Geisterflug MH 370: Aufsicht will verhindern, dass Flugzeuge spurlos verschwinden

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
14.07.2014 02:05
Ein Gutachten über das Verschwinden der Malaysian Airlines Maschine fordert künftig eine globale Überwachung von Passagierflugzeugen. Die Maschinen sollen verpflichtet werden, regelmäßig Positionsdaten zu übermitteln. Im Fall von Flug MH370 gab es keine lückenlose Kursverfolgung. Bis heute ist völlig unklar, was mit der Maschine geschehen ist.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Luftfahrt-Industrie bemüht sich nach dem Verschwinden von der Malaysian Airlines Maschine um Aufklärung. Ein vorläufiges Gutachten zum Verschwinden von Flug MH370 setzt sich für eine lückenlose Kursverfolgung von Passagierflugzeugen ein. Das mysteriöse Verschwinden der Maschine war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein weiterer schwerer Schlag für das Vertrauen der Passagiere in die Sicherheit des Flugverkehrs.

„Der Verlust von MH370 macht uns auf eine dringende Notwendigkeit aufmerksam. Dass ein so großes Passagierflugzeug ohne eine Spur und für so eine lange Dauer verloren geht, ist einmalig in der Geschichte der modernen Luftfahrt. Und es darf nicht wieder passieren“, zitiert die Financial Times Tony Tyler, den Chef der Internationalen Luftfahrvereinigung (IATA). Die IATA und die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) würden „gemeinsam daran arbeiten, die Möglichkeiten globaler Flugüberwachung zu verbessern.“

Nach dem Absturz der Air France Maschine 447 im Jahr 2009 verabsäumte es die ICAO, entsprechende Verbesserungen an der Flugüberwachung vorzunehmen. Es dauerte damals fast zwei Jahre, bevor die Blackbox der Maschine im Südatlantik gefunden wurde. Im Zuge des Unglücks wurde vorgeschlagen, alle großen Flugzeuge, die über offenes Wasser fliegen, dauerhaft zu überwachen. Zudem wurde angeregt, dass alle Passagierflugzeuge regelmäßig „grundlegende Flugparameter übertragen“, so etwa Position, Höhe, Geschwindigkeit und Richtung.

In einem 219-seitigen Bericht der französischen Flugsicherheitsbehörde (BEA) aus dem Jahr 2012 wurden bereits diverse Vorschläge zur Vermeidung zukünftiger Unglücke gemacht. Darunter war auch der Vorschlag, die Lebensdauer der Blackbox-Batterien von 30 auf 90 Tage auszudehnen. Die ICAO hat den Vorschlag nun umgesetzt, doch viel zu spät. Bis zum Jahr 2018 sind alle Fluggesellschaften verpflichtet, ihre Maschinen entsprechend umzurüsten. Aber eine verpflichtende und lückenlose Kursüberwachung wurde bisher nicht beschlossen, wohl auch weil sich die Fluglinien dem aufgrund hoher Kosten widersetzen.

Dennoch weisen die Behörden jegliche Mitverantwortung für das Verschwinden von MH370 von sich.

„MH370 ist sehr unterschiedlich zu AF447“, so IATA-Chef Tyler. „Während wir bei AF447 sehr genau wussten, wo sie abgestürzt ist, war das Problem bei MH370, dass sie von allen Formen der Flugüberwachung verschwunden ist, inklusive Radarüberwachung.“

Im Fall von Flug MH370 war eine Flugüberwachung mit lückenloser Kursverfolgung nicht vorhanden. Somit musste die Route der Maschine aufwendig rekonstruiert werden. Ein Teil der Maschine sendete automatisierte Signale zu einem Satelliten. Die Daten dieses Satelliten wurden mit den Radardaten der malaysischen Luftwaffe kombiniert. Die Luftstreitkräfte ignorierten einen unbekannten Radarkontakt und schlussfolgerten erst später, dass es sich dabei um Flug MH370 gehandelt haben könnte.

Vier Monate nach dem Verschwinden der Maschine wurde mittels der Daten ein neuer Suchkorridor von einer Größe von 60.000 Quadratkilometern berechnet. Spezielle Schiffe, die mit Sonar ausgerüstet sind, untersuchen den Meeresboden im südliche Indischen Ozean und werden bei ihrer Suche in der Tiefe von autonomen Mini-U-Booten unterstützt. Die Suche könnte ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. Australien hat bereits 56 Millionen Dollar in die Suche investiert, weitere 30 Millionen kommen wohl noch einmal hinzu (mehr hier).

