiten, deren...

DWN
Politik
Politik „Würdiger Lebensstandard“: Asylzentren dürfen Gewalttäter nicht rausschmeißen

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zufolge dürfen Asylzentren gewalttätige Bewohner nicht ausschließen.

DWN
Deutschland
Deutschland Polnische LOT rettet den bankrottreifen Ferienflieger Condor

Der finanziell angeschlagene Ferienflieger Condor hatte noch bis Ende März Zeit, einen neuen Investor zu finden - ansonsten hätte ein...

DWN
Politik
Politik Mit der Geduld am Ende: Zehntausende Griechen protestieren gegen Migrationskrise auf den Inseln

Offenbar geht den Griechen auf den von der Migrationskrise betroffenen Insel langsam die Geduld aus. Es kam erstmals zu einem koordinierten...

celtra_fin_Interscroller