Konflikt um Katar belastet Ölpreise kaum

Der Streit zwischen Katar und den arabischen Nachbarländern belastet die Märkte. Die Ölpreise hingegen reagieren bisher kaum auf die Krise. Analysten sehen allerdings Gefahren.

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Der Energieminister von Katar in Doha. (Foto: dpa)

Der Energieminister von Katar in Doha. (Foto: dpa)

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Die Eskalation der diplomatischen Beziehungen unter den Golfstaaten hat die Ölpreise am Dienstag leicht gedrückt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent fiel bis zum Mittag auf 49,27 US-Dollar. Das waren 20 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 17 Cent auf 47,23 Dollar. Die Ölpreise verharrten so auf dem niedrigen Niveau, das sie Ende vergangener Woche nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erreicht hatten.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Katar wird eine Verbindung zum internationalen Terrorismus unterstellt. Tatsächlich dürfte die Auseinandersetzung ganz andere Gründe haben. Es ist die schwerste diplomatische Krise in der Region seit Jahren.

„Ob und in welchem Ausmaß auch Energielieferungen von der gestrigen Entscheidung betroffen sind, lässt sich noch nicht abschätzen“, schreiben Analysten der Commerzbank. Katar sei zwar ein wichtiger Lieferant von verflüssigtem Erdgas, aber bei Erdöl ein vergleichsweise kleiner Akteur.

So ist Katar für über 30 Prozent der weltweiten Exporte von Flüssigerdgas verantwortlich. Bei einer Rohöltagesproduktion von aktuell 620.000 Barrel gehört das Land aber zu den kleinsten Opec-Ländern. Insgesamt fördert die Opec 32,2 Millionen Barrel pro Tag. Katar trägt also weniger als zwei Prozent zur Förderung des Kartells bei. Selbst das durch einen Bürgerkrieg gebeutelte Libyen fördert mehr als Katar. Sollte das Land indes die jüngst verlängerte Förderbegrenzung der Opec nicht mehr mittragen, könnten auch andere Länder diesem Beispiel folgen, schreiben die Commerzbank-Analysten.

Der kuwaitische Ölminister Issam Almarzooq machte jedoch am Dienstag deutlich, dass sein Land die Förderbeschränkungen einhalten will. Das Kartell versucht derzeit mit einer eingeschränkten Produktion die global relativ niedrigen Ölpreise wieder höher zu treiben.

Tatsächlich sehen viele Experten die Opec durch den Konflikt nicht in Gefahr. So hat es immer wieder politische Auseinandersetzungen und Kriege zwischen den 14 Mitgliedsländern gegeben, ohne dass die Arbeit und die Abkommen der Organisation in Frage gestellt wurden. So hatte das Kartell während des achtjährigen Krieges zwischen Iran und Irak in den achtziger Jahren die ersten Förderquoten überhaupt durchgesetzt. Auch der jüngste Streit zwischen dem Iran und Saudi-Arabien im Jemen hat die Arbeit der Opec nicht beeinflusst.

Unterdessen hat sich die Aktienbörse in Katar stabilisiert. Der Konflikt um das Emirat hatte den Qatar Exchange Index (DSM) am Montag so stark abstürzen lassen wie zuletzt vor rund acht Jahren. Nachdem der Leitindex den Handel mit einem Verlust von 7,27 Prozent auf 9202,62 Punkte beendet hatte, zeigte er sich am Dienstag unverändert.

Die Kurse von Katars Staatsanleihen standen hingegen weiter unter Druck. Im Gegenzug stiegen die Renditen der Papiere. Ein im Jahr 2020 fälliger, auf US-Dollar lautender Staatstitel rentierte mit 2,4 Prozent, nach gut zwei Prozent vor der diplomatischen Eskalation.

Auch die Landeswährung Katar-Riyal war schwach. Sie ist an den Dollar gebunden und kann nicht so einfach abwerten. Versicherungen, mit denen sich Investoren gegen einen Ausfall katarischer Staatsanleihen absichern können, wurden seit Ausbruch der diplomatischen Krise deutlich teurer, allerdings von niedrigem Niveau aus.

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