Die Theorien über den Verbleib der Malaysian Airlines Maschine reißen nicht ab. So behauptet der amerikanische Journalist Nigel Cawthorne in seinem Buch, das Flugzeug sei einem Manöver der US-Armee und des thailändischen Militärs versehentlich abgeschossen worden (hier).

Vieles spricht indes für eine Entführung der Maschine. Die Kommunikationssysteme wurden offenbar gezielt abgeschaltet, kurz bevor MH370 von den Radarschirmen verschwand (hier). Bei einer Hausdurchsuchung der beiden Piloten wurden Hinweise gefunden, dass die beiden schwierige Landeanflüge auf die Malediven trainierten. Unter den häufig trainierten Landeanflügen befand sich auch ein US-Luftwaffenstützpunkt auf dem Insel-Atoll Diego Garcia (hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Trumps Drohnen-Angriff auf Soleimani: Die ganze Wahrheit

DWN-Analyst Michael Bernegger zeigt die wahren Gründe auf, warum Präsident Donald Trump den iranischen General Qassem Soleimani töten...

DWN
Politik
Politik Zar Putin wird von demokratischen Erscheinungen geplagt

Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte diese Woche mit einem großen Paukenschlag die Änderung der Verfassung an. Wieder einmal....

DWN
Finanzen
Finanzen Grundsteuer: 36 Millionen Häuser und Grundstücke müssen neu bewertet werden

Im Rahmen der Grundsteuer werden 36 Millionen Grundstücke und Häuser neu bewertet. Anschliessend wird die Steuer bei Vermietern auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Staaten verzeichnen Rekord-Nachfrage nach ihren Schuldtiteln

Nie zuvor haben die Staaten der Eurozone eine so große Nachfrage nach ihren Schuldtiteln verzeichnet wie in dieser Woche. Davon...

DWN
Politik
Politik USA schaffen Kredit-Vehikel, um Chinas finanzielle Dominanz in Asien zu brechen

Die rege Finanzierungstätigkeit der Chinesen wird in Washington mit Sorge beobachtet. Nun soll ein neues Kreditvehikel Staaten weltweit,...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Banken erhöhen Strafzinsen

16 Banken haben zum Jahresbeginn Negativzinsen für Privatkunden eingeführt oder bestehende Strafzinsen erhöht.

DWN
Technologie
Technologie US-Verkehrsbehörde leitet Untersuchung gegen Tesla ein

Aufgrund mehrerer Unfälle, die offenbar durch ein Autopilot-System ausgelöst wurden, hat die US-Verkehrsbehörde eine Untersuchung gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Trotz positiver PR-News: Irritationen um den deutschen Schiffbau

Die deutschen Schiffbauer konzentrieren sich schon lange auf den Bau von Nischenprodukten wie Fähren und Luxusschiffe. Denn die Konkurrenz...

DWN
Politik
Politik Geopolitik: Im Iran kommt die Kurden-Karte ins Spiel

In den Kurden-Gebieten des Irans könnte es bald brodeln. Mehrere Anzeichen sprechen für diese These.

DWN
Politik
Politik Frankreich verlegt Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer

Frankreichs Präsident Macron hat die Entsendung eines Flugzeugträgers in das östliche Mittelmeer verkündet. Aus einer Übersicht geht...

DWN
Politik
Politik Pentagon veröffentlicht neues Strategiepapier zur Eindämmung Russlands auf Europas Energiemarkt

Aus einem Strategiepapier der Pentagon-Denkfabrik Rand geht hervor, wie Russlands Rolle auf dem europäischen Energiemarkt zurückgedrängt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ÖBB schicken ersten batteriebetriebenen Zug in Europa auf die Gleise

Die Österreichischen Bahnen (ÖBB) wagen sich als erste in Europa auf das Terrain der batteriebetriebenen Züge vor. Mit dabei ist auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltgrößter Hedgefonds erwartet neue Rekorde beim Goldpreis

Vor dem aktuellen Hintergrund könnte der Goldpreis bis Ende des Jahres um 30 Prozent steigen, sagt Greg Jensen, Chief Investment Officer...

DWN
Finanzen
Finanzen USA setzen Schweiz auf Watchlist wegen Manipulation des Franken

Die USA haben die Schweiz auf eine Beobachtungsliste von Staaten gesetzt, die sie der Währungsmanipulation beschuldigen, und fordern von...

celtra_fin_Interscroller