Todesstrafe für vier Vergewaltiger in Indien

Ein Gericht in Indien hat die Todesstrafe für vier Vergewaltiger bestätigt.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Protest in Kalkutta gegen Vergewaltigung (2013). (Foto: dpa)

Protest in Kalkutta gegen Vergewaltigung (2013). (Foto: dpa)

Das Oberste Gericht Indiens hat die Todesstrafe für vier der Täter des aufsehenerregenden Vergewaltigungsfalls von Ende 2012 bestätigt. Das bestätigte das Gericht am Freitag. Knapp viereinhalb Jahre nach der Tat hielt damit auch das Oberste Gericht des Landes das Urteil aus den vorangegangenen Instanzen aufrecht.

Im Dezember 2012 war eine indische Studentin in Neu Delhi von sechs Männern vergewaltigt worden. Sie starb später an ihren Verletzungen. Einer der Täter wurde kurz nach seiner Festnahme erhängt in seiner Zelle gefunden. Der sechste Täter war zum Tatzeitpunkt minderjährig. Er musste eine dreijährige Jugendstrafe absitzen und ist seit Dezember 2015 wieder frei.

Die drei Richter ließen in der Urteilsbegründung wenig Zweifel an ihrer Entscheidung. «Die extrem brutale Tat verdient keine geringere Strafe als die Todesstrafe», hieß es in dem Dokument. «Die brutale, barbarische und teuflische Art der Tat überwiegt bei weitem die mildernden Umstände, die die Verteidigung vorgebracht hat.»

Kurz nach der Tat hatte es in Indien noch nie da gewesene Proteste gegen sexuelle Übergriffe gegeben. Tausende Menschen belagerten Regierungsgebäude und verlangten strengere Gesetze. Im März 2013 kam der Gesetzgeber den Forderungen nach und verschärfte die Gesetze deutlich. Zudem wurden zusätzliche Gerichte geschaffen, um Vergewaltigungsfälle schneller bearbeiten zu können.

«Das Urteil ist nicht nur für uns, sondern für die ganze indische Gesellschaft», sagte Asha Devi, die Mutter des Opfers, im indischen Fernsehen.

Ranjana Kumari, Aktivistin und Chefin des «Centre for Social Research» in Indien, lobte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ebenfalls das Urteil: «Dies ist eine historische Botschaft an alle kriminellen Männer, die Frauen Leid antun wollen. Es ist ein wichtiger Tag für alle, die wie wir für eine gerechte Strafe demonstriert haben.»

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick