Brillenfirmen Luxottica und Essilor wollen fusionieren

Durch einen Zusammenschluss von Franzosen und Italienern wächst der Druck auf die deutschen Brillenhersteller Zeiss und Rodenstock.

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Auf dem Brillenmarkt zeichnet sich die Fusion zweier Giganten ab. Der italienische Hersteller von Gestellen Luxottica, zu dem Marken wie RayBan und Oakley gehören, will mit dem französischen Gläserfabrikanten Essilor zusammengehen. Beide sind in ihrer Sparte Weltmarktführer, Essilor konkurriert in Deutschland mit Zeiss und Rodenstock. Der Zusammenschluss habe ein Volumen von 46 Milliarden Euro, teilten die beiden Firmen am Montag mit. „Endlich werden zwei Produkte, die von Natur aus zusammengehören – Fassungen und Gläser – unter einem Dach entworfen, gefertigt und vertrieben“, sagte der Gründer von Luxottica, der 81-jährige Leonardo Del Vecchio. Mit ihrer Fusion wappnen sich Luxottica und Essilor für eine starke Nachfrage auf einem Markt, der wegen der immer älter werdenden Bevölkerung und des Nachholbedarfs in Asien und Lateinamerika weiter wachsen wird.

Luxottica und Essilor arbeiten bereits zusammen. So liefert Essilor seit Jahren Gläser für Luxottica. Die Italiener fertigen auch Fassungen für Luxusmarken wie Chanel, Giorgio Armani, Prada und Versace.

Von ihrer Fusion erhoffen sich die beiden Firmen mittelfristig Kosteneinsparungen von 400 bis 600 Millionen Euro. Sie rechnen mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von 15 Milliarden Euro. Ihren Kunden versprach Essilor-Chef Hubert Sagnieres in einer Telefonkonferenz mit Journalisten einen deutlich schnelleren Service. Die Aktien der beiden Unternehmen legten zeitweise um 14 Prozent zu, Luxottica lag gegen Mittag mehr als acht Prozent im Plus, Essilor rund 13 Prozent.

Der neue Konzern EssilorLuxottica soll in Paris gelistet sein, Insidern zufolge möglicherweise auch in New York. Er soll 140.000 Mitarbeiter in mehr als 150 Ländern zählen. An der Spitze des neuen Unternehmens soll Del Veccio stehen, der erst vor zwei Jahren wieder die Führung bei Luxottica übernommen hatte. Del Vecchios Stellvertreter soll Essilor-Chef Sagnieres werden.

Del Vecchio will über seine Familienholding Delfin einen Anteil von 31 bis 38 Prozent am neuen Brillenkonzern halten und wird damit größter Eigner. Einen Zusammenschluss hatten die beiden Unternehmen schon vor einigen Jahren ins Auge gefasst. Erste Verhandlungen wurden wegen diverser Gründe wieder eingefroren.

Luxottica hat turbulente Zeiten hinter sich. So trat im vergangenen Jahr mit dem früheren Procter&Gamble-Manager Adil Mehboob-Khan der dritte Vorstandschef in 17 Monaten zurück. Sein direkter Vorgänger hatte nach nur sechs Wochen wegen Differenzen mit Del Vecchio das Handtuch geworfen. Als Del Vecchio wieder selbst das Ruder übernahm, warf das Fragen über seine Strategie und seine Nachfolge auf. Etliche Insider setzten seither auf eine Fusion.

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