Politik

Russland: Ex-Finanzminister erwartet Kapitalverkehrs-Kontrollen

Lesezeit: 1 min
14.01.2015 00:02
Kontrollen des Kapitalverkehrs sind in Russland nicht mehr unvorstellbar, so der ehemalige russische Finanzminister Alexej Kudrin. Die möglichen Valutakontrollen könnten das Land zehn Jahre zurückwerfen. „Aber irgendwann wird das wohl nicht mehr vermeidbar sein“, so der Putin-Vertraute.
Russland: Ex-Finanzminister erwartet Kapitalverkehrs-Kontrollen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Sollte sich die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtern, hält der ehemalige russische Finanzminister Alexej Kudrin die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen für möglich:

Ein Default wäre der äußerste Schritt, der stärker ist als die Einführung der Valutakontrolle. Wenn die Regierung den Unternehmern erlaubt, Schulden nicht zu tilgen, werden Lieferanten keine Garantien mehr haben, dass sie Geld für ihre Ware bekommen. Das bedeutet, dass Risiken selbst für einen gewöhnlichen Handel um ein Mehrfaches zunehmen werden. Das wird den Außenhandel lahmlegen, während wir zu 50 Prozent auf Einfuhren angewiesen sind“, sagte Kudrin laut SputnikNews der Nachrichtenagentur RBC. Dennoch fürchte er keine Insolvenz Russlands.

Die möglichen Valutakontrollen könnten das Land zehn Jahre zurückwerfen. „Aber irgendwann wird das wohl nicht mehr vermeidbar sein“, so Kudrin. Erst am Montag stufte die Ratingagentur Fitch die Bonität Russlands auf knapp über Ramsch-Niveau ein.

Ende Dezember warnte Kudrin bereits vor einer „ausgewachsenen Wirtschaftskrise“, die das Land treffen könnte. Infolgedessen werde auch die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigen, die auch Auswirkungen auf die Politik haben werde. „Es kommt zu einem Rückgang des Lebensstandards, der schmerzhaft sein wird. Als Folge erwartet er mehr Proteste und Unruhen im Land.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bloß raus aus Russland: Rückzug westlicher Firmen wird zum Eigentor

Als der Ukraine-Krieg begann, wurden westliche Unternehmen zum Rückzug aus Russland gedrängt. Dieser ist zwar schnell verkündet. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Riskante Wette: US-Pensionsfonds setzen verstärkt auf Hebelwirkung

Die staatlichen Pensionsfonds in den USA investieren massiv mit geliehenem Geld. Dies soll die Renditen steigern und die großen...

DWN
Politik
Politik Angriffsdrohungen und ein mysteriöser Brief: Lukaschenko und der Krieg

Der weißrussische Machthaber gilt zwar als Unterstützer Putins, hielt sich bislang aber aus dem Ukraine-Krieg raus. Dann kamen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie eine Familienstiftung vor staatlicher Enteignung schützt

Parteien und Gewerkschafter fordern immer wieder eine Vermögensabgabe. Wer sich davor schützen möchte, dem raten Experten zu einer...

DWN
Deutschland
Deutschland Energieriese soll mit Steuergeld gerettet werden

Erst die Banken, dann die Fluglinien und jetzt die Energieriesen. Erneut bittet eine Branche darum, mit Steuergeldern gerettet zu werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Also doch: Fusion zwischen deutschen Hafenbetreibern ist geplatzt

Die seit September 2017 andauernden Gespräche über eine Fusion der zwei Hafen-Logistik-Unternehmen HHLA und Eurogate wurden jetzt...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN: In eigener Sache

Die Geschäfsführung der DWN über die Neubesetzung der Chefredaktion.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Historisches Handelsdefizit: „Rohstoff-Zeitalter“ bedroht Deutschlands Wohlstand

Der „Exportweltmeister“ Deutschland erzielt ein historisches Defizit - ein Fingerzeig, wohin die Reise im nun angebrochenen...