Crash-Abwehr: China pumpt Milliarden in die Aktien-Märkte

 

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10.09.2015 00:55
Chinas Regierung hat bisher 236 Milliarden Dollar in den Aktienmarkt investiert, um einen weiteren Kursverfall zu verhindern. Dies geht aus Berechnungen der Investmentbank Goldman Sachs hervor. Demnach investierte China allein im August rund 94 Milliarden Dollar, um Aktien aufzukaufen und den Markt dadurch zu stabilisieren. Ein Ende der Intervention ist für Goldman nicht in Sicht.
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In den letzten drei Monaten hat China rund 236 Milliarden Dollar in Aktien investiert, um den drastischen Kursverfall zu stoppen. Das geht aus einer Analyse der Investmentbank Goldman Sachs hervor. Allein im August investierte das „nationale Team“ - wie Goldman die an den Stabilisierungsmaßnahmen beteiligten Akteure nennt - rund 94 Milliarden Dollar in den Aufkauf von Aktien. Das Gesamtvolumen der Intervention entspricht nun in etwa 9,2 Prozent der in China frei-gehandelten Aktien.

Im Zentrum des „nationalen Teams“ steht die China Securities Finance Corporation. Das Staatsunternehmen hat von der chinesischen Börsenaufsicht CSRC den Auftrag, die Kurseinbrüche über Aktienkäufe zu stoppen. Dafür wurden dem Unternehmen insgesamt 483 Milliarden Dollar (rund 3 Billionen Yuan) an staatlichen Geldern zur Verfügung gestellt, wie Bloomberg berichtet. Neben eigenen Aktienkäufen versorgt China Securities Finance Broker-Firmen im Land mit ausreichend Liquidität, damit diese ebenfalls Aktien am Markt aufkaufen können.

Der Shanghai Composite hat seit seinem Hoch im Juni mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Bei dem größten Börsen-Crash in China seit 20 Jahren wurden rund 5 Billionen Dollar Kapital vernichtet. In der zweiten Juni-Hälfte begann der Ausverkauf, nach dem die Regierung den Aktienmarkt zuvor über alle Medien stark geredet hatte und somit maßgeblich am Aufblähen der Spekulationsblase beteiligt war. Einige Investoren befürchten verheerende Auswirkungen auf den Markt, wenn der Staat mit dem Abverkauf der Aktien beginnt. Die Strategen von Goldman Sachs halten diese Befürchtungen jedoch für übertrieben, berichtet Bloomberg. Sie verweisen auf frühere Erfahrungen in Hongkong zur Zeit der Asienkrise 1998 und in den USA seit Ausbruch der Finanzkrise 2008, die eine möglichen Übergang aufzeigen würden.

In chinesischen Medien gibt es immer wieder Spekulation über ein Ende der staatlichen Aktienkäufe. So veröffentlichte Wang Xiaolu, Reporter des angesehenen Wirtschaftsmagazins Caijing, Ende Juli einen Bericht, wonach die chinesische Behörden den Markt nicht länger stabilisieren würden. Er wurde daraufhin zusammen mit 200 weiteren Personen verhaftet, wie der Guardian berichtet. Der Journalist wurde wegen der „Verbreitung von Gerüchten“ angeklagt und „gestand“ daraufhin im Staatsfernsehen, Chaos am Finanzmarkt durch seinen Bericht ausgelöst zu haben. Die chinesische Regierung distanzierte sich umgehend von den Spekulationen und versicherte Anlegern, einen weiteren Kurseinbruch durch den Aufkauf von Aktien zu verhindern.

Darüber hinaus haben die Behörden weitreichende Maßnahmen verabschiedet, um weitere Panikverkäufe zu verhindern. Anleger müssen ihre Aktien nun mindestens ein halbes Jahr halten, wenn sie mehr als fünf Prozent der Unternehmensanteile besitzen. Zudem greifen die Behörden hart gegen „böswillige Leerverkäufe“ durch. So wurden Broker-Firmen aufgefordert, ihre Positionen offen zu legen, damit die Behörden sehen, wer von fallenden Kursen profitiert. Dabei gingen die Behörden gegen alles was kein Absicherungsgeschäft sei vor, sagten Marktteilnehmer.

Am Montag verzeichnete der Aktienmarkt in China den größten Rückgang seit zwei Wochen. Auslöser waren erneut Gerüchte, nach denen die staatlichen Interventionen am Aktienmarkt zurückgefahren werden. Die China Securities Finance Corporation gab zuletzt bekannt, dass sie nur noch im Fall von starker Volatilität oder systemischen Risiken zusätzliche Aktien aufkaufen werde. Doch das Staatsunternehmen werde seine Anteile am noch „auf Jahre hinweg“  halten, so ein Sprecher Mitte August.


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