US-Fracking könnte Ölpreis wieder nach unten bringen

Die Einigung der Opec auf eine Förderkappung ermöglicht US-Anbietern die Rückkehr auf den Erdöl-Markt. Das zusätzliche Angebot dürfte die Preise unter Druck setzen.

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Die sieben großen Fracking-Fördergebiete in den USA. (Grafik: US Energy Information Administration)


Die sieben großen Fracking-Fördergebiete in den USA. (Grafik: US Energy Information Administration)

Die am Mittwoch in Wien erzielte Einigung des Erdöl-Kartells Opec zu Förderbeschränkungen hat nicht nur dem Ölpreis Auftrieb gegeben, sondern auch die Rückkehr US-amerikanischer Fracking-Anbieter auf den Weltmarkt ermöglicht, berichtet oilprice.com. Diese waren in den vergangenen Monaten aufgrund des Preisverfalls bei Erdöl von den großen Konzernen und Ölstaaten an den Rand gedrängt worden. Viele von ihnen mussten das Feld räumen und reduzierten die Anzahl ihrer Bohrlöcher.

Der von der Opec-Einigung ausgelöste Preisanstieg hat den US-Firmen überraschend neue Perspektiven eröffnet. Für viele lohnt es sich bei den aktuellen Ölpreisen oberhalb der Marke von 50 Dollar pro Barrel (159 Liter) wieder, die Produktion hochzufahren. Die Aktienkurse von mehr als 50 Öl- und Gasunternehmen aus den USA sind am Mittwoch durchschnittlich um mehr als 10 Prozent gestiegen. Der S&P 500 Energy Sector Index gewann 5 Prozent.

Schon vor der Opec-Entscheidung deutete sich in der amerikanischen Fracking-Industrie eine Wende an. „Der Umschwung bei den Ölpreisen könnte zu einer Renaissance der US-Frackinganbieter führen. Die gesamte Produktion in den USA ist seit April 2015 durchschnittlich um eine Million Barrel auf aktuell 8,6 Millionen Barrel am Tag gesunken. Aber die Förderung hat sich zuletzt stabilisiert und auch die Anzahl der Bohrlöcher ist seit dem Tiefpunkt vom Mai 2016 bei 400 Bohrstellen auf jetzt etwa 600 Bohrlöcher gestiegen. Diese frühen Anzeichen der Stabilisierung zeigten sich, als die Ölpreise noch unterhalb der 50 Dollar-Marke lagen. Höhere Preise dürften den Umschwung verstärken“, schreibt oilprice.com.

Verharren die Preise dauerhaft über der 50-Dollar-Marke, könne die Produktion in allen amerikanischen Fördergebieten steigen. Diese haben unterschiedliche Kosten und Break-Even-Punkte. Repräsentanten des Bundesstaates North Dakota behaupten beispielsweise, dass die Bohrlöcher im Dunn County ein Barrel Öl für 15 Dollar fördern. Im Delaware Basin betragen die Kosten 30 Dollar.

Das zusätzliche Angebot aus den USA könnte die in Wien zwischen den Opec-Mitgliedern verhandelte Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel am Tag konterkarieren und die Ölpreise langfristig wieder unter Druck bringen, weil sie ein globales Überangebot wiederherstellen.

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