Finanzen

Neuer Anlage-Trend: Warren Buffet kauft Firmen-Anteile statt Aktien

Lesezeit: 2 min
26.01.2015 00:45
Die aufgeblasenen Aktienmärkte sind nicht mehr das Ziel von Investoren. Die Realwirtschaft rückt als Profit-Quelle in den Vordergrund. So investiert der US-amerikanische Großinvestor Warren Buffet in die Produktions-, Dienstleistungs-, und Einzelhandelsbranchen. Er verspricht sich dadurch langfristige Gewinne.
Neuer Anlage-Trend: Warren Buffet kauft Firmen-Anteile statt Aktien

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Der US-Großinvestor Warren Buffet will im aktuellen Jahr über seine Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway seine Anteile an Unternehmen der Realwirtschaft erweitern.

Eine Aktie ist eine anonyme Beteiligung an einer Aktiengesellschaft, wobei der Firmenanteil eine offene Beteiligung ist, die dauerhaft gehalten werden soll. Bei offenen Beteiligungen geht es nicht nur um Anteil am Gewinn, sondern auch um Einfluss auf die Unternehmens-Führung.

„Der Markt erkennt, dass es mehr als nur das Aktien-Portfolio gibt“, zitiert Bloomberg David Rolfe von Wedgewood Partners, der Anteile im Wert von 10,5 Milliarden US-Dollar beaufsichtigt, worunter sich auch Berkshire-Anteile befinden.

Ein Großteil der Investitionen von Berkshire Hathaway steckt in der Versicherungs-Branche, die sowohl die Erst- als auch Rückversicherung umfasst. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres machten die Erträge aus dem Versicherungs-Geschäft ein Sechstel des Gesamtertrags in Höhe von 15,7 Milliarden US-Dollar aus.

Berkshire Hathaway erzielte mit seinen Anteilen in den Produktions-, Dienstleistungs-, und Einzelhandelsbranchen große Gewinne. „Es ist ein wundervolles Portfolio von Unternehmen, was in der Vergangenheit unterschätzt wurde“, sagt Bill Smead von Smead Capital Management, der Anteile im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar beaufsichtigt. Darunter befinden sich auch Berkshire-Anteile. Warren Buffets Holding-Gesellschaft hat bis Ende September 2014 einen operativen Gewinn in Höhe von 62,4 Milliarden US-Dollar erzielt.

Ende Dezember kaufte Buffet das Brokerunternehmen Charter. Der Kaufpreis lag bei schätzungsweise 500 Millionen US-Dollar. Die Firma organisiert Rückerstattungen von Steuern und Zoll in der Ölindustrie. „Charter Brokerage ist ein hochwertiges Unternehmen mit beständig starken Geschäftszahlen, was gut zu Berkshire Hathaway passt“, sagte Buffett.

Zuvor finanzierte Berkshire Hathaway die Übernahme der kanadischen Fast-Food-Kette Tim Hortons durch Burger King mit insgesamt drei Milliarden US-Dollar. Die Übernahme hatte insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar gekostet.

Robert Halver, Chefökonom der Baader Bank, sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten:

„Berkshire Hathaway konzentriert sich schon seit Jahrzehnten auf langfristige Investitionen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Unternehmens-Anteile erworben, weil in den USA eine Re-Industrialisierung stattfindet. Die USA wollen wieder eine Export-Nation werden. Da lohnt es sich für Investoren, Anteile in den Produktions- oder Dienstleistungsbranchen zu erwerben. In diesem Zusammenhang versuchen die Amerikaner, deutsches Industrie-Know-How in ihre Heimat zu ziehen. Warren Buffets Investitions-Strategie wird mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit aufgehen.“

In den vergangenen zehn Jahren hat Buffets Gesellschaft Beteiligungen in der Konsumgüter-Branche (Brooks Sports, Duracell, Oriental Trading, Russel, Vanity Fair Brands), in der Medien-Branche (BH Media Group, Business Wire), im Schienengüter-Verkehr (Eisenbahngesellschaft BNSF Corporation), im Fahrzeugbranche (Forest River, Van Tuyl Group), im Maschinenbau (IMC International Metalworking Companies), in der Strombranche (PacifiCorp, Pacific Power), im Elektronikhandel (TTI Inc) und in der Versicherungs-Branche (Boat U.S., Guard Insurance Group, Medical Protective, Applied Underwriters) erworben.

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