Rekordförderung im November drückt Ölpreise

Kurz vor der Entscheidung zur Drosselung der Produktion haben die Staaten des Ölkartells Opec eine Rekordmenge gefördert.

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Kurz vor der Entscheidung, die Ölproduktion zu drosseln, haben die OPEC-Staaten eine Rekordmenge gefördert, berichtet Reuters. Die Produktion belief sich im November zusammen auf 34,19 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag nach 33,92 Millionen Barrel im Vormonat, wie aus einer Reuters-Umfrage hervorgeht. Grund seien höhere Fördermengen in Ländern wie dem Irak, Nigeria und Libyen. Das OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien reduzierte dagegen seinen Ausstoß. Experten zufolge dürfte es dem Kartell nun schwerer fallen, die geplante Förderkürzung ab dem kommenden Jahr durchzusetzen.

Die OPEC hatte sich vorige Woche erstmals seit 2008 auf eine Förderbremse geeinigt, um den Ölpreis zu stabilisieren. Die 14 Mitgliedsländer verständigten sich auf eine Drosselung um knapp 1,2 Millionen Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel. Der Ölpreis steht seit 2014 wegen des Überangebots unter Druck. Die OPEC-Länder stehen für rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung.

Seit vergangener Woche hat sich der Rohstoff deutlich verteuert. Die OPEC trifft sich nun am 10. Dezember mit Vertretern anderer Ölförderländer, um deren Beitrag zu erörtern. Einige dieser Nicht-OPEC-Staaten wie Russland hatten bereits signalisiert, ebenfalls ihre Öl-Produktion zurückzufahren.

Die US-Fracking-Industrie befürwortet die OPEC-Entscheidung. Der von der OPEC-Einigung ausgelöste Preisanstieg hat den US-Firmen überraschend neue Perspektiven eröffnet. Für viele lohnt es sich bei den aktuellen Ölpreisen oberhalb der Marke von 50 Dollar pro Barrel (159 Liter) wieder, die Produktion hochzufahren.

Das zusätzliche Angebot aus den USA könnte die in Wien zwischen den OPEC-Mitgliedern verhandelte Förderkürzung der Rekordförderung von 1,2 Millionen Barrel am Tag konterkarieren und die Ölpreise langfristig wieder unter Druck bringen, weil sie ein globales Überangebot wiederherstellen.

